In der Steiermark kommen sechs von zehn Kindern täglich zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule

VCÖ: Schulweg ist für Kinder Chance auf regelmäßige Portion Bewegung zu kommen

Am Montag in einer Woche beginnt in der Steiermark wieder die Schule. Laut Erhebung des Mobilitätsministeriums kamen zuletzt sechs von zehn steirischen Kindern täglich zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule oder in den Kindergarten. Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen, kommen auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Zusätzlich erlangen sie Kompetenz für das richtige Verhalten im Straßenverkehr, wodurch sie auch in der Freizeit sicherer mobil sind. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, damit Kinder sicher zu Fuß und mit dem Rad mobil sein können.

41 Prozent der steirischen Kinder und Jugendlichen bis 15 Jahren gingen zuletzt (fast) täglich zu Fuß zur Schule beziehungsweise die unter 6-Jährigen in den Kindergarten. So ein Ergebnis der Studie “Aktive Mobilität 2026” des Mobilitätsministeriums. Weitere 17 Prozent fuhren (fast) täglich mit dem Rad. Zudem sind weitere elf Prozent mehrmals die Woche zu Fuß zur Schule mobil und sechs mehrmals die Woche mit dem Fahrrad. “Bewegungsmangel ist ein zunehmendes Problem bei Kindern und Jugendlichen. Der Schulweg ist die große Chance, dass sich Kinder regelmäßig bewegen, fünfmal die Woche, zweimal am Tag. Umso wichtiger ist es, dass die Verkehrsplanung in den Städten und Gemeinden Bedingungen schafft, unter denen Kinder sicher zu Fuß und mit dem Rad mobil sein können”, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Ein lückenloses Netz an ausreichend breiten Gehwegen, Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50 in den Wohnsiedlungen sowie sichere Straßenübergänge sind wichtige Maßnahmen, damit Kinder sicher zu Fuß mobil sind, betont der VCÖ. Bei Straßenübergängen ist wichtig, dass die Sicht auf die Kinder nicht durch parkende Autos oder andere Gegenstände verdeckt wird. Auch sind ablenkende Werbetafeln im Kreuzungsbereich zu entfernen. 

Wichtig ist eine kindgerechte Radinfrastruktur. “Ob viele oder wenige mit dem Rad zur Schule fahren, liegt nicht an den Kindern, sondern an der Verkehrsplanung vor Ort. Wo es Verkehrsberuhigung und ein gutes Netz an Radwegen gibt, fahren auch mehr Kinder mit dem Rad. Das ist eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Bewegungsmangel”, macht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk aufmerksam. Die Anzahl der Kinder, die in einer Stadt oder Gemeinde mit dem Rad unterwegs sind, ist ein guter Indikator für die Qualität der Radinfrastruktur. Wo viele Kinder Radfahren, schätzen Eltern die Bedingungen gut und sicher ein, wo wenige Kinder radeln, ist dies nicht der Fall. In der Steiermark fahren 23 Prozent der Kinder täglich oder mehrmals pro Woche mit dem Rad zur Schule, etwas häufiger als im Österreich-Schnitt, der bei 21 Prozent liegt.

Bis zur absolvierten Radfahrprüfung oder bis zwölf Jahre sind Kinder beim Radfahren zur Schule – selbstverständlich mit Helm – von einer erwachsenen Person zu begleiten. Sicheres Radfahren zur Schule ermöglichen Kindern auch sogenannte Bicibusse. Diese werden auf Initiative von Eltern beziehungsweise Elternvereinen umgesetzt. Kinder fahren in Begleitung von Erwachsenen auf einer definierten Route gemeinsam zur Schule. “Das gemeinsame Radfahren macht den Kindern Spaß, der Kreislauf kommt in Schwung, die Kinder sind ab der ersten Schulstunde munter und aufmerksam”, weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf weitere Vorteile hin.  

Schulwege sind dank zahlreicher Maßnahmen, wie beispielsweise Schülerlotsen und anderer Maßnahmen, sicherer als Freizeitwege. “Am Schulweg können Kinder Kompetenz im richtigen Verhalten im Straßenverkehr erlangen. Diese Erfahrung hilft ihnen bei all ihren Wegen, die sie in der Freizeit zurücklegen”, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Kindern, die von Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht werden, wird diese Chance genommen. 

Wer auf Gefahren- oder Problemstellen am Schulweg des Kindes stößt, sollte diese am besten der Gemeinde sowie der Schuldirektion melden. So können die zuständigen Stellen rasch Maßnahmen zur Entschärfung der Problemstelle prüfen und umsetzen. 

“Mit Schulbeginn werden wieder mehr Kinder unterwegs sein. Umso wichtiger ist es, besonders aufmerksam und rücksichtsvoll zu fahren. Kinder sind aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen, einem Schutzweg darf man sich nur mit einer solchen Geschwindigkeit nähern, dass man im Fall des Falles vor dem Schutzweg halten kann”, erinnert VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk an die Straßenverkehrsordnung.

Tipps sicherer Schulweg: www.vcoe.at

Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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