VCÖ: Mehr Tempo 30 und Verkehrsberuhigung umsetzen, Sicht auf Schutzwege und ihr Umfeld verbessern
VCÖ (Wien, 23. Oktober 2026) – Am kommenden Wochenende endet die Sommerzeit. Damit wird es früher dunkler. In der dunklen Jahreszeit nimmt die Zahl der Schutzwegunfälle stark zu, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Vorjahr gab es im November mit 22 die meisten Schutzwegunfälle in der Steiermark. Mehr Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50 sowie eine bessere Sicht auf Schutzwege und ihr Umfeld sind wirksame Maßnahmen, um die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger zu erhöhen, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass sich Fahrzeuglenkende einem Schutzweg nur mit einer solchen Geschwindigkeit nähern dürfen, dass sie ihr Fahrzeug erforderlichenfalls rechtzeitig davor anhalten können.
Der November war im Vorjahr jener Monat, in dem die meisten Schutzwegunfälle in der Steiermark passierten. Insgesamt wurden in der dunklen Jahreszeit – im November, Dezember und Jänner – bei Schutzwegunfällen insgesamt 44 Menschen verletzt, davon eine Person tödlich. “Auffallend ist, dass bei 89 Prozent der Schutzwegunfälle laut Polizei der Unfallgegner der Hauptunfallverursacher war und 77 Prozent der Schutzwegunfälle auf Straßen mit Tempolimit 50 passierten”, weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf zentrale Ergebnisse der aktuellen VCÖ-Analyse hin. Zudem ereignete sich jeder dritte Schutzwegunfall durch ein abbiegendes Fahrzeug.
Jeder zweite Schutzwegunfall im November, Dezember und Jänner ereignete sich bei Dunkelheit oder Dämmerung. Bei Tageslicht können Fußgängerinnen und Fußgänger Blickkontakt mit dem Fahrzeuglenker aufnehmen und damit erkennen, ob sie gesehen werden. Das ist bei Dunkelheit nicht möglich, das Licht blendet, im Fahrzeuginneren ist es dunkel.
Ein weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse: Zwar betrafen nur 25 Prozent der Schutzwegunfälle Seniorinnen und Senioren, aber mit 70 Prozent war ihr Anteil an den schwerverletzten Unfallopfern fast dreimal so hoch. Auch das einzige Todesopfer war mit 83 Jahren eine Seniorin. “Aufgrund ihres allgemeinen Gesundheitszustands haben ältere Menschen ein höheres Risiko bei einem Unfall schwer oder sogar tödlich verletzt zu werden. Deshalb sind für Seniorinnen und Senioren unfallvermeidende Maßnahmen, wie Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50, besonders wichtig”, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Keine der Seniorinnen und Senioren, die auf einem Schutzweg niedergefahren wurden, war Hauptunfallverursacher, macht der VCÖ aufmerksam. Eine zentrale Regel der Straßenverkehrsordnung StVO ist durch Bewusstseinsarbeit stärker in Erinnerung zu rufen: Ein Fahrzeug “darf sich einem Schutzweg nur mit einer solchen Geschwindigkeit nähern, dass das Fahrzeug vor dem Schutzweg anhalten kann”. Das heißt konkret: Tempo vor Schutzwegen reduzieren sowie bremsbereit und mit voller Aufmerksamkeit fahren. Generell ist auf Sicht zu fahren und bei schlechterer Sicht die Geschwindigkeit zu reduzieren.
Zudem fordert der VCÖ, die Sicht im Umfeld von Schutzwegen zu verbessern, zum einen durch die Beleuchtung der Schutzwege und ihres Umfelds und zum anderen durch die Ausweitung des bestehenden Park- und Halteverbots vor Schutzwegen von derzeit fünf auf zehn Metern. Denn vor dem Schutzweg parkende Fahrzeuge können Autofahrerinnen und Autofahrern die Sicht auf Menschen, die den Schutzweg überqueren möchten, verstellen, umso mehr als es zunehmend mehr hohe Automodelle und Kleintransporter gibt.
Als Fußgängerin beziehungsweise Fußgänger bei Dunkelheit und Dämmerung vor dem Betreten des Schutzweges warten bis das herannahende Auto steht.
VCÖ: In der Steiermark gab es im Vorjahr im November die meisten Schutzwegunfälle (Anzahl bei Schutzwegunfällen in der Steiermark verletzte Personen im Jahr 2025)
November: 22
September: 15
Dezember: 12
April: 12
Jänner: 10
August: 10
Juli: 10
Mai: 9
März: 7
Juni: 7
Oktober: 5
Februar: 4
Gesamtjahr: 123
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026













