In der Steiermark ging im Vorjahr die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle deutlich zurück

VCÖ: Verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem nötig
Die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle ist in der Steiermark im Vorjahr deutlich zurückgegangen, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten des Innenministeriums hin. Nach elf Todesopfern im Jahr 2024 kamen im Vorjahr fünf Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben. Drei der fünf Todesopfer waren älter als 70 Jahre. Infolge des demografischen Wandels wird die Zahl der älteren Menschen künftig stark steigen. Umso wichtiger sind verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem, wie mehr Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet.

Fünf Fußgängerinnen und Fußgänger wurden im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in der Steiermark tödlich verletzt, um sechs weniger als im Jahr 2024, weist der VCÖ auf Daten des Innenministeriums hin. Die bisher niedrigste Opferzahl wurde im Jahr 2021 mit zwei verzeichnet.

Seniorinnen und Senioren sind die größte Opfergruppe bei den tödlichen Fußgängerunfällen, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Drei der fünf Todesopfer waren älter als 70 Jahre. “Unser Verkehrssystem muss auf ältere Menschen mehr Rücksicht nehmen, umso mehr als durch den demografischen Wandel die Zahl älterer Menschen in den kommenden Jahren stark zunehmen wird”, macht VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky aufmerksam. Laut Bevölkerungsprognose der Statistik Austria steigt in der Steiermark die Zahl der Generation 65 plus in den kommenden zehn Jahren um 65.000 auf rund 350.000 im Jahr 2035, die Generation 75 plus nimmt um 30.000 auf 168.000 zu.

“Aufgrund des schlechteren Gesundheitszustands ist bei älteren Menschen das Risiko tödlicher Verletzungen bei Unfällen höher. Deshalb sind unfallvermeidende Maßnahmen so wichtig”, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Und das Verkehrssystem muss fehlertoleranter werden. Wo Menschen unterwegs sind, passieren Fehler. Das Verkehrssystem ist so zu gestalten, dass Fehler möglichst keine fatalen Folgen haben.

Der VCÖ spricht sich daher für mehr Verkehrsberuhigung in den Städten und Gemeinden sowie mehr Tempo 30 statt 50 aus. Bei Tempo 50 ist der Anhalteweg (Summe von Reaktions- und Bremsweg) doppelt so lang wie bei Tempo 30. Wird ein Fußgänger mit 50 km/h angefahren, ist das Risiko tödlicher Verletzungen vier bis fünfmal so hoch wie bei 30 km/h. Zudem sind in Siedlungsbereichen baulich getrennte Gehwege entlang von Freilandstraßen für die Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern sehr wichtig.

Der VCÖ erhebt nun mit einer Umfrage, wie zufrieden Fußgängerinnen und Fußgänger mit den Bedingungen zum Zu-Fuß-Gehen in ihrem Wohnort sind. An der Umfrage kann online unter www.vcoe.at teilgenommen werden.

Gefordert ist auch die Bundesregierung. Das Delikt “Handy am Steuer” soll endlich auch in Österreich ins Vormerksystem aufgenommen werden, wie das in den meisten EU-Staaten bereits der Fall ist. “Handy am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht und langsam wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille”, verdeutlicht VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.

Österreichweit kamen im Vorjahr 53 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben, um fünf mehr als im Jahr 2024. Im Bundesländer-Vergleich hatte die Steiermark die fünfthöchste Opferzahl. Die meisten tödlichen Fußgängerunfälle gab es mit jeweils zehn in Niederösterreich und Wien. Nur in Vorarlberg wurde das Ziel “kein tödlicher Fußgängerunfall” erreicht.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer (0699) 18932695

VCÖ: Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle im Vorjahr in der Steiermark gesunken (im Straßenverkehr tödlich verletzte Fußgängerinnen und Fußgänger)

Jahr 2025: 5 Todesopfer (vorläufige Daten)

Jahr 2024: 11 Todesopfer (endgültige Daten)

Jahr 2023: 10 Todesopfer
Jahr 2022: 6 Todesopfer

Jahr 2021: 2 Todesopfer
Jahr 2020: 8 Todesopfer

Jahr 2019: 8 Todesopfer
Jahr 2018: 6 Todesopfer

Jahr 2017: 13 Todesopfer
Jahr 2016: 14 Todesopfer

Jahr 2015: 13 Todesopfer
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: In Niederösterreich und Wien passierten die meisten tödlichen Fußgängerunfälle (Bei Verkehrsunfällen tödlich verletzte Fußgängerinnen und Fußgänger im Jahr 2025, in Klammer Jahr 2024)

Niederösterreich: 10 (8)
Wien: 10 (6)

Tirol: 9 (5)
Oberösterreich: 8 (5)

Steiermark: 5 (11)

Burgenland: 4 (1)
Kärnten: 4 (5)

Salzburg: 3 (6)

Vorarlberg: 0 (1)
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2026

Der “VCÖ – Mobilität mit Zukunft” ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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