Insektenstiche: Sieben Tote pro Jahr und fast 1.000 stationäre Aufnahmen im Spital

Eine verstärkte Wespenpräsenz sorgt derzeit in Österreich wieder für Verunsicherung. Tatsächlich ist die Gefahr durch Insekten nicht unterschätzen. Wie eine Auswertung der Todesursachenstatistik durch den Bereich Sport- und Freizeitsicherheit im KFV zeigt, sind in den vergangenen zehn Jahren in Österreich insgesamt 68 Menschen nach Stichen durch Bienen, Wespen oder Hornissen verstorben. Pro Jahr sterben also fast sieben Menschen daran. Hinzu kommen pro Jahr im Schnitt fast 1.000 stationäre Behandlungen aufgrund von Insektenstichen inklusive Spinnen. Welche Präventivmaßnahmen gibt es?

Wien, 18. August 2026. In den Sommermonaten können Wespen, Hornissen und Bienen zur tödlichen Gefahr werden. Laut Todesursachenstatistik sind diese drei Insektenarten für den Tod von 68 Menschen in den vergangenen zehn Jahren (2016–2025) in Österreich verantwortlich. Mit 13 Todesfällen wurde im Jahr 2024 der höchste Wert innerhalb dieses Zehnjahreszeitraums registriert. 2025 kamen sieben Menschen nach Kontakt mit Hornissen, Wespen oder Bienen ums Leben (Bundesländerdaten s. Grafik im Anhang). „Leider reagieren manche Menschen auf Insektenstiche allergisch, daher ist es wichtig im Notfall rasch zu reagieren, die Rettung zu rufen und Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten. Ist die Allergie bereits bekannt, so kann man auch präventiv nach ärztlicher Rücksprache im Sommer immer ein sogenanntes Notfall-Set bei sich tragen, welches in der Regel Kortison-Tabletten, Antihistamin-Tabletten und einen Adrenalin-Pen enthält“, erklärt Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.

Rund 9.600 Personen mussten in zehn Jahren stationär behandelt werden
Beachtlich ist aber auch die Anzahl der stationären Aufenthalte wegen Insektenstichen in Österreich. Laut Spitalsentlassungsstatistik – hier ist derzeit nur der Zeitraum 2015 bis 2024 verfügbar – mussten in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 9.617 Personen nach Insektenstichen inklusive Spinnen stationär behandelt werden, das sind fast 1.000 Personen pro Jahr. Ambulanzen und der niedergelassene Bereich sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Im Notfall ist es jedenfalls wichtig, die Warnzeichen zu erkennen. Übliche Anzeichen für eine Allergie gegen Bienen- und Wespenstiche sind geschwollene Augen oder eine geschwollene Zunge. Hustenreiz und juckender Ausschlag am ganzen Körper können weitere Zeichen für allergische Reaktionen sein. Treten diese und andere Anzeichen auf, ist es wichtig rasch zu reagieren, Erste Hilfe einzuleiten und den Notruf (144) zu wählen. Dazu zählen je nach Situation etwa das Hochlagern der Beine, die stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit sowie notwendige Wiederbelebungsmaßnahmen.

Hastige Reaktionen vermeiden, damit die Insekten nicht zustechen
Unabhängig von den Erste-Hilfe-Maßnahmen sind auch Präventivmaßnahmen sehr wichtig. Die Wohnräume können beispielsweise mit Fliegengittern vor Insekten geschützt werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Fliegengitter keinen Schutz vor Fensterstürzen bieten, wenn kleine Kinder im Haus sind und sich die Fenster in oberen Stockwerken befinden. „Wird man von potenziell gefährlichen Insekten umkreist, sollten hastige Reaktionen vermieden werden, damit sich die Tiere nicht bedroht fühlen und zustechen. Beim Betreten von Grünflächen ist es außerdem ratsam, feste Schuhe zu tragen, so Dr. Trauner-Karner.

Personen mit bekannter Allergie sollten immer einen Allergiepass bei sich tragen und auch ihr näheres Umfeld über die Allergie informieren. Nach ärztlicher Rücksprache sollte außerdem das für sie notwendige Notfall-Set mitgeführt werden. Im Freien empfiehlt es sich, Abstand von Mistkübeln zu halten, da diese von Wespen besonders gerne umkreist werden. Auch Süßspeisen können Wespen anlocken. Besondere Vorsicht ist zudem beim Trinken aus Dosen oder dunklen Flaschen geboten, da hineingekrochene Insekten leicht übersehen werden können. Am besten wird aus Gläsern getrunken oder das jeweilige Gefäß nach jedem Schluck wieder fest verschlossen. Falls Wespen beim Haus nisten, sollte man diese von Fachleuten entfernen lassen.

KFV-Präventionstipps

  • Halten Sie sich im Freien von Mistkübeln fern, denn diese werden von Wespen besonders gerne umkreist. Auch Süßspeisen können diese anlocken. 
  • Vorsicht beim Trinken aus Dosen oder dunklen Flaschen. Am besten aus Gläsern trinken oder die Gefäße nach jedem Schluck fest verschließen. 
  • Falls Wespen beim Haus nisten, sollte man diese von Fachleuten entfernen lassen. 
  • Die Wohnräume mit Fliegengittern vor Insekten schützen
  • Keine hastigen Reaktionen, wenn man von potenziell gefährlichen Insekten umkreist wird, damit diese nicht in „Notwehr“ zustechen. 
  • Beim Betreten von Grünflächen ist es ratsam feste Schuhe zu tragen. 
  • Falls Sie allergisch sind, sollten Sie immer einen Allergiepass bei sich tragen und auch Ihrem näheren Umfeld über Ihre Allergie Bescheid geben. 

Todesfälle durch Kontakt mit Hornissen, Wespen oder Bienen in Österreich nach Bundesland und Jahr
Bildrechte: Auswertung KFV; Quelle: Todesursachenstatistik der Statistik Austria

Stationäre Spitalsbehandlungen
Bildrechte: Auswertung KFV; Quelle: Todesursachenstatistik der Statistik Austria

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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