In der Steiermark ist im 1. Halbjahr die Zahl der Verkehrstoten gestiegen: Mit Maßnahmen gegen zu hohes Tempo und Handy am Steuer die Verkehrssicherheit erhöhen

VCÖ (Wien, 1. Juli 2026) – In der Steiermark kamen seit Jahresbeginn 26 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, um drei mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. In den vergangenen drei Jahren verzeichnete die Steiermark im zweiten Halbjahr um rund 70 Prozent mehr Verkehrstote als im ersten Halbjahr. Umso wichtiger sind verstärkte Maßnahmen, um die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu verringern, betont der VCÖ.

Die Steiermark zählt mit Kärnten und Salzburg zu jenen drei Bundesländern, in denen heuer im ersten Halbjahr die Zahl der Verkehrstoten gestiegen ist. Nach vorläufigen Daten kamen 26 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, um drei mehr als nach endgültigen Daten im ersten Halbjahr 2025, informiert der VCÖ. Die größten Opfergruppen im ersten Halbjahr waren Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Pkw-Insassen (jeweils sieben Todesopfer). 

Die Entwicklung in den vergangenen drei Jahren gibt Anlass zur Sorge: In den Jahren 2023 bis 2025 starben in der Steiermark im zweiten Halbjahr insgesamt 134 Menschen im Straßenverkehr, um 56 mehr als im ersten Halbjahr, wie die VCÖ-Analyse zeigt. 

“Umso wichtiger sind weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen, um die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu verringern. Zentrale Faktoren für die Verkehrssicherheit sind zum einen das Tempo und zum anderen die Aufmerksamkeit”, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. Ein geringeres Tempo reduziert den Anhalteweg. Das Risiko für Unfälle sinkt, und falls es zu einem Unfall kommt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Unfall glimpflich endet. Daher spricht sich der VCÖ für mehr Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet aus sowie für Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen. 

Wesentlich sind auch mehr Tempokontrollen. Seit drei Jahren können die Bundesländer ihren Gemeinden ermöglichen, die Einhaltung der Geschwindigkeit im Ort selbst zu kontrollieren. Bisher hat einzig das Land Tirol eine sogenannte Übertragungsverordnung erteilt. “Im Ortsgebiet sind Kinder und ältere Menschen unterwegs. Werden Tempolimits missachtet, werden Gesundheit und Leben anderer gefährdet. Umso wichtiger ist es, auch den Gemeinden Geschwindigkeitskontrollen zu ermöglichen”, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Um die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu erhöhen, sind verstärkte Maßnahmen gegen Handy am Steuer wichtig. Die Bundesregierung ist gefordert, Handy am Steuer ins Vormerksystem aufzunehmen, wie das in der Mehrheit der EU-Staaten bereits der Fall ist. Außerdem sind die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, damit auch in Österreich sogenannte Handy-Blitzer eingesetzt werden können, um die Exekutive bei ihrer für die Verkehrssicherheit wichtigen Kontrollarbeit zu unterstützen. 

Für mehr Verkehrssicherheit sind auch präventive Maßnahmen sehr wichtig. So erhöht der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel die Verkehrssicherheit, betont der VCÖ. Der weitere Ausbau der Radinfrastruktur ist sehr wirksam, um die Sicherheit beim Radfahren zu erhöhen. 

VCÖ: Zahl der Verkehrstoten in der Steiermark heuer im 1. Halbjahr gestiegen (Verkehrstote in der Steiermark) 

1. Halbjahr 2026: 26 Verkehrstote (vorläufige Daten)

1. Halbjahr 2025: 23 Verkehrstote (endgültige Daten)

1. Halbjahr 2024: 28 Verkehrstote
1. Halbjahr 2023: 27 Verkehrstote

1. Halbjahr 2022: 37 Verkehrstote
1. Halbjahr 2021: 18 Verkehrstote

1. Halbjahr 2020: 23 Verkehrstote
1. Halbjahr 2019: 40 Verkehrstote 

1. Halbjahr 2018: 32 Verkehrstote
1. Halbjahr 2017: 23 Verkehrstote
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2026

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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