LOS ANGELES/AUSSEERLAND. Für den österreichischen Extremschwimmer Josef Köberl wird es ernst: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag startet er zu seiner nächsten großen Herausforderung auf dem Weg zu den Ocean’s Seven. Köberl will den rund 32 Kilometer breiten Catalina Channel zwischen Catalina Island und dem kalifornischen Festland durchschwimmen.
Der Starttermin steht bereits seit Jänner fest. Nun scheint auch das Wetter mitzuspielen. Nach windigen Tagen vor der kalifornischen Küste soll sich der Wind für das geplante Zeitfenster beruhigen.
„Die ersten Trainingseinheiten hier in Los Angeles sind gut verlaufen, die Schultern fühlen sich gut an und langsam kommt auch der Spaß. Jetzt kann ich nicht mehr viel vorbereiten – jetzt darf ich schwimmen“, sagt Köberl wenige Stunden vor seinem Start.
Start mitten in der Nacht
Am Donnerstag, 13. August, wird Köberl gegen 21:00 Uhr Ortszeit mit dem Begleitboot Pacific Moon den Hafen von San Pedro verlassen.
Nach der Überfahrt nach Catalina Island soll er gegen 23:30 Uhr Ortszeit bei Doctor’s Cove ins Wasser steigen.
Für Freunde, Fans und Unterstützer in Österreich ist es dann bereits Freitagmorgen:
06:00 Uhr MESZ: Abfahrt aus San Pedro
ca. 08:30 Uhr MESZ: geplanter Schwimmstart bei Doctor’s Cove
Vor Köberl liegen anschließend rund 32 Kilometer durch den Pazifik.
Je nach Strömung, Wind und tatsächlicher Schwimmlinie kann die zurückgelegte Strecke allerdings deutlich länger werden.
Wenn alles nach Plan läuft, rechnet Köberl mit einer Schwimmzeit von ungefähr 11½ bis 13½ Stunden. Der Landfall am kalifornischen Festland könnte zwischen 11:00 und 13:00 Uhr Ortszeit erfolgen – also zwischen 20:00 und 22:00 Uhr MESZ in Österreich.
„Ein Kanal lässt sich nicht planen. Strömung, Wind, Wellen und der Pazifik werden ihren Teil der Geschichte selbst schreiben“, so Köberl.
Ein besonderer Moment vor dem Start
In den letzten Tagen absolvierte Köberl erste Warm-up-Einheiten in Kalifornien und traf auf seinem Begleitboot Kapitän David, um die letzten Details der Querung zu besprechen.
Dabei erlebte er auch einen besonderen Moment: Die chilenische Extremschwimmerin und Freundin Barbara Hernández kehrte gerade von ihrer Doppelquerung des Catalina Channels zurück.
„Wir haben uns umarmt. Sie kam gerade aus dem Wasser – und ich gehe bald hinein.“
Der fünfte Schritt zu den Ocean’s Seven
Für Köberl wäre eine erfolgreiche Catalina-Querung der fünfte von sieben Kanälen der Ocean’s Seven.
Bereits erfolgreich absolviert hat der Ausseer den Ärmelkanal, die Straße von Gibraltar, die Cook Strait in Neuseeland und den Nordkanal zwischen Irland und Schottland.
Nach Catalina wartet bereits die nächste Herausforderung: Am 18. August ist in San Francisco die „Flucht von Alcatraz“ geplant. Danach geht die Reise weiter nach Japan, wo Köberl Ende August die Tsugaru Strait in Angriff nehmen will.
Live durch den Pazifik
Fans in Österreich können Köberls Catalina-Querung über einen GPS-Tracker live verfolgen.
SPOT LIVE-TRACKER:
https://maps.findmespot.com/s/D4QB
Damit kann praktisch der gesamte Schwimmverlauf vom Start bei Catalina Island bis zum erhofften Landfall am amerikanischen Festland mitverfolgt werden.
115 Menschen „schwimmen mit“
Unterstützt wird Köberls Ocean’s-Seven-Projekt auch durch eine Crowdfunding-Kampagne. Bis unmittelbar vor dem Catalina-Start haben sich bereits 115 Spenderinnen und Spender beteiligt.
Für Köberl ist diese Unterstützung gerade vor einer langen Nacht im Pazifik von besonderer Bedeutung:
„Wenn es dunkel ist, wenn die Wellen kommen und irgendwann die Arme schwer werden, werde ich daran denken. Diese Menschen sind nicht nur Unterstützer meiner Reise. Sie schwimmen ein Stück mit mir und tragen mich durch die Wellen.“
Seine Mission kann weiterhin unterstützt werden:
GoFundMe:
https://gofund.me/20d70e2fe
Kurz vor dem Start bringt Köberl seine Gedanken auf einen Satz:
„Am Ende muss ich jeden Meter selbst schwimmen. Aber ich schwimme ihn nicht alleine.“







