Steirische Mobilität wurde in den vergangenen 20 Jahren spritsparender und gesünder

VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark sucht Projekte und Konzepte für effiziente Mobilität und nachhaltigen Gütertransport

Die steirischen Haushalte tankten zuletzt um 72 Millionen Liter weniger Sprit als vor zwanzig Jahren. Insgesamt sind die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs binnen 20 Jahren um rund ein Fünftel gesunken, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Projekte und innovative Konzepte, die die Mobilität und den Gütertransport in Zukunft noch effizienter und nachhaltiger machen, sind beim diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark gesucht. Landesrätin Claudia Holzer, VCÖ und ÖBB rufen zur Teilnahme auf.

Landesrätin Claudia Holzer: “Ich bin fest davon überzeugt, dass es unter dem heurigen Motto ,nachhaltig.effizient.innovativ’ ebenso wieder viele, spannende weiß-grüne Einreichungen geben wird. Denn mit einer Forschungs- und Entwicklungsquote von knapp über fünf Prozent ist die Steiermark das innovativste Bundesland mit der höchsten Forschungsquote in Österreich. Dabei gibt es jede Menge innovativer Mobilitätsunternehmen.”

Der Verkehr in der Steiermark verursachte zuletzt pro Jahr rund drei Millionen Tonnen CO2, rund 7.500 Tonnen Stickoxide und rund 600 Tonnen Feinstaub. In die Autos der steirischen Haushalte fließen pro Jahr fast 490 Millionen Liter Sprit. Seit dem Jahr 2005 gingen in der Steiermark die CO2-Emissionen des Verkehrs um 18 Prozent zurück, die Feinstaub-Emissionen um 60 Prozent, die Stickoxid-Emissionen um fast 70 Prozent und die steirischen Haushalte tanken pro Jahr um rund 72 Millionen Liter weniger Sprit, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. 

“Allein die Verringerung des Verbrauchs um 72 Millionen Liter entlastet die Haushalte bei aktuellen Spritpreisen um mehr als 140 Millionen Euro pro Jahr. Gerade in Zeiten wie diesen zahlt sich die Reduktion des Spritverbrauchs besonders aus. Denn der Spritverbrauch hat auf die jährlichen Spritkosten einen noch größeren Einfluss als die Spritpreise”, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Zur Reduktion des Spritverbrauchs in den vergangenen 20 Jahren hat zum einen eine Reduktion der gefahrenen Kilometer um rund 45 Millionen beigetragen, sowie die Reduktion des Durchschnittsverbrauchs pro 100 Kilometer bei Benzin-Pkw von 7,9 auf 6,7 Liter und bei Diesel-Pkw von 6,9 auf 6,4 Liter.

Zum Rückgang des Spritverbrauchs hat auch beigetragen, dass die Steirerinnen und Steirer heute viel häufiger mit dem Rad mobil sind. In Graz nahm der Radverkehr von 14 Prozent im Jahr 2004 auf 18 Prozent im Jahr 2024 zu, die mit Auto zurückgelegten Wege gingen von 47 auf 38 Prozent zurück. In der gesamten Steiermark nahm der Radverkehr von sechs Prozent im Jahr 2013 um die Hälfte auf neun Prozent zu, informiert der VCÖ.

Der VCÖ hat Tipps zusammengestellt, wie Autofahrerinnen und Autofahrer Sprit und damit Geld sparen können. Langsamer fahren, gleiten statt rasen, vorausschauend fahren, Fuß frühzeitig vom Gaspedal nehmen, rasch in den nächsthöheren Gang schalten, niedrig tourig fahren, auf den richtigen Reifendruck achten und den Motor nicht am Stand laufen lassen.  

“Allein durch den Fahrstil kann der Verbrauch um 15 bis 20 Prozent gesenkt werden. Wer darüber hinaus kurze Strecken möglichst oft mit dem Fahrrad fährt, spart zusätzlich Sprit. Denn gerade auf Kurzstrecken ist der Verbrauch pro Kilometer besonders hoch”, erinnert VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Mit dem Klimaticket Steiermark kann durch den Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr viel Geld gespart werden. Wird das amtliche Kilometergeld zugrunde gelegt, entsprechen die aktuellen Kosten von 514 Euro für die Jahreskarte den Kosten von 1.028 Kilometern Autofahren. Für Pendlerinnen und Pendler rechnet es sich besonders, wenn die gesamte Strecke oder mit Park & Ride ein Teil der Strecke öffentlich gefahren wird. 

“Gerade jetzt braucht es innovative Projekte und Konzepte für eine nachhaltige, gesunde und kostengünstige Mobilität. Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark wollen wir jene Projekte vor den Vorhang holen, die schon heute zeigen, wie Mobilität und Güterverkehr der Zukunft aussehen”, ruft VCÖ-Experte Michael Schwendinger zur Teilnahme am VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark auf, der in Kooperation mit dem Land Steiermark und den ÖBB durchgeführt wird und vom Verkehrsverbund Steiermark, der Holding Graz und der Energie Steiermark unterstützt wird. Eingereicht können beispielsweise Projekte werden, die den Spritverbrauch und den Energieverbrauch deutlich reduzieren, etwa durch Maßnahmen von Unternehmen oder Gemeinden, die zum Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad motivieren oder das Bilden von Fahrgemeinschaften unterstützen. Oder Maßnahmen, die Kindern und Jugendlichen eine sichere und gesunde Mobilität zu Fuß und mit dem Fahrrad ermöglichen. Oder Firmen und Transportunternehmen, die Güter mit Elektro-Lkw oder auf der Schiene transportieren. Einreichungen sind bis zum 27. Mai möglich, Informationen und Einreichunterlagen zum VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark gibt es unter www.vcoe.at

Peter Wallis, Leiter des Regionalmanagements Steiermark der ÖBB-Personenverkehr AG: “Die Mobilität der Zukunft entsteht dort, wo Innovation auf Umsetzung trifft. Ob Digitalisierung, neue Mobilitätsformen oder intelligente Verknüpfung von Verkehrsmitteln – wir als ÖBB sind bestrebt, diese Entwicklungen, gemeinsam mit unseren Partnern, auf Schiene zu bringen.”

Informationen und Einreichunterlagen VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark: https://vcoe.at/mobilitaetspreis/steiermark

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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