Seckau, Bezirk Murtal. – Ein angeblicher Pilot brachte eine 50-Jährige über mehrere Monate hinweg dazu, ihm finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 77.000 Euro zukommen zu lassen. Der versprochene Besuch in Österreich blieb ebenso aus wie die Rückzahlung des Geldes. Die Polizei warnt aus aktuellem Anlass vor sogenanntem „Love Scam“.
Begonnen hatte der Kontakt bereits im März 2026 mit einer Freundschaftsanfrage auf Facebook. Der bislang unbekannte Täter gab sich als deutsch-amerikanischer Berufspilot aus, der in den USA lebe. Zunächst kommunizierten die beiden über Facebook-Messenger, später über WhatsApp. Dabei entdeckten sie vermeintlich viele Gemeinsamkeiten und der Mann baute über Wochen hinweg zunehmend Vertrauen zur 50-Jährigen auf.
Angeblicher Umzug nach Österreich
Ende April kündigte der vermeintliche Pilot an, zur 50-Jährigen nach Österreich ziehen zu wollen. Vorab sollte ein Paket mit persönlichen Arbeitsunterlagen nach Österreich geschickt werden. Für die angebliche Zustellung und den Zoll wurden jedoch Zahlungen fällig, die der Mann aus unterschiedlichen Gründen nicht selbst leisten könne. Im Vertrauen darauf, das Geld zurückzubekommen, tätigte die Frau mehrere Überweisungen. Selbst als ihre Bank sie auf auffällige Zahlungen und einen möglichen Betrug aufmerksam machte, gelang es dem Täter, den Druck weiter zu erhöhen. Dabei wurde der Frau unter anderem mit einer Festnahme wegen des Verdachts der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gedroht. Daraufhin kaufte sie auch Apple-Geschenkkarten und übermittelte die Gutscheincodes an den Täter.
Am Flughafen Verdacht geschöpft
Im August kündigte der angebliche Pilot schließlich seine Ankunft in Österreich für Anfang September an. Die 50-Jährige fuhr zum Flughafen nach Wien, um ihn abzuholen. Doch der Mann erschien nicht. Stattdessen erhielt sie eine angeblich vom Bundeskriminalamt stammende Nachricht, wonach der Pilot festgenommen worden sei und für seine Freilassung eine Kaution bezahlt werden müsse. Dies machte die Frau misstrauisch, woraufhin sie sich einer Bekannten anvertraute. Sie erkannte den Betrug und erstattete Anzeige bei der Polizei. Insgesamt entstand ihr ein finanzieller Schaden von rund 77.000 Euro.
Was ist „Love Scam“?
Beim sogenannten „Love Scam“, auch Liebesbetrug genannt, bauen Kriminelle über das Internet bzw. Social-Media-Plattformen gezielt eine emotionale Beziehung zu ihren Opfern auf. Sie schaffen über Wochen oder Monate Vertrauen und nutzen Gefühle gezielt aus. Häufig geben sich Täter gegenüber Frauen etwa als Ärzte, Piloten, Soldaten oder Mitarbeiter auf Bohrinseln im Ausland aus. Doch auch Männer können Opfer werden. Ihnen gegenüber treten Betrüger beispielsweise als vermeintlich junge, attraktive Frauen auf, die im Ausland leben oder arbeiten. Früher oder später folgen meist Geldforderungen für angebliche Reisen, Notfälle oder andere Schwierigkeiten.
Warnsignale erkennen
Wer auf eine solche Masche hereingefallen ist, muss sich nicht schämen. Die Täter gehen äußerst geschickt vor und nutzen Vertrauen und Gefühle gezielt aus. Vorsicht ist insbesondere geboten, wenn persönliche Treffen immer wieder scheitern, plötzlich Geld verlangt oder mit negativen Konsequenzen gedroht wird. Überweisen Sie kein Geld und übermitteln Sie keine Gutscheincodes oder Ausweisdokumente an Personen, deren Identität Sie nicht zweifelsfrei überprüfen können. Nehmen Sie Warnungen Ihrer Bank, von Angehörigen oder anderen Vertrauenspersonen ernst. Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte keine weiteren Zahlungen leisten, den Kontakt abbrechen, Chats und Zahlungsbelege sichern und Anzeige bei der Polizei erstatten.
Weitere Informationen und Präventionstipps zu diesem Thema finden Sie auf der Homepage des Bundeskriminalamtes >> Love Scam
Gartenhütte abgebrannt
St. Michael in Obersteiermark, Bezirk Leoben. – Eine Gartenhütte geriet Samstagfrüh, 5. September 2026, in Brand. Das Feuer beschädigte auch eine benachbarte Hütte sowie die umliegende Vegetation. Verletzt wurde niemand. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen.
Gegen 4:45 Uhr wurden Einsatzkräfte zu einem Gartenhüttenbrand im Bereich der Walpurgisstraße in Liesingtal gerufen. Beim Eintreffen der Polizei stand die betroffene Hütte bereits in Vollbrand. Die Feuerwehren St. Michael und St. Stefan ob Leoben waren mit den Löscharbeiten beschäftigt. In der brennenden sowie in den umliegenden Hütten befanden sich keine Personen. Nach rund einer Stunde konnte „Brand aus“ gegeben werden. Die Gartenhütte wurde durch das Feuer vollständig zerstört. Zudem wurden eine unmittelbar angrenzende Hütte sowie Sträucher und Bäume beschädigt. Der entstandene Sachschaden dürfte mehrere tausend Euro betragen. Ein Brandermittler des Stadt- und Bezirkspolizeikommandos Leoben nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf. Diese dauern derzeit noch an.
