In der Steiermark heuer bereits 57 Todesopfer durch Verkehrsunfälle

VCÖ: Mit verstärkten unfallvermeidenden Maßnahmen Menschenleben retten 

VCÖ (Wien, 30. Oktober 2026) – Seit Jahresanfang verloren in der Steiermark bereits 57 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Die größte Opfergruppe waren Pkw-Insassen, die zweitgrößte Motorradfahrende. Seit dem Jahr 2000 kamen 2.554 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, das sind etwa so viele Menschen wie Peggau Einwohnerinnen und Einwohner hat. Die Zahl der Verkehrstoten kann in der Steiermark mit unfallvermeidenden Maßnahmen deutlich reduziert werden, betont der VCÖ. 

“Verkehrsunfälle reißen Menschen plötzlich aus dem Leben. Für Angehörige ist der Unfalltod ein traumatischer Einschnitt. Ein Mensch, mit dem man gestern noch geredet und gelacht hat, ist plötzlich nicht mehr da”, weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf den großen Schmerz der Angehörigen von Unfallopfern hin. 

Heuer starben auf den steirischen Straßen bereits 57 Menschen bei Verkehrsunfällen – Jugendliche, Väter, Mütter, Großeltern, Freundinnen und Freunde. Die größte Opfergruppe waren in den ersten zehn Monaten nach vorläufigen Daten mit 20 Todesopfern Pkw-Insassen. Die zweitgrößte Opfergruppe waren Motorradfahrende mit 18 Todesopfern, die drittgrößte Fußgängerinnen und Fußgänger mit zehn Todesopfern, berichtet der VCÖ. 

“Wichtig ist bei den zentralen Faktoren für die Verkehrssicherheit anzusetzen: Das ist die Geschwindigkeit, das ist die Aufmerksamkeit und das ist die Infrastruktur”, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. Niedrigere Tempolimits reduzieren nachweisbar die Zahl der Verkehrsunfälle und retten Menschenleben. Geringere Geschwindigkeiten bedeuten einen kürzeren Anhalteweg und falls es zu einer Kollision kommt, erfolgt diese mit einem niedrigeren Tempo, was die Verletzungsschwere reduziert.

Sowohl die Erfahrungen in Österreich als auch international zeigen, dass auf Freilandstraßen mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 statt 100 km/h viele schwere Unfälle vermieden werden können. Ein Pkw, der bei Tempo 80 einen Anhalteweg – Reaktionsweg plus Bremsweg – von 51 Metern hat, steht mit Tempo 100 erst nach 74 Metern und hat nach 51 Metern noch eine Geschwindigkeit von 66 Stundenkilometern, verdeutlicht der VCÖ. Auch der Rückbau von Raserstrecken trägt dazu bei, schwere Unfälle zu vermeiden. Zentral sind auch verstärkte Tempokontrollen auf Freilandstraßen mit stationären Radargeräten sowie auf Unfallhäufungsabschnitten mit der sehr wirksamen Section Control. 

Für die Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern sind unfallvermeidende Maßnahmen im Ortsgebiet sehr wichtig. Dazu zählt ein Tempolimit von 30 statt 50 km/h insbesondere in Wohngebieten, im Schulumfeld und im Umfeld von Heimen für Seniorinnen und Senioren, erklärt der VCÖ. Tempo 30 statt 50 halbiert den Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg). Auch Verkehrsberuhigung, wie etwa Begegnungszonen, ein dichtes Netz an ausreichend breiten Gehwegen sowie übersichtliche Straßenübergänge reduzieren die Zahl der Fußgängerunfälle. Um die Sicht auf Kinder und andere Fußgängerinnen und Fußgänger, die einen Zebrastreifen überqueren möchten, zu verbessern, ist das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von derzeit fünf auf zehn Meter auszuweiten.

Eine der wichtigsten unfallvermeidenden Maßnahmen für den Radverkehr sind baulich getrennte Radwege. Vor allem zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet sind Geh- und Radwege für die Sicherheit aller, die zu Fuß oder mit dem Rad mobil sind, sehr wichtig. “Eine gute Radinfrastruktur ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um allen Bevölkerungsgruppen, von Kindern bis zu Seniorinnen und Senioren, sicheres Radfahren zu ermöglichen”, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Im Bundesländer-Vergleich war die Zahl der Verkehrstoten in der Steiermark gemeinsam mit Oberösterreich nach Niederösterreich (91 Todesopfer) am zweithöchsten. Österreichweit starben 304 Menschen im Straßenverkehr, die wenigsten in Wien mit acht.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer (0699)18932695 

VCÖ: In der Steiermark seit dem Jahr 2000 mehr als 2.500 Verkehrstote (Anzahl Verkehrstote in der Steiermark) 1.1. bis 29.10.2026: 57 Verkehrstote Jahr 2025: 68 Verkehrstote

Jahr 2024: 63 Verkehrstote
Jahr 2023: 81 Verkehrstote

Jahr 2022: 70 Verkehrstote
Jahr 2021: 50 Verkehrstote
Jahr 2020: 52 Verkehrstote

Jahr 2019: 72 Verkehrstote
Jahr 2018: 69 Verkehrstote
Jahr 2017: 76 Verkehrstote

Jahr 2016: 72 Verkehrstote
Jahr 2015: 77 Verkehrstote
Jahr 2014: 86 Verkehrstote

Jahr 2013: 73 Verkehrstote
Jahr 2012: 81 Verkehrstote
Jahr 2011: 72 Verkehrstote

Jahr 2010: 79 Verkehrstote
Jahr 2009: 91 Verkehrstote
Jahr 2008: 109 Verkehrstote

Jahr 2007: 115 Verkehrstote
Jahr 2006: 112 Verkehrstote
Jahr 2005: 123 Verkehrstote

Jahr 2004: 138 Verkehrstote
Jahr 2003: 183 Verkehrstote
Jahr 2002: 163 Verkehrstote

Jahr 2001: 161 Verkehrstote
Jahr 2000: 161 Verkehrstote
Summe: 2.554 Verkehrstote

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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