Josef Köberl – Erdbeben in Japan

Erdbeben, Tsunami-Gefahr und Taifune: Josef Köberls außergewöhnlicher Start in Japan

TOKIO/KODOMARI/AUSSEERLAND. Nach der erfolgreichen Catalina-Querung und dem anschließenden „Escape from Alcatraz“ ist der Ausseer Extremschwimmer Josef Köberl mittlerweile in Japan angekommen. Dort wartet mit der Tsugaru Strait Ende August bereits die nächste große Herausforderung auf seinem Weg zu den Ocean’s Seven.

Doch bereits die erste Nacht in Tokio wurde außergewöhnlich.

Kurz nach 2 Uhr morgens schlug auf Köberls Mobiltelefon die japanische Erdbebenwarnung an. Wenig später waren die Erschütterungen im Hotel deutlich zu spüren. Das Erdbeben erreichte laut den japanischen Behörden eine Magnitude von 5,9. Das Epizentrum lag im Süden der Präfektur Ibaraki in rund 70 Kilometern Tiefe. „Wir lagen gerade im Bett, als es plötzlich ordentlich zu wackeln begann. Uns geht es gut, aber durchgeschüttelt hat es uns ziemlich“, berichtet Köberl.

Auch im Norden bebte die Erde

Nach Tokio führte die Reise mit dem Shinkansen weiter nach Aomori und schließlich nach Kodomari, dem Ausgangspunkt für die Vorbereitung auf die Tsugaru Strait.

Doch auch dort ist das Thema Erdbeben unmittelbar präsent: Auch im Norden Japans kam es zu einem Erdbeben. Im Hotel in Kodomari wurden Köberl und seine Begleitung vorsorglich in den dritten Stock verlegt, um bei einem möglichen Tsunami nicht unmittelbar im Bereich einer Flutwelle untergebracht zu sein. Wie real diese Gefahr für die Menschen an der Küste ist, wird vor Ort eindrucksvoll sichtbar.

„Hier in Kodomari sieht man Markierungen früherer Tsunamis. Einige zeigen Höhen von mehr als zwölf Metern. Wenn man direkt am Meer steht und sich vorstellt, dass das Wasser bis dorthin reichen kann, bekommt das eine ganz andere Dimension.“

Die Küstenregion rund um Nakadomari und Kodomari gehört zu den offiziell ausgewiesenen Tsunami-Gefahrengebieten der Präfektur Aomori.

Taifune werden ebenfalls beobachtet

Zusätzlich werden derzeit auch tropische Wirbelstürme und deren weitere Entwicklung beobachtet.

Für Köberls geplante Querung der Tsugaru Strait können Wind, Strömung und Seegang entscheidend sein. Sein vorgesehenes Startfenster läuft vom 30. August bis 3. September.

Damit erlebt Köberl innerhalb weniger Tage eine außergewöhnliche Kombination:

Erdbeben in Tokio.

Erdbeben im Norden.

Tsunami-Vorsorge in Kodomari.

Taifune auf den Wetterkarten.

Und vor ihm die Tsugaru Strait.

Köberl nimmt die Situation mit Respekt – und auch etwas Humor:

„Japan macht es spannend.“

Gleichzeitig zeigt ihm die Situation unmittelbar vor seinem nächsten großen Schwimmen einmal mehr, wie wenig sich die Natur kontrollieren lässt.

„Wir können trainieren, organisieren und planen. Aber am Ende entscheidet die Natur, welches Fenster sie uns gibt.“

Und noch ein Gedanke beschäftigt Köberl angesichts der Tsunami-Markierungen besonders:

„Ich bin hierhergekommen, um das Meer zu durchschwimmen. Gleichzeitig wird einem hier sehr eindrucksvoll vor Augen geführt, welchen Respekt man vor diesem Meer haben muss.“

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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