Kodomari/Japan. Für den Ausseer Extremschwimmer Josef Köberl rückt die geplante Durchquerung der Tsugaru Strait zwischen den japanischen Hauptinseln Honshu und Hokkaido näher. Nach dem offiziellen Vorbereitungstreffen steht fest: Organisatorisch ist alles bereit – über den tatsächlichen Start entscheidet nun das Wetter.
Das offizielle Meeting wurde von Ms. Itou von der Tsugaru Strait Swimming Federation (TSSF) geleitet. Neben Köberl nahmen der Kapitän des Begleitbootes, zwei offizielle Observer, Dolmetscher Toshi sowie Barbara Anderl teil.
Dabei wurden sämtliche Regeln für die Querung besprochen. Auch Köberls Schwimmbekleidung und Schwimmbrillen wurden kontrolliert und die Bereiche für Start und Finish festgelegt.
Frühester Start am 1. September
Eine erste wichtige Entscheidung ist bereits gefallen: Vor dem 1. September wird Köberl nicht starten. Zu starke Winde machen eine sichere Querung derzeit unmöglich. Auch für den 3. September werden aktuell sehr ungünstige Bedingungen erwartet.
Damit könnte sich insbesondere der 2. September als mögliches Wetterfenster herauskristallisieren. Eine endgültige Entscheidung wird allerdings erst kurzfristig durch den Kapitän und die Verantwortlichen getroffen.
Besonders sensibel reagiert die Tsugaru Strait auf die Windrichtung. Stärkerer Ostwind ist problematisch, ebenso zu kräftiger Wind aus Westen. Am günstigsten wäre Wind aus südlicher Richtung – eine Konstellation, die in der Region allerdings nicht häufig vorkommt.
Auch die Organisatoren verwenden für ihre Beobachtungen unter anderem die Wetterplattform Windy. Neben dem Wind spielen Wellen, Gezeiten und die starken Strömungsverhältnisse der Meerenge eine entscheidende Rolle.
Abholung bereits um 3 Uhr morgens
Kommt das Startsignal, beginnt der Tag für Köberl mitten in der Nacht. Um 3 Uhr morgens wird er mit dem Boot bei seiner Unterkunft in Kodomari abgeholt. Anschließend geht es in den vorgesehenen Startbereich.
Üblicherweise starten die Schwimmer kurz nach 5 Uhr. Köberl hat jedoch die Möglichkeit, bereits früher zu beginnen, sobald die Lichtverhältnisse einen sicheren Start zulassen. Damit könnte er bei entsprechenden Bedingungen schon gegen 4 Uhr ins Wasser gehen.
Für den Extremschwimmer beginnt damit eine Phase, die bei Kanalquerungen mindestens ebenso wichtig ist wie die körperliche Vorbereitung: warten, regenerieren und jederzeit bereit sein.
„Man kann monatelang trainieren und alles bis ins Detail vorbereiten. Aber wann es wirklich losgeht, entscheiden hier das Meer, das Wetter und am Ende der Kapitän. Genau das gehört zu einer solchen Herausforderung dazu.”
Die Tsugaru Strait ist für Köberl die nächste große Etappe seines internationalen Kanalprojekts. Nach seinen bisherigen erfolgreichen Querungen geht es in Japan nun darum, ein weiteres großes Kapitel hinzuzufügen.
Bis dahin heißt es in Kodomari: warten auf das richtige Fenster – und bereit sein, wenn der Anruf kommt.






