Novelle von Arthur Schnitzler

Das heurige Thema  bei der „Arche am Grundlsee“ heißt Dialoge, Duette und Zwiegespräch.
Passender hätte der Abend am 29. Juli 2026 mit Arthur Schnitzler und seiner Novelle „Leutnant Gustl“ gar nicht  gewählt werden, denn dieser innere Monolog von Leutnant Gustl zu seinen Ängsten, Vermutungen, Unterstellungen und Verdächtigungen samt Beleidigungen rund um seinen „Ehrenkodex“ waren beängstigend wahrhaftig.
Beklemmungen beim Zuhören hätte man fast bekommen, wie arm doch diese „Leutnantseelen“ seinerzeit waren, da über alles die „Ehre“ stand! Kammerschauspieler Franz Robert Wagner war „Leutnant Gustl“ mit Haut und Haaren, mit all seinen Schrullen und „ehrenhaften“ Charakterzügen.
Unerbittlich ist der Ehrenkodex der österreichisch- ungarischen Armee. Und so dachte und handelte Leutnant Gustl. Wagner erfüllte die Ansprüche großartig! In Gustls Kopf herrscht Chaos, nach einem Konzertabend „beleidigt“ ihn der Bäckermeister an der Garderobe und alle Zeichen des „Zweifelns an seiner Ehre“ beschäftigen ihn ab sofort bis zum Morgengrauen…..was soll er mit seinem Leben noch anfangen, wenn…? Die Gedankenwelt in seiner Egozentrik treibt ihn fast zum Selbstmord.
Doch alles entscheidet sich plötzlich zum Besseren, als er erfährt,dass sein möglicher Kontrahent in der Nacht, wo er durch Wien und den Prater irrt,an einem Herzinfarkt verstorben ist.
Dramatische „Vorlesestunden“ mit musikalischer  zusätzlicher Klavierspieldramatik durch Johannes Daxner, machten den Abend zum Erlebnis.
Man war wieder mitten drinnen in der Monarchie und dem vermaledeiten Ehrenkodex!

Text und Foto: Doris Bittmann

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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