Die Spitalsversorgung im Bezirk Liezen. Das PRO KLINIKUM STAINACH informiert

Die neue geplante Spitalsstruktur im Bezirk Liezen, dem flächenmäßig größten Bezirk der Steiermark bedeutet eine wesentliche Verschlechterung der Spitalsversorgung. Das Wahlversprechen der Erhaltung aller Standorte wurde nicht eingehalten, zusätzlich wurde der Bau des fertig geplante Leitspitals Klinikum Stainach entgegen Empfehlungen von Experten und Rechnungshof gestoppt. Die aktuellen Publikationen zeichnen ein optimistisches Bild, ohne auf die dramatische Verschlechterung einzugehen.
Demontage der Spitalsversorgung im Bezirk Liezen
Weite Wege in Nachbarbundesländer – Reduzierung der regionalen Versorgung
Versorgungssicherheit Die Vereinbarung mit Bad Ischl – soweit bekannt – ist jährlich kündbar. Das bedeutet, dass Oberösterreich die Zusammenarbeit jederzeit beenden kann und damit die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet ist. Zudem müssen nur Akutfälle aufgenommen werden. Für geplante Operationen ist weiterhin die Steiermark und damit in erster Linie Rottenmann zuständig.
Privatkliniken in Schladming und eventuell auch Bad Aussee Privatkliniken können ein bestehendes Angebot an Kassenplätzen ergänzen aber nicht ersetzen! Wenn nun in Schladming 2 Privatkliniken entstehen (Dr. Himmelstoss – im Bau befindlich und Diakonissen in den frei werdenden Räumen des Spitals) bedeutet das eine weitere Schwächung des Spitals für die Bevölkerung. Auch in Bad Aussee ist man auf der Suche nach einem Betreiber für die Nachnutzung des Spitals – auch das könnte eine Privatklinik werden. Im Leitspital Klinikum Stainach hätte man die Chance auf Betten in vergleichbarer Qualität ohne privat zahlen zu müssen.
Kosten Die bekanntgegebenen jährlichen Kosten von 3,8 Mio. für Bad Ischl werden in der Endabrechnung deutlich höher sein. Die Kosten für Schwarzach sind noch nicht bekannt. Wir gehen am Ende von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr aus. Diese Wertschöpfung wurde dem Bezirk Liezen entzogen und landet in anderen Regionen.
Bevölkerungsentwicklung / Wirtschaft Durch den Baustopp des Klinikums Stainach fehlt der Wirtschaft im Bezirk Liezen dieser Impuls einer Investition von rund 350 Mio. Euro. Dieses Geld wird nun – bezahlt von der Steiermark – teilweise in anderen Bundesländern landen. Darüber hinaus fehlen im Bezirk sowohl die Arbeitsplätze als auch die qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Ein modernes Spital wäre auch ein Argument für junge Familien, sich bei uns anzusiedeln.


Wohin müssen wir in Zukunft ins Spital?
Rottenmann wird in Zukunft großteils für die Versorgung des gesamten Bezirkes zuständig sein – ein altes Spital am Rande des Bezirkes, das vielleicht in den nächsten 12 bis 16 Jahren ausgebaut wird. Es gibt keine Erweiterung der Bettenzahl und keine Erweiterung der Abteilungen. Die 50 verbleibenden Betten in Schladming für Traumatologie und innere Medizin werden wohl aufgrund der Größe des Spitals bald auch in Frage gestellt werden. Geburten und Allgemein-Chirurgie (z.B. eine Blinddarmoperation) gibt es in Schladming in Zukunft nicht mehr.
Akutgeriatrie Bad Aussee Die Akutgeriatrie in Bad Aussee mit 20 Betten ohne Spitalsumgebung ist nach Expertenmeinung eine schlechte Lösung da gerade bei diesen Patienten oft Mehrfacherkrankungen vorliegen, die eine Spitalsbehandlung brauchen. Viele Krankentransporte nach Rottenmann und Bad Ischl sind die Folge. Da in Bad Aussee keine Dialysestation vorgesehen ist, können Dialysepatienten dort nicht aufgenommen werden.
Entfernungen
Scheinbar sind Entfernungen vom Wohnort zum Spital jetzt plötzlich nicht mehr wichtig? Aus Schladming fährt man eine Stunde bzw. ca. 60 Kilometer bis Schwarzach oder Rottenmann (z.B. Geburtenstation). Der Pötschenpass nach Bad Ischl scheint plötzlich für Bad Aussee kein Problem mehr zu sein. Der Bevölkerung des Ausseerlandes werden die bis zu 60 km bzw. eine Stunde Fahrzeit nach Rottenmann jetzt gerade als akzeptable Lösung verkauft. Der Zentralraum des Bezirkes ist sowieso der größte Verlierer und soll anstatt ein modernes Leitspital in der Mitte ein altes Spital am Rande des Bezirkes in Rottenmann akzeptieren. Die Alternativen Bad Aussee und Schladming sind weitgehend weggefallen.
Verlorene Investitionen Die mutwillige parteitaktische Vorgangsweise beim Leitspital Klinikum Stainach wird dem Steuerzahler rund 25 bis 35 Mio. Euro kosten. Genaue Auskünfte werden – noch – vom Gesundheitsfonds verweigert. Wir bleiben dran. Umgelegt auf die circa 60.000 Steuerzahler und Steuerzahlerinnen kostet das pro Person 500 Euro. Und das für eine schlechtere Versorgung!
Aufwachen – Politische Willkür – Zukunft des Bezirkes
Was derzeit im Bezirk Liezen passiert, ist populistische, politische Willkür. Wir müssen uns alle gemeinsam gegen diese Unverfrorenheit wehren. Jetzt eine fadenscheinige „Lösung“ durchboxen zu wollen ist fahrlässig! Die richtige Lösung liegt schon seit Jahren auf dem Tisch. Das Leitspital Klinikum Stainach!
Die Bürgermeisterin in Bad Ischl sieht die Lage problematisch, Schwarzach noch ungewiss, aber für unsere Politiker scheint alles eitle Wonne und kein Problem zu sein.
Also lassen wir uns nicht über den Tisch ziehen!
Das Richtige machen – Leitspital Klinikum Stainach.

Gemeinderäte der Marktgemeinde Stainach und Vorstand Pro Klinikum Stainach

Gemeinderäte der Marktgemeinde Stainach

Vorstand Pro Klinikum Stainach

Fotos: © Verein Pro Klinikum

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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