VCÖ: Bedingungen zum Radfahren durch Verkehrsberuhigung und mehr Radwege weiter verbessern
VCÖ (Wien, 14. August 2026) – Insgesamt fahren 70 Prozent der Steirerinnen und Steirer zumindest gelegentlich mit dem Fahrrad mobil, zehn Prozent sogar täglich, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf eine nun vom Mobilitätsministerium veröffentlichte Studie hin. Bei den täglich Radfahrenden liegt die Steiermark im Bundesländer-Vergleich an dritter Stelle, ebenso bei der Nutzung von Elektrofahrrädern. Die Daten zeigen zudem auch, dass das Potenzial für mehr Radverkehr in der Steiermark noch sehr groß ist. Umso wichtiger ist es, mit Verkehrsberuhigung in den Städten und Gemeinden sowie dem rascheren Ausbau des Radwegenetzes die Bedingungen zum Radfahren weiter zu verbessern, betont der VCÖ.
„Wenn es darum geht, die Klimabilanz des Verkehrs zu verbessern sowie Staus und andere Verkehrsprobleme zu verringern, dann spielt der Radverkehr eine große Rolle. Die nun veröffentlichten Daten des Mobilitätsministeriums zeigen einerseits große Unterschiede zwischen den Bundesländern und zum anderen das große Potenzial, das es österreichweit für mehr Radverkehr gibt, auch in der Steiermark“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.
Während österreichweit neun Prozent täglich mit dem Rad mobil sind, sind es in der Steiermark zehn Prozent, macht der VCÖ aufmerksam. Damit liegt die Steiermark im Bundesländer-Vergleich gemeinsam mit Wien und Tirol an dritter Stelle, aber deutlich hinter Spitzenreiter Vorarlberg mit 20 Prozent und Salzburg mit 16 Prozent. In der Steiermark fahren laut der Studie des Mobilitätsministeriums „Aktive Mobilität 2026“ 31 Prozent mindestens mehrmals die Woche mit dem Rad, weitere 17 Prozent mehrmals im Monat und weitere 22 Prozent zumindest gelegentlich. 51 Prozent der steirischen Radfahrenden sagen, dass sie „sehr gerne“ Rad fahren, informiert der VCÖ.
Auch Elektrofahrräder werden in der Steiermark bereits stärker genutzt als im Österreich-Schnitt. 45 Prozent der steirischen Radfahrerinnen und Radfahrer sind bereits mehrmals mit einem Elektrofahrrad gefahren, der Österreich-Schnitt liegt bei 40 Prozent. In Vorarlberg ist der Anteil mit 58 Prozent am höchsten. „Elektrofahrräder verändern bei vielen das Mobilitätsverhalten, führen dazu, dass mehr Strecken mit dem Fahrrad gefahren werden. Damit Elektrofahrräder verstärkt als Verkehrsmittel genutzt werden, ist eine gute Radinfrastruktur zentral“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.
Das bestätigt auch die Studie des Mobilitätsministeriums. 53 Prozent der steirischen E-Bike-Fahrenden sagen, dass sie nun längere Strecken als früher mit dem Rad fahren und 44 Prozent sagen, dass sie häufiger Rad fahren. „Je besser die Radinfrastruktur, je sicherer die Bedingungen zum Radfahren, umso mehr Menschen nutzen Fahrräder als Verkehrsmittel. Gerade im Pendelverkehr können viele Staus reduziert werden, wenn mehr vom Auto aufs Fahrrad oder Elektrofahrrad umsteigen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.
Das Potenzial dafür ist groß: Laut Studie des Mobilitätsministeriums wohnen in der Steiermark 33 Prozent weniger als fünf Kilometer von ihrem Arbeitsplatz oder ihrer Ausbildungsstätte entfernt, 60 Prozent weniger als zehn Kilometer. Das sind Distanzen, die gut mit einem Fahrrad oder Elektrofahrrad gefahren werden können, wenn es eine gute Infrastruktur gibt.
In Zeiten knapper Budgets sind kostengünstige Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen zum Radfahren besonders gefragt. „Tempo 30 statt 50 ist in Gemeinden und Städten eine sehr kostengünstige Maßnahme, damit mehr Menschen sicher mit dem Rad mobil sein können“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Außerhalb der Ortsgebiete ist der Rückbau überbreiter Freilandstraßen günstig, um neue Radwege zu errichten. Ein Beispiel ist die B83 zwischen Arnoldstein und Riegersdorf in Kärnten. Die Fahrbahn wurde verschmälert, ein Sicherheitsstreifen abgefräst und der verbleibende Asphaltstreifen rechts davon ist heute ein Radweg.
Zur Studie „Aktive Mobilität 2026“: https://www.klimaaktiv.at/fileadmin/Bibliothek/Publikationen/2026_Report_Aktive_Mobilitaet.pdf
VCÖ: In der Steiermark wird am dritthäufigsten täglich Rad gefahren (Häufigkeit Radfahren im Jahr 2025, Bevölkerung ab 16 Jahren, täglich / mindestens mehrmals pro Woche / zumindest gelegentlich)
Vorarlberg: 20 Prozent / 38 Prozent / 74 Prozent
Salzburg: 16 Prozent / 39 Prozent / 74 Prozent
Steiermark: 10 Prozent / 31 Prozent / 70 Prozent
Tirol: 10 Prozent / 29 Prozent / 66 Prozent
Wien: 10 Prozent / 22 Prozent / 54 Prozent
Kärnten: 9 Prozent / 29 Prozent / 70 Prozent
Burgenland: 6 Prozent / 27 Prozent / 71 Prozent
Niederösterreich: 6 Prozent / 27 Prozent / 70 Prozent
Oberösterreich: 6 Prozent / 26 Prozent / 73 Prozent
Quelle: BMIMI, VCÖ 2026
VCÖ: Elektro-Fahrräder in der Steiermark am dritthäufigsten im Einsatz (Anteil Radfahrerinnen und Radfahrer, die bereits mehrmals mit E-Fahrrad gefahren sind, Jahr 2025)
Vorarlberg: 58 Prozent
Salzburg: 48 Prozent
Steiermark: 45 Prozent
Burgenland: 45 Prozent
Tirol: 45 Prozent
Oberösterreich: 43 Prozent
Kärnten: 38 Prozent
Niederösterreich: 37 Prozent
Wien: 27 Prozent
Quelle: BMIMI, VCÖ 2026
VCÖ: Viele wohnen in Radfahrdistanz von Arbeit oder Ausbildungsstätte (Anteil der Berufstätigen und Personen in Ausbildung (ab 16 Jahren), die bis 5 Kilometer (in Klammer bis 10 km) entfernt wohnen)
Vorarlberg: 52 Prozent (72 Prozent)
Wien: 51 Prozent (76 Prozent)
Tirol: 45 Prozent (61 Prozent)
Kärnten: 39 Prozent (53 Prozent)
Salzburg: 38 Prozent (60 Prozent)
Steiermark: 33 Prozent (60 Prozent)
Oberösterreich: 31 Prozent (49 Prozent)
Burgenland: 27 Prozent (38 Prozent)
Niederösterreich: 23 Prozent (39 Prozent)
Quelle: BMIMI, VCÖ 2026
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