Knapp 60 Besucherinnen und Besucher informierten sich am 7. August im Kultursaal der Marktgemeinde Irdning-Donnersbachtal über die Bedeutung geschlechtersensibler Medizin. Vortragende war die gebürtige Altirdningerin Primaria Dr. Martina Lemmerer, MBA, FEBS.
Am 7. August lud die Marktgemeinde Irdning-Donnersbachtal zu einem informativen Vortragsabend zum Thema Gendermedizin. Um 19 Uhr begann der Vortrag „Gendermedizin – geschlechtersensible medizinische Behandlung und ihre Bedeutung für unsere Gesundheit“. Knapp 60 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer folgten den Ausführungen der gebürtigen Altirdningerin Primaria Dr. Martina Lemmerer, MBA, FEBS.
Begrüßt wurden die Gäste von Kulturreferent Andreas Leeb. Anschließend zeigte Dr. Lemmerer auf, dass sich medizinische Forschung und Behandlung über Jahrzehnte hinweg vielfach an einem vermeintlichen „Standardpatienten“ orientierten – männlich, rund 180 Zentimeter groß und 80 bis 85 Kilogramm schwer.
Heute weiß man, dass sich Frauen und Männer in zahlreichen gesundheitlichen Bereichen unterscheiden (können). Diese Unterschiede betreffen unter anderem Symptome, Krankheitsverläufe, Risikofaktoren und die Wirkung von Medikamenten und können daher für Diagnose und Therapie von entscheidender Bedeutung sein.
Anhand zahlreicher anschaulicher Beispiele vermittelte Dr. Lemmerer die Inhalte verständlich und praxisnah. Besonders eindrucksvoll war das Beispiel des Herzinfarkts: Während typische Beschwerden wie starke Schmerzen oder Druckgefühl im Brustbereich bei Männern häufig im Vordergrund stehen, äußern sich die Symptome bei Frauen zum Teil anders (zB Schmerzen im Oberbauch, extreme Müdigkeit). Das Wissen um solche Unterschiede kann im Ernstfall helfen, Erkrankungen früher zu erkennen und rascher die richtige Behandlung einzuleiten.

Der Vortrag machte deutlich, dass geschlechtersensible Medizin nicht bedeutet, Frauen und Männer grundsätzlich getrennt zu behandeln. Vielmehr geht es darum, medizinische Erkenntnisse differenziert anzuwenden und die individuellen Besonderheiten jedes Menschen stärker zu berücksichtigen.
„Gute Medizin muss den Menschen in seiner Individualität sehen“, lautete eine zentrale Botschaft des Abends. Damit leistete der Vortrag einen wichtigen Beitrag dazu, das Bewusstsein für eine moderne und individuell ausgerichtete Gesundheitsversorgung zu schärfen.
„Ein herzlicher Dank gilt Primaria Dr. Martina Lemmerer für den informativen und pointierten Vortrag sowie allen Besucherinnen und Besuchern für das große Interesse. Es war ein äußerst informativer und gelungener Abend“, so Kulturreferent Andreas Leeb.









