Schüler:innen sehen Nachholbedarf bei Vorbereitung auf ihre Zukunft

Laut einer bundesweiten Umfrage an Österreichs Schulen geben 2 von 3 Schüler:innen an, sich nicht ausreichend auf ihre Zukunft vorbereitet zu fühlen. Landesgeschäftsführerin Elisabeth Baumgartner fordert die Ausweitung der Bildungs- und Berufsorientierung.

Am Freitag, 13.03., präsentiert die Schülerunion Österreich ihre Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage mit mehreren tausend teilnehmenden Schüler:innen und äußert sich.

„Unsere Umfrage macht deutlich, dass viele Schüler:innen zu wenig Einblick in ihre Möglichkeiten nach der Schule haben. Deshalb braucht es in den Schulen mehr Zeit und Ressourcen für Bildungs- und Berufsorientierung.” Praktika, Informationsveranstaltungen oder Gespräche mit Fachkräften und Studierenden könnten helfen, frühzeitig realistische Vorstellungen über verschiedene Berufs- und Bildungswege zu entwickeln.

Dabei müsse klar sein, dass sowohl eine berufliche Ausbildung als auch ein Studium gleichwertige und wichtige Wege für die Zukunft junger Menschen seien. „Lehre und Studium dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beide Bildungswege leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft“, so Bundesobmann Maximilian Pech.

Angesichts der Umfrageergebnisse fordert er von Bildungsminister Christoph Wiederkehr eine stärkere Förderung der Berufs- und Studienorientierung an Schulen.

Neben einer besseren Orientierung sei auch die Sicherstellung grundlegender Kompetenzen entscheidend, betont Landesgeschäftsführerin Elisabeth Baumgartner.

„Alle Schüler:innen sollen nach der Sekundarstufe I sicher lesen, schreiben und rechnen können. Diese Grundkompetenzen sind die Basis für jede weitere Ausbildung – egal ob Lehre oder Studium“, erklärt Elisabeth Baumgartner.

Um frühzeitig auf mögliche Defizite reagieren zu können, spricht sie sich dafür aus, bereits in der 6. oder 7. Schulstufe Kompetenzmessungen durchzuführen. Die Ergebnisse sollen, sofern Defizite vorliegen, in individuellen Entwicklungsgesprächen zwischen Eltern, Schüler:innen und Lehrkräften besprochen werden. „Werden dabei Schwächen festgestellt, muss es gezielte Unterstützung durch individuelle Förderpläne geben“, so Baumgartner

Darüber hinaus schlägt sie vor, im ersten Semester der Abschlussstufe der Sekundarstufe I eine Prüfung über die grundlegenden Kompetenzen durchzuführen. Fällt diese negativ aus, soll eine verpflichtende Sommerschule besucht werden, gefolgt von einer Wiederholungsprüfung am Ende der Sommerschule. „Nur mit einem positiven Ergebnis soll ein weiterführender Bildungsweg möglich sein.“, erklärt Baumgartner. 

Besonders beim Thema Deutsch zeige sich die Bedeutung früher Förderung. In Wien beginnt in manchen Bezirken ein großer Teil der Kinder die Schule ohne ausreichende Deutschkenntnisse. „Diese Schüler:innen dürfen mit ihren Herausforderungen nicht allein gelassen werden. Es braucht gezielte und ausgebaute Unterstützung, damit sie ihre Defizite aufholen können“, Bundesobmann Maximilian Pech.

Gute Sprachkenntnisse seien eine wichtige Voraussetzung für Bildung, Ausbildung und den späteren Einstieg in den Arbeitsmarkt. „Es wäre den Schüler:innen gegenüber unfair, die bestehenden Probleme zu ignorieren. Wir müssen die Herausforderungen im Bildungssystem konsequent angehen und gemeinsam an Lösungen arbeiten“, so Bundesobmann Maximilian Pech abschließend.

Die Schülerunion ist mit über 30.000 Mitgliedern die größte Schüler:innenorganisation Österreichs, in der sich die Mitglieder ehrenamtlich engagieren. Durch ihr vielfältiges Serviceangebot, wie zum Beispiel dem Schulrechtsnotruf und diversen Weiterbildungen, gilt sie als wichtige Anlaufstelle für Schüler:innen. Darüber hinaus bringt sie ihre Forderungen in der Bundesschülervertretung (BSV) ein, in der sie im Schuljahr 2025/26 23 von 29 Mandaten stellt. Die Bundesschulsprecherin Hannah Scheidl kommt ebenfalls von der Schülerunion.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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