VCÖ: Es braucht mehr sparsame Modelle am Neuwagenmarkt
Im Vorjahr wurden in der Steiermark so viele SUV neu zugelassen wie noch nie, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Der SUV-Anteil ist auf fast 53 Prozent gestiegen. Jeder zweite SUV hat einen Hybridantrieb. Innerhalb der Steiermark war der SUV-Anteil in Leoben am niedrigsten und im Bezirk Liezen am höchsten. Auf EU-Ebene braucht es verbesserte Vorgaben für die Hersteller, damit mehr sparsame Modelle auf den Markt kommen, betont der VCÖ
Während insgesamt im Vorjahr um 17 Prozent mehr Pkw in der Steiermark neu zugelassen wurden, nahm die Zahl der SUV mit 33 Prozent fast doppelt so stark zu, macht der VCÖ aufmerksam. Mit 21.495 wurden in der Steiermark so viele SUV wie noch nie neu zugelassen. “Unter den SUV gibt es auch kleinere Modelle. Das Problem ist, dass auch kleinere SUV in der Regel mehr Energie zum Fahren benötigen als vergleichbare herkömmliche Modelle. Die großen SUV wiederum verursachen nicht nur durch ihre Breite Probleme”, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Gefordert ist die EU, durch bessere Vorgaben dafür zu sorgen, dass die Hersteller mehr schlankere, kleinere und energiesparende Modelle auf den Markt bringen, denn “das Angebot bestimmt die Nachfrage”, so VCÖ-Experte Schwendinger.
Innerhalb der Steiermark hat Leoben vor den Bezirken Voitsberg und Weiz den niedrigsten SUV-Anteil, im Bezirk Liezen ist der SUV-Anteil am höchsten, wie die VCÖ-Analyse zeigt.
Jeder zweite neue SUV in der Steiermark hat einen Hybridantrieb, davon ist wiederum jeder vierte ein Plug-in-Hybrid, der über das Stromnetz geladen werden kann. Das Problem bei Plug-in-Hybriden: Ihr realer Spritverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß sind im Schnitt um ein Vielfaches höher als die Herstellerangaben. EU-weit ist der reale CO2-Ausstoß im Schnitt fast viermal so hoch wie auf dem Papier angegeben, informiert der VCÖ. Bei keiner Antriebsform ist der SUV-Anteil so hoch wie bei Plug-In Hybride: Sieben von zehn Plug-in-Hybriden sind SUV.
Plug-in-Hybride sind deutlich schwerer als andere Pkw. Laut Umweltbundesamt waren die in Österreich neu zugelassenen Benzin-Hybride im Jahr 2023 (aktuellste Daten) mit durchschnittlich 2.063 Kilogramm um 760 Kilogramm schwerer als Benzin-Pkw, die Diesel-Plug-in-Hybride waren im Schnitt sogar 2.470 Kilogramm schwer und damit um 810 Kilogramm schwerer als durchschnittliche Diesel-Pkw. Je schwerer ein Auto ist, desto größer ist zudem der Reifenabrieb, was wiederum die Belastung durch Mikroplastik erhöht, weist der VCÖ auf einen weiteren Nachteil hin.
Auch bei E-Pkw ist der SUV-Anteil hoch. Jeder vierte SUV ist ein Elektroauto, und 59 Prozent der im Vorjahr neu zugelassenen Elektroautos waren laut Statistik Austria SUV. “Auch bei Elektroautos nimmt mit dem Gewicht der Verbrauch zu. Eine Entwicklung, die es Österreich erschwert, beim Strom rascher einen Anteil von 100 Prozent erneuerbarer Energie zu erreichen”, drängt VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf politische Vorgaben, damit die Hersteller mehr sparsame Modelle auf den Markt bringen.
Deutlich mehr Sparsamkeit ist auch bei den Benzin- und Diesel-Pkw notwendig. Sie sind vom 3-Liter-Auto, das bereits in den 1990er-Jahren von den Herstellern versprochen wurde, weit entfernt. Österreichweit verbrauchen die neuen Benzin-Pkw am Papier im Schnitt 5,5 Liter pro 100 Kilometer, die neuen Diesel-Pkw sogar 6,2 Liter. “Der Spritverbrauch hat einen größeren Einfluss auf die Spritkosten als der Spritpreis. Ein Mehrverbrauch von zwei Liter pro 100 Kilometer verursacht pro 100.000 Kilometer Mehrkosten von rund 3.000 Euro”, verdeutlicht VCÖ-Experte Michael Schwendinger.
Der CO2-Ausstoß der neuen Diesel-Pkw ist im Schnitt um 14 Prozent höher als jener der Benzin-Pkw. Zusätzlich stoßen auf den gesamten Pkw-Bestand bezogen Diesel-Pkw laut Umweltbundesamt pro Kilometer dreieinhalbmal so viele Feinstaubpartikel und siebenmal so viele Stickoxide aus wie Benzin-Pkw. “Auch das zeigt, dass die Steuerbegünstigung von Diesel absolut ungerechtfertigt ist und endlich abzuschaffen ist”, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.
Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695
VCÖ: SUV-Anteil an Neuwagen in der Steiermark so hoch wie noch nie (SUV-Anteil an Pkw-Neuzulassungen in der Steiermark)
Jahr 2025: 52,8 Prozent
Jahr 2024: 46,5 Prozent
Jahr 2023: 46,7 Prozent
Jahr 2022: 43,3 Prozent
Jahr 2021: 41,0 Prozent
Jahr 2015: 24,2 Prozent
Jahr 2010: 13,2 Prozent
Jahr 2005: 7,2 Prozent
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026
VCÖ: 8 von 10 SUV fahren zur Gänze oder teilweise mit Benzin oder Diesel (Antriebe der im Jahr 2025 in der Steiermark neuzugelassenen SUV und Geländewagen)
Hybrid-Pkw: 52,4 Prozent (14,4 Prozent Plug-In-Hybride, 38 Prozent herkömmliche Hybride)
Verbrenner-Pkw (Benzin, Diesel): 26,8 Prozent
E-Pkw: 20,8 Prozent
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026
VCÖ: Den niedrigsten SUV-Anteil hat Leoben (Anteil SUV und Geländewagen an den Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2025, in Klammer Anzahl)
Bezirk Liezen: 65,6 Prozent (4.212)
Pol. Exp. Bad Aussee: 56,8 Prozent (142)
Pol. Exp. Gröbming: 55,4 Prozent (334)
Bezirk Murau: 53,0 Prozent (286)
Bezirk Südoststeiermark: 53,0 Prozent (1.134)
Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 52,6 Prozent (1.472)
Bezirk Leoben Umgebung: 52,6 Prozent (831)
Bezirk Murtal: 51,4 Prozent (1.105)
Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 51,1 Prozent (1.651)
Bezirk Deutschlandsberg: 50,9 Prozent (806)
Bezirk Graz Umgebung: 50,9 Prozent (1.790)
Bezirk Leibnitz: 50,2 Prozent (1.238)
Graz: 49,1 Prozent (4.090)
Bezirk Weiz: 47,5 Prozent (1.449)
Bezirk Voitsberg: 47,3 Prozent (655)
Leoben: 45,7 Prozent (300)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026
Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.
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