Was Amseln besonders macht, was sie brauchen, um gut leben zu können und inwiefern auch ihnen die Nachteile des Stadtlebens zu schaffen machen, erklärt der Naturschutzbund zum Tag der Amsel am 3. Juni

Die Amsel ist als anpassungsfähige Kulturfolgerin oftmals auch im städtischen Umfeld zu finden.
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Amseln kommen in ganz Europa sowie Teilen Nordafrikas und Asiens vor. In Österreich erweist sich die Amsel als äußerst anpassungsfähige Brutvogelart, die eine Vielzahl von Lebensräumen besiedelt und flächendeckend vom Tiefland bis zur Waldgrenze bzw. vom ländlichen Dorf bis in die urbanen Innenstädte anzutreffen ist.
Amseln macht das Stadtleben zu schaffen
Das Überleben der Amsel (Turdus merula) im modernen Siedlungsraum ist mit gravierenden Herausforderungen verbunden und das, obwohl sie als äußerst anpassungsfähiger Kulturfolger gilt. Ein zentrales Problem ist der fortschreitende Verlust von Brut- und Nahrungshabitaten durch sterile Gartengestaltung, Gebäudesanierungen und zunehmende Bodenversiegelung. Dies entzieht den Vögeln wichtige Rückzugsorte. Zudem führt der vermehrte Pestizideinsatz in Kombination mit klimabedingten, langanhaltenden Trockenphasen im Sommer zu einem akuten Nahrungsmangel, da die lebensnotwendige wirbellose Bodenfauna dezimiert wird und der verhärtete Boden die Nahrungssuche erschwert.
Neben diesen ökologischen Veränderungen wird die Amsel im urbanen Raum mit anthropogenen Fallen, wie dem Straßenverkehr und Glasflächen konfrontiert, während gleichzeitig eine hohe Dichte an Hauskatzen besonders jungen, flüggen Vögeln zu schaffen macht. Verschärft wird diese Situation durch das von Stechmücken übertragene Usutu-Virus, das in den vergangenen Jahren in Kombination mit dem allgemeinen Strukturverlust bereits zu lokal drastischen Einbrüchen der Amsel-Populationen um bis zu 40 Prozent geführt hat.
Was Amseln futtern
Auf dem Speiseplan der Amsel stehen im Frühjahr und im Sommer vor allem tierische Proteine. Die Art sucht am Boden nach Würmern, Schnecken und Insekten, um auch ihre Brut zu versorgen. Nach der Jungenaufzucht im Herbst wird die Nahrung vegetarischer. Nun stehen reife Beeren und verschiedene Früchte hoch im Kurs. In der kalten Jahreszeit erweisen sich Amseln als dankbare Weichfutterfresser an winterlichen Futterstellen, wo sie besonders gerne Rosinen und in Fett getränkte Haferflocken vertilgen.
Sangeskunst par excellence
Der Gesang zeichnet sich durch gemächliche Strophen aus volltönenden und teils melodiös flötenden Elementen aus, die häufig durch kunstvolle Imitationen ergänzt werden. Meist trägt das Männchen diese Melodien von einer erhöhten Warte aus vor, wobei die Gesangsphase oft schon im Februar beginnt. Neben dem Gesang verfügt die Vogelart über ein vielfältiges Rufrepertoire: Bei Störungen ist ein ausdauerndes „Tixen“ zu hören das sich bei starker Aufregung zu einem intensiven, fast „dschungelartigen“ Zetern steigern kann – ein Alarmruf, der häufig direkt beim Abflug ausgestoßen wird.
Leuzismus bei Amseln: von weiß bis g‘scheckt
Leuzismus ist eine Störung der Pigmentbildung und führt dazu, dass die betroffenen Tiere entweder ein rein weißes Gefieder oder weiße Flecken aufweisen. Die Augen, der Schnabel und die Haut sind jedoch meist normal gefärbt. Das regelmäßige Auftreten weißgescheckter Amseln, sogenannter „Scheckenamseln“, in Städten bzw. im Siedlungsraum ist ein bekanntes Phänomen. Dort können die auffälligen „Mutanten“ deutlich leichter überleben, während sie in ihren ursprünglichen Waldlebensräumen aufgrund der fehlenden Tarnung rasch Fressfeinden zum Opfer fallen.
Amseln unterstützen geht ganz einfach
Der Naturschutzbund und „Tierisch engagiert“, eine Initiative von Fressnapf, freuen sich über jedes Vogelbild, das auf der Citizen-Science-Plattform www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App geteilt wird. Damit trägt man zur Erforschung der gefiederten Freunde bei.







