Seniorenunfallbilanz: Mehr als 266.000 Verletzte zeigen großes Präventionspotenzial bei Österreichs Bevölkerung

Viele Menschen wünschen sich möglichst lang aktiv und selbständig zu bleiben. Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten, dass die Zahl der Unfälle bei Menschen ab 65 Jahren stetig zunimmt: Laut der KFV-Unfalldatenbank IDB Austria mussten 2025 rund 266.100 Personen in dieser Altersgruppe nach einem Unfall im Spital behandelt werden – das ist der bislang höchste Wert seit Beginn der KFV-Aufzeichnungen. 2.553 Menschen ab 65 Jahren starben infolge eines Unfalls. Da sich ein großer Teil der Unfälle in den eigenen vier Wänden ereignet, empfiehlt das KFV an eine altersgerechte Anpassung der Wohnumgebung. Schon kleine Maßnahmen können dazu beitragen, Mobilität und Selbstständigkeit möglichst lang zu erhalten. 

Wien, 20. August 2026. Für viele Menschen beginnt mit der Pension eine aktive Lebensphase, in der mehr Zeit für Familie, Bewegung und neue Hobbys bleibt. Die aktuellen Unfallzahlen zeigen, dass daher auch Unfallprävention in dieser Lebensphase zunehmend wichtiger wird. Mussten im Jahr 2015 noch rund 218.300 Unfallopfer ab 65 Jahren in Österreichs Spitälern behandelt werden, waren es 2025 bereits 266.100 – ein Anstieg um rund 23 Prozent. Ein Teil dieser Entwicklung ist auch auf den Anstieg der Bevölkerung in dieser Altersgruppe zurückzuführen: Laut Statistik Austria gehörten 2025 bereits rund 1,86 Millionen Menschen der Generation 65 Plus an. Seit 2015 ist diese Altersgruppe um 275.749 Personen bzw. um rund 17 Prozent gewachsen. 

Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV, betont: „Älterwerden bedeutet nicht, auf Aktivität oder Selbstständigkeit verzichten zu müssen. Regelmäßige Bewegung und Sport tragen – neben einer sicher gestalteten Wohnumgebung – sehr gut dazu bei, das Unfallrisiko zu reduzieren. Prävention von Unfällen ist hierbei sehr wichtig, gleichzeitig kann damit aber auch das österreichische Pflegesystem entlastet werden.“ 

Viele Unfälle ereignen sich in den eigenen vier Wänden  
Tatsächlich passieren mit 64 Prozent die meisten Seniorenunfälle im Haushalt – an dem Ort, wo sich viele Betroffene oft besonders sicher fühlen. Das Wohnzimmer (17%), die Küche (12%) und das Schlafzimmer (11%) sind die unfallträchtigsten Bereiche in den eigenen vier Wänden. Mit Abstand die meisten Unfälle im Haushalt sind auf Stürze zurückzuführen. Meist werden diese durch Stolperfallen – wie etwa Kabel, Bodenunebenheiten oder herumliegende Gegenstände – sowie durch rutschige Böden ausgelöst. Aber auch auf Treppen kommt es immer wieder zu Stürzen.

Kopfverletzungen besonders ernst nehmen          
Knochenbrüche sind mit über 60 Prozent die häufigste Verletzungsfolge von Stürzen. Häufig sind die Handgelenke, Unterarme oder Oberschenkel betroffen – gerade Oberschenkelhalsbrüche sind schwerwiegende Verletzungen mit oft langwierigen Einschränkungen.  Kopfverletzungen kommen zwar seltener vor, können jedoch besonders tragisch enden: Durch den Aufprall können eine Gehirnerschütterung oder Blutungen im Kopf entstehen – vor allem Senior*innen sind altersbedingt anfälliger dafür. Bei Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, kann das Risiko einer Blutung zusätzlich erhöht sein. Stürze, bei denen der Kopf am Boden aufprallt, sind daher umgehend ärztlich abzuklären. Beschwerden können teilweise erst zeitverzögert auftreten, daher kann abwarten fatal enden. 

Schon kleine Maßnahmen können das Sturzrisiko senken          
Verletzungen können die Mobilität im Alltag vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und durch verschiedene Maßnahmen zu reduzieren. Dr. Trauner-Karner betont: „Regelmäßige Bewegung fördert Kraft, Gleichgewicht und Trittsicherheit. Aber auch kleine Anpassungen, die sich schnell in der Wohnumgebung umsetzen lassen, können einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit leisten. Dazu gehören eine gute Beleuchtung, das Entfernen von Stolperfallen, rutschhemmende Unterlagen sowie gut erreichbare Haltegriffe im Badezimmer. Auch gut sitzende und rutschfeste Schuhe können das Risiko für Sturzunfälle reduzieren. Wichtig ist es, diese Maßnahmen möglichst frühzeitig umzusetzen – nämlich bereits dann, wenn man sich noch gesund und fit fühlt.“      

Spitalsbehandelte Senior*innen nach Unfällen je Bundesland, 2025 (Quelle:  KFV IDB Austria 2025)

Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV © KFV/APA Fotoservice/Juhasz

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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