Zum Welttag des Naturschutzes (28. Juli) schlägt der Naturschutzbund Alarm: Unter dem Deckmantel der „Vereinfachung“ droht eine massive Aufweichung der wichtigsten EU-Naturschutzrichtlinien. Doch der Naturschutzbund stellt klar: Das Problem ist nicht das Gesetz, sondern die unzureichende Umsetzung und fehlende Ressourcen in den Naturschutzabteilungen!


Der Baumpieper (l.) ist eine von vielen Vogelarten, die von den europäischen Naturschutzrichtlinien profitieren. Es liegt an jeder und jedem Einzelnen von uns, starke Naturschutzgesetze zu verteidigen: Unterstützen Sie jetzt die Kampagne „Hands off Nature“!
© Hans Glader, Hands off Nature
Ohne FFH- und Vogelschutzrichtlinie wären viele unserer Naturschätze längst verloren. Zahlreiche seltene Arten und wertvolle Lebensräume profitieren direkt von den verbindlichen europäischen Schutzstandards. Diese jetzt zu schwächen ist, als würde man die Straßenverkehrsordnung abschaffen, nur weil fahruntüchtige Autos im Graben landen: Nicht die Regeln sind schlecht, sondern der Zustand des Fahrzeugs! Die FFH- und Vogelschutzrichtlinie sind unerlässlich für den Erhalt von Arten und funktionierender Lebensräume wie Moore oder Auwälder. Das macht sie zu unserer Lebensversicherung in Zeiten der Klimakrise. Die Richtlinien setzen dort Grenzen, wo wirtschaftlicher Profit auf Kosten unserer Lebensgrundlagen geht.
Fitness-Check bewies: Die Gesetze wirken
Bereits 2016 bestätigte die EU-Kommission: Die Richtlinien sind zukunftsfit („fit for purpose“). Das Problem liegt am mangelnden Vollzug und fehlenden Geld in den Mitgliedstaaten. Der aktuelle „Stresstest“ der EU ist daher unnötig und gefährlich.
„Wer die Biodiversitäts- und Klimakrise bekämpfen und unsere Lebensgrundlagen erhalten will, muss bestehende Regeln stärken – nicht schwächen“, betont Naturschutzbund-Präsident Thomas Wrbka. „Statt wertvolle Ressourcen in voreingenommene Evaluierungen zu stecken, müssen wir sie endlich vor Ort in den Naturschutz investieren.“
Jetzt handeln: Zwei Wege zum Schutz der Natur
1. Fachliche Stellungnahme abgeben: Expert*innen, Behörden und Verbände aus Naturschutz, Wissenschaft und Raumplanung sind aufgerufen, bei der offiziellen EU-Konsultation zur Vereinfachung der Naturschutzrichtlinien qualifiziertes Feedback einzureichen.
2. Petition unterschreiben: Alle Bürger*innen können mit der europaweiten Kampagne ein klares Zeichen gegen den Abbau von Schutzstandards setzen: Hands off Nature-Petition.


