Frontalkollision: Pkw gegen Radfahrer
Oberhaag, Bezirk Leibnitz. – Bei einem frontalen Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Radfahrer wurde Samstagvormittag, 5. September 2026, ein 53-Jähriger schwer verletzt. Der Mann wurde mit dem Rettungshubschrauber in das LKH Graz geflogen.
Gegen 10:30 Uhr waren der 53-Jährige und ein 44-jähriger Begleiter aus dem Bezirk Leibnitz mit ihren Fahrrädern auf dem Merzdovnikweg (Gemeindestraße) in Richtung Oberhaag unterwegs. Im Bereich einer unübersichtlichen Rechtskurve kam ihnen ein 18-jähriger Pkw-Lenker, ebenso aus dem Bezirk Leibnitz, entgegen. Auf dem Beifahrersitz befand sich dessen zwölfjährige Schwester. Unmittelbar vor der Kollision dürfte der 53-Jährige links neben seinem Begleiter etwa in der Fahrbahnmitte gefahren sein. Als er den entgegenkommenden Pkw wahrnahm, versuchte er noch, an den äußersten rechten Fahrbahnrand auszuweichen. Ein Zusammenstoß konnte jedoch nicht mehr verhindert werden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte auch der 18-Jährige seine Fahrgeschwindigkeit nicht ausreichend an die örtlichen Gegebenheiten und den längeren Bremsweg auf der Schotterfahrbahn angepasst haben. Bei der Frontalkollision prallte der 53-Jährige gegen die Windschutzscheibe des Pkw und wurde in weiterer Folge in eine angrenzende Wiese geschleudert. Er erlitt schwere Verletzungen im Kopf- und Gesichtsbereich und wurde nach der notärztlichen Erstversorgung vom Rettungshubschrauber „Christophorus 12“ in das LKH Graz geflogen.
Von Schlange gebissen
Neuberg an der Mürz, Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. – Ein 62-Jähriger wurde Samstagnachmittag, 5. September 2026, auf seinem Grundstück von einer Schlange gebissen. Der Mann erlitt eine Verletzung an der Hand und wurde zur weiteren medizinischen Abklärung in ein Krankenhaus gebracht.
Gegen 14:00 Uhr war der 62-Jährige aus dem Bezirk Bruck-Mürzzuschlag auf seinem Hof unterwegs. Als er in einer Wiese nach einem Gegenstand greifen wollte, dürfte er eine Schlange aufgeschreckt haben. Diese biss ihn in die Hand. Nach Angaben des Mannes dürfte es sich um eine Kreuzotter gehandelt haben. Das Tier entfernte sich unmittelbar nach dem Biss in die umliegende Natur.
Die Hand des 62-Jährigen schwoll im Bereich der Bissstelle an. Der Mann selbst war jedoch ansprechbar und bei Bewusstsein. Dem anfangs alarmierter Rettungshubschrauber konnte noch während des Anflugs Entwarnung gegeben werden. Einsatzkräfte des Roten Kreuzes versorgten den 62-Jährigen vor Ort und brachten ihn anschließend zur weiteren Abklärung in das LKH Hochsteiermark nach Mürzzuschlag. Lebensgefahr bestand nicht. Auch weitere Personen wurden nicht gefährdet.
Landwirtschaftlicher Betrieb in Brand
Trofaiach, Bezirk Leoben. – Auf einem landwirtschaftlichen Anwesen brach Samstagnachmittag, 5. September 2026, ein Großbrand aus. Zwei Gebäude sowie mehrere Fahrzeuge gerieten in Brand. Menschen und Tiere wurden nach bisherigem Kenntnisstand nicht verletzt. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen.
Gegen 16:30 Uhr wurden Einsatzkräfte zu dem landwirtschaftlichen Betrieb mit angrenzenden Wirtschaftsgebäuden in Oberdorf gerufen. Beim Eintreffen der Polizei standen ein Wirtschaftsgebäude sowie ein weiteres Gebäude des Hofes bereits in Flammen. Das Feuer hatte sich rasch ausgebreitet. Auch zwei Fahrzeuge, ein Anhänger und ein Dieseltank auf dem Anwesen waren vom Brand betroffen.
Feuerwehren im Großeinsatz
Rund 90 Einsatzkräfte mehrerer umliegender Feuerwehren bekämpften den Großbrand mit insgesamt 22 Fahrzeugen. Dabei kam auch eine Drohne zum Einsatz. Das Rote Kreuz war vorsorglich mit zwölf Einsatzkräften und drei Fahrzeugen vor Ort. Trotz des Ausmaßes des Brandes wurden nach bisherigem Kenntnisstand weder Menschen noch Tiere verletzt. Auch mehrere Polizeistreifen aus dem Bezirk Leoben standen für die Erstmaßnahmen im Einsatz.
Brandursache unklar
Ein Brandermittler des Stadt- und Bezirkspolizeikommandos Leoben nahm noch am Samstagabend erste Erhebungen am Brandort vor. Die Ursache des Feuers konnte vorerst nicht geklärt werden. Weitere Ermittlungen mit Unterstützung durch Brandermittler des Landeskriminalamtes (LKA) Steiermark sollen am morgigen Sonntag erfolgen.
