Die Steiermark hat bereits 24.600 Kilometer Straßen – Bodenschutz muss Priorität bekommen

VCÖ: Platzsparende Mobilität forcieren, Ortskerne stärken, Zersiedelung stoppen 

VCÖ (Wien, 11. August 2026) – Österreichs Lebensmittelversorgung ist durch Klimawandel und Bodenversiegelung bedroht, warnte gestern die Hagelversicherung. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert als Konsequenz den verstärkten Schutz der Böden vor einer weiteren Verbauung durch zusätzliche Straßen oder Parkplätze. In der Steiermark sind bereits 482 Quadratkilometer Böden versiegelt, allein der Verkehr ist für 40 Prozent der Versiegelung verantwortlich, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der ÖROK zeigt. Das steirische Straßennetz ist bereits 24.643 Kilometer lang, informiert der VCÖ.

„Ein Weiter wie bisher hinterlässt verbrannte Erde und gewaltige Schäden. Es braucht ein rasches Umlenken hin zum Schutz der Böden vor weiterer Verbauung, etwa durch Straßen, Zersiedelung und Parkplätze“, fordert VCÖ-Experte Michael Schwendinger Konsequenzen aus den gestern von der Hagelversicherung präsentierten dramatischen Zahlen. Schon jetzt belaufen sich die Schäden allein für die Landwirtschaft durch die Hitze und Dürre auf eine Milliarde Euro. Und besonders besorgniserregend: Die Lebensmittelversorgung Österreichs ist bedroht.

Der VCÖ weist darauf hin, dass allein für den Verkehr in der Steiermark 194 Quadratkilometer versiegelt sind, das entspricht rund der eineinhalbfachen Fläche von ganz Graz. 

Bereits 24.643 Kilometer Straßen gibt es in der Steiermark, verdeutlicht der VCÖ. Im Bundesländer-Vergleich hat die Steiermark nach Niederösterreich das zweitgrößte Straßennetz. 

„Gerade im Verkehr liegen zahlreiche bessere Lösungen als der Bau neuer Straßen am Tisch. Der Öffentliche Verkehr kann viele Menschen transportieren und benötigt dafür wenig Fläche. Wenn durch Fahrgemeinschaften künftig im Schnitt zwei Personen im Auto sitzen, dann reduziert das die Zahl der Autos auf der Straße im Vergleich zu heute um rund 40 Prozent. Und das sind nur zwei Beispiele neben weiteren möglichen Maßnahmen“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. 

Die Klimawissenschaft ist sehr deutlich: Der heurige Sommer ist keine Ausnahme. Mit der weiteren Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre werden auch Extremwetterereignisse wie Hitze, Dürre, Stürme und Starkregen zunehmen. Der VCÖ fordert daher ein Straßenbaumoratorium und stattdessen die Umsetzung von Maßnahmen für eine effizientere, platzsparende Mobilität.

Zudem ist die Zersiedelung zu stoppen und stattdessen sind die Ortskerne zu stärken und zu beleben. Die Gemeinden und Städte sind zudem bei ihren Maßnahmen zur Entsiegelung und Begrünung stärker zu unterstützen. Der VCÖ fordert dafür einen bundesweiten Fonds, der aus einer Versiegelungsabgabe gespeist werden soll. Für versiegelte Flächen, wie beispielsweise Parkplätze, ist je nach Größe eine Abgabe zu entrichten.

VCÖ: Die Steiermark hat das zweitgrößte Straßennetz Österreichs

Niederösterreich: 36.305 Kilometer 

Steiermark: 24.643 Kilometer 

Oberösterreich: 20.824 Kilometer

Tirol: 11.883 Kilometer 

Kärnten: 11.868 Kilometer 

Salzburg: 9.204 Kilometer   

Burgenland: 9.124 Kilometer  

Vorarlberg: 2.913 Kilometer 

Wien: 2.855 Kilometer 

Österreich: 129.619 Kilometer
Quelle: BMIMI, VCÖ 2026 

Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. 

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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