Mobilitätsmanagement bei Betrieben forcieren, Schnellbus-Linien und Rad-Highways umsetzen
Heuer waren im 1. Quartal bei 30 von 41 Zählstellen auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen weniger Pkw unterwegs als im 1. Quartal des Vorjahres, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. An Werktagen gab es an 32 Zählstellen einen Rückgang. Neben den gestiegenen Spritpreisen hat auch die Koralmbahn eine verkehrsreduzierende Wirkung, erklärt der VCÖ. Insbesondere im Pendelverkehr ist aber das Potenzial zur Reduktion von Autofahrten und damit des Spritverbrauchs noch sehr groß. Unternehmen können dabei ihre Beschäftigten mit Öffi-Jobtickets, Leasingrädern, der Förderung von Fahrgemeinschaften und anderen Maßnahmen des Mobilitätsmanagements unterstützen, betont der VCÖ.
Nachdem in den vergangenen Jahren der Autoverkehr auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen zugenommen hat, gibt es heuer auf zahlreichen Abschnitten einen Rückgang, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Bei 73 Prozent der Zählstellen fuhren im 1. Quartal weniger Autos als im 1. Quartal des Vorjahres, an Werktagen wurde bei 78 Prozent der Zählstellen ein Rückgang des Autoverkehrs verzeichnet. Bei der A2 Südautobahn zwischen Graz und Klagenfurt zeigt sich auch die verkehrsreduzierende Wirkung der Koralmbahn.
“Die gestiegenen Spritpreise führen zu Veränderungen, vor allem dort, wo das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel leichter fällt. Gerade im Pendelverkehr wird aber das große Potenzial zur Reduktion des Spritverbrauchs bei weitem nicht ausgeschöpft. Hier sind die Unternehmen stärker ins Boot zu holen”, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Schon heute zeigen etliche Betriebe, dass durch Mobilitätsmanagement mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Öffentlichem Verkehr, Fahrgemeinschaften oder Fahrrad und E-Bike zur Arbeit kommen. Wirksame Maßnahmen dabei sind unter anderem Öffi-Jobtickets, Leasingräder und Apps, die das Bilden von Fahrgemeinschaften erleichtern. “Diese Maßnahmen entlasten die Beschäftigten finanziell und reduzieren Staus und die Verkehrsbelastung für Anrainerinnen und Anrainer”, verdeutlicht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Angesichts drohender Treibstoff-Lieferengpässe sind vor allem Maßnahmen gefragt, die den Spritverbrauch reduzieren. Neben spritsparendem Fahren und niedrigeren Tempolimits zählen dazu auch mehr öffentliche Verkehrsverbindungen, wie Schnellbus-Linien im Stadt-Umland-Verkehr, die sich international bewähren. Wo die Gefahr besteht, dass Busse aufgrund hoher Verkehrsbelastung im Stau stehen, spricht sich der VCÖ für eine Bevorrangung aus – etwa durch Bus- und Fahrgemeinschaftsspuren oder Mitbenutzungsmöglichkeiten von Pannenstreifen. Auch das Potenzial der weit verbreiteten Elektro-Fahrräder wird zu wenig genutzt. “Der Ballungsraum Kopenhagen zeigt vor, dass mit Rad-Highways viele Autofahrten auf das Fahrrad beziehungsweise E-Bike verlagert werden können, was viel Sprit spart und Staus reduziert”, VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Der am stärksten befahrene Autobahnabschnitt in der Steiermark war im 1. Quartal die A9 Pyhrnautobahn bei Graz-Webling mit durchschnittlich 60.400 Pkw pro Tag vor der A2 Südautobahn bei Feldkirchen mit 59.900 Pkw, informiert der VCÖ.
VCÖ: Bei drei Viertel der Zählstellen ging Pkw-Verkehr im 1. Quartal zurück (Änderung Kfz < 3,5 Tonnen, 1.1.-31.03. 2026 im Vergleich zum 1.1.-31.03. 2025, 41 Zählstellen)
Rückgang: 30 Zählstellen (an Werktagen 32 Zählstellen)
Zunahme: 10 Zählstellen (an Werktagen 9 Zählstellen)
Keine Änderung: 1 Zählstelle (an Werktagen keine Zählstellen)
Quelle: Asfinag, VCÖ 2026





