Tipps zum sicheren Radfahren im Herbst in der Steiermark

VCÖ: Mit Fahrrad mobil zu sein, stärkt Gesundheit und Immunsystem, reduziert die Spritkosten 

Der Herbst ist auch in der Steiermark eine gute Radfahrzeit. Gerade im Herbst stärkt die Bewegung beim Radfahren die Gesundheit und das Immunsystem und beugt Erkrankungen vor. Wer kürzere Strecken mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegt, spart zudem Sprit und damit Geld, erinnert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Gerade auf Kurzstrecken ist der Spritverbrauch pro Kilometer hoch. Rund vier von zehn Autofahrten in der Steiermark sind kürzer als fünf Kilometer. Fürs sichere Radfahren im Herbst sind unter anderem eine gut funktionierende Beleuchtung und ein an die Fahrbahnverhältnisse angepasstes Tempo wichtig, betont der VCÖ.

Für einen Liter Diesel sind derzeit in der Steiermark durchschnittlich 2,13 Euro zu zahlen, für einen Liter Benzin 1,85 Euro. Durch den Iran-Krieg sind die Erdölpreise am Weltmarkt in die Höhe geschossen. “Spritsparen zahlt sich heuer besonders aus. Gerade bei kürzeren Distanzen ist das Fahrrad eine günstige Alternative zum Auto. Vor allem, da bei Kurzstrecken der Spritverbrauch pro Kilometer besonders hoch ist”, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. 

Auch der Herbst ist eine ideale Radfahrzeit. Das gilt umso mehr, als die Bewegung beim Radfahren das Immunsystem stärkt, was gerade im Herbst hilft, Erkrankungen vorzubeugen. Insgesamt ist der Gesundheitsnutzen des Radfahrens groß, weist der VCÖ auf die Ergebnisse medizinischer Studien hin. Wer möglichst oft kurze Strecken mit dem Fahrrad fährt statt im Auto zu sitzen, stärkt unter anderem das Herz-Kreislauf-System und baut negative Stresshormone ab. Auch auf das psychische Wohlbefinden wirkt sich die Bewegung beim Radfahren positiv aus. 

Der VCÖ hat Tipps für das sichere Radfahren im Herbst zusammengestellt. Da die Tage kürzer werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, bei Dämmerung oder Dunkelheit unterwegs zu sein. Deshalb ist eine gut funktionierende Beleuchtung sehr wichtig. Als Rücklicht empfiehlt der VCÖ ein sogenanntes Standlicht, das auch beim Stehen an der Kreuzung weiterleuchtet und die Sichtbarkeit für nachkommende Fahrzeuge auch an Kreuzungen sicherstellt. Weiters ist darauf zu achten, dass das Fahrrad mit den vorgeschriebenen Reflektoren ausgestattet ist: Nach vorne ist ein weißer Rückstrahler vorgeschrieben, nach hinten ein roter, beide dürfen in den Scheinwerfer oder das Rücklicht integriert sein. Neben Rückstrahlern an den Pedalen sind seitlich orange-gelbe Rückstrahler (sogenannte Katzenaugen) oder alternativ dazu reflektierende Reifen vorgeschrieben.

Im Herbst ist die Luft feuchter, und die Fahrbahn kann rutschiger sein, insbesondere durch feuchtes Laub. Deshalb ist das Tempo an die Fahrbahnverhältnisse anzupassen sowie achtsam und umsichtig zu fahren. Natürlich ist auch die Kleidung an die Temperaturen anzupassen. Bei niedrigeren Temperaturen sind Handschuhe und eine Fahrradhelm-Haube zu empfehlen. 

Insgesamt sinkt im Herbst die Zahl der Radfahrenden, insbesondere Radausflüge und Radsportfahrten nehmen ab. Das spiegelt sich auch in der Unfallstatistik wider. Im Vorjahr ging in der Steiermark in den Monaten Oktober bis Dezember die Zahl der Verletzten deutlich zurück. Im Vergleich zum dritten Quartal (Juli bis September) wurden im vierten Quartal mit 162 um 60 Prozent weniger Personen mit einem herkömmlichen Fahrrad im Straßenverkehr verletzt und mit 70 um 70 Prozent weniger Personen mit einem E-Bike, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt.

Für die Sicherheit der Radfahrerinnen und Radfahrer ist auch das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmenden entscheidend. So wurden im gesamten Vorjahr in Österreich laut Statistik Austria 73 Prozent der Unfälle zwischen Fahrrad und Pkw von Pkw-Lenkenden verursacht. Gerade im Herbst ist es aufgrund der schlechteren Sicht für Autofahrerinnen und Autofahrer wichtig, langsamer zu fahren, betont der VCÖ und erinnert an die Straßenverkehrsordnung, in der es im Paragraph 20 heißt: “Der Lenker eines Fahrzeugs hat die Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anzupassen.”

Wichtig für sicheres Radfahren ist eine gute Radinfrastruktur. “Gute Radwege ermöglichen es Menschen aller Altersgruppen, von Kindern bis zu älteren Menschen, sicher mit dem Rad fahren zu können. Umso wichtiger ist der weitere Ausbau des Radwegenetzes sowie verstärkte Verkehrsberuhigung in den Gemeinden und Städten”, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk abschließend fest. 

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699) 18932695 

VCÖ-Tipps zum sicheren Radfahren im Herbst

1. Auf gute Beleuchtung achten, als Rücklicht ist ein Standlicht zu empfehlen. Sichtbarkeit bringt Sicherheit. 

2. Darauf achten, dass das Fahrrad mit den vorgeschriebenen Reflektoren ausgerüstet ist (weißer Rückstrahler nach vorne, roter Rückstrahler nach hinten, beide dürfen in den Scheinwerfer oder das Rücklicht integriert sein; seitliche Rückstrahler oder reflektierende Reifen und Rückstrahler an den Pedalen)

3. Auch helle Kleidung erhöht die Sichtbarkeit

4. Auf gut funktionierende Bremsen achten

5. Die Fahrbahn kann durch nasses Laub rutschiger sein, daher besonders in Kurven und auf Brücken achtsam sein. Auch Kanaldeckel sind bei Nässe rutschiger. 

6. Insgesamt achtsam und umsichtig fahren.

7. Reifen mit gutem Profil verbessern die Bodenhaftung. 

8. Kette reinigen sowie ölen oder wachsen. Wer seit dem Frühjahr viel Rad gefahren ist, sollte das Fahrrad einem Service unterziehen (lassen). 

9. Nieselregen ist im Herbst häufig. Regenhose und Regencapes sorgen dafür, dass man trocken ans Ziel kommt. 

10. Kleidung den Temperaturen anpassen. Bei niedrigeren Temperaturen sind Handschuhe und eine Fahrradhelm-Haube zu empfehlen. 

Quelle: VCÖ – Mobilität mit Zukunft 2026

Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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