Forum Pro LKH Bad Aussee: Gesundheitssystem im Bezirk Liezen schon vor der Umstrukturierung an die Wand gefahren

Nicht nur die überhastete Dienstanweisung, im Krankenhausverbund Rottenmann-Bad Aussee keine orthopädischen Operationen mehr durchführen zu lassen, zeugt davon, mit welcher Wucht ein funktionierendes System von KAGes-Vorstand Gerhard Stark unter Duldung des Eigentümervertreters, Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP), an die Wand gefahren wurde. 

Letzte Abfahrt vom Loser, es ist Freitag, 6. Februar, 16 Uhr. Bei einem Sturz bricht sich eine Urlauberin den Unterschenkel und wird vom Team des Roten Kreuzes übernommen, welches zusätzlich den Notarzt anfordert. Ein geeignetes Zielkrankenhaus wird gesucht. LKH Bad Aussee – nicht möglich, da ab Mittag nicht mehr operiert werden kann. LKH Rottenmann – nicht möglich, da das ganze Wochenende nur ein Allgemeinchirurg und kein Unfallchirurg anwesend ist. LKH Bad Ischl – nicht möglich, da überfüllt und schon einige Patienten auf andere Häuser verwiesen werden mussten. Nach über 20 Minuten am Telefon eine Zusage vom Krankenhaus der Diakonissen in Schladming. Wertvolle Zeit, die durch  die Verkehrssituation auf der B 320 noch zusätzlich verlängert wird. Ankunft in Schladming drei Stunden nach dem Unfall um 19 Uhr. 

Das Rote Kreuz, welches hinkünftig vor allem die Aufgabe übernehmen muss, die Patienten über noch weitere Strecken durch die Steiermark oder nach Oberösterreich zu verbringen, ist schon jetzt vollkommen überlastet. Letzte Woche waren binnen einer Stunde drei Rettungsautos in Richtung Graz unterwegs. Zur Erinnerung: Der Stützpunkt Bad Aussee verfügt nur über drei voll ausgestattete Fahrzeuge …

Auch die von Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl immer wieder ins Rennen gebrachte Flugrettung über den ÖAMTC-Stützpunkt Niederöblarn steht – wetter- und sichtbedingt – nicht immer zur Verfügung. Zusätzliche Verlegungsflüge kosten jede Minute extrem viel Geld, welches  dem anfordernden Krankenhaus angerechnet wird. Man verschiebt somit die Kosten vom Spitalsbereich in den Transport per Helikopter oder Rettungsauto. Zusätzlich binden Überstellungsflüge die Rettungshubschrauber, womit diese bei Notfällen nicht zur Verfügung stehen. 

Was die „Dienstanweisung“ von den KAGes-Vorständen Gerhard Stark und Ulf Drabek anbelangt, so sei an dieser Stelle festgehalten, dass man bei der KAGes in den letzten Jahrzehnten hervorragend daran verdient hat, dass Chirurgen die Patienten – von einer Wahlarztpraxis kommend – operierten. Das war gelebte Praxis und ist weniger skandalös, als sich jetzt „dafür schämen zu müssen“, wie dies Gerhard Stark anmerkte. Schämen sollte sich der KAGes-Vorstand dafür, dass er aufgrund einer persönlichen Fehde alle Register zog und einen langgedienten Orthopäden am LKH Bad Aussee zum „Bauernopfer“ machte. Bei den operierten Personen handelte es sich um normal versicherte Patienten mit E-Card, die Anschuldigungen des KAGes-Vorstandes sind schlichtweg falsch und konstruiert – was sich aus Gedächtnisprotokollen von Zeugen, dem Ambulanzprotokoll sowie dem Dienstplan beweisen lässt. Die verunfallte Patientin, die den Auslöser für die „Dienstanweisung“ darstellte, wurde noch am selben Tag vom diensthabenden Allgemeinchirurgen, der keine Traumapatienten versorgt, zur operativen Versorgung ins LKH Rottenmann transferiert. Der beschuldigte Orthopäde war an diesem Tag gar nicht im Dienst. Ohne jeglicher Rücksprache oder Nachfrage durch die Führungskräfte wurde dieser jedoch medial an den Pranger gestellt. 

„Mit dieser Entscheidung wurden mehr als 30 Patienten, die bis Ende März am LKH Bad Aussee operiert werden sollten, vor den Kopf gestoßen. Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl hätte es in der Hand gehabt, diese Operationen noch abarbeiten zu lassen – aber er stellte sich hinter die KAGes-Führung und nicht vor die Bevölkerung, was seine Aufgabe wäre. Was KAGes-Vorstand Gerhard Stark damit unmissverständlich aufgezeigt hat, ist, dass es in der Steiermark nur einen Menschen gibt, der über Wohl und Weh der Bevölkerung entscheidet – und das ist weder Landeshauptmann Mario Kunasek noch Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl“, so der Sprecher des Forums „Pro LKH Bad Aussee“, Herbert Angerer, abschließend.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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