Bei Alkoholunfällen werden in Österreich pro Jahr durchschnittlich 3.354 Menschen im Straßenverkehr verletzt und 30 getötet. Das sind mehr als neun Verletzte pro Tag, wie eine Auswertung durch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) zeigt. Besonders auffällig: Fast neun Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschäden im Dezember sind Alkoholunfälle. In keinem anderen Monat ist der Anteil an Alkoholunfällen höher. Angesichts der bevorstehenden Weihnachtsmarktsaison 2026 warnt das KFV vor den Gefahren von Alkohol im Straßenverkehr und zeigt elf Irrtümer auf, die fatale Folgen haben können.
Wien, 05. November 2026. Bereits am morgigen Freitag eröffnet der Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Schönbrunn. Ab Mitte November kommt dann die Christkindlmarktsaison so richtig in Schwung. Glühwein, Punsch und andere alkoholische Getränke gehören dabei für viele Menschen einfach dazu. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) warnt allerdings davor sich betrunken ans Steuer zu setzen.
Im Dezember ist der Anteil an Alkoholunfällen am höchsten
Pro Jahr werden in Österreich durchschnittlich 3.354 Menschen bei Alkoholunfällen verletzt und 30 getötet, wie eine KFV-Auswertung der Verkehrsunfallstatistiken 2023 bis 2025 zeigt (Bundesländer-Daten s. Anhang). Das entspricht mehr als neun Verletzten pro Tag. Wie viele der an diesen Unfällen beteiligten Alkolenker vor dem Unfall einen Adventsmarkt besucht haben, ist nicht bekannt. Auffällig ist aber der hohe Anteil an Alkoholunfällen im Dezember.
Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, erklärt dazu: „Im Winter ereignen sich generell weniger Verkehrsunfälle als in den Sommermonaten, weil weniger Fahrzeuge unterwegs sind. Auch die absolute Zahl der Alkoholunfälle ist im Winter geringer. Betrachtet man allerdings den Anteil der Alkoholunfälle am gesamten Unfallgeschehen pro Monat, so liegt der Dezember an der Spitze: Fast neun Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschäden im Dezember sind Alkoholunfälle. In keinem anderen Monat ist der Anteil so hoch.“
Angesichts der beginnenden Weihnachtsmarktsaison warnt der Verkehrssicherheitsexperte davor, die Auswirkungen von Alkohol im Straßenverkehr zu unterschätzen: „Bitte setzen Sie sich im alkoholisierten Zustand nicht ans Steuer. Bereits bei 0,5 Promille verdoppelt sich das Unfallrisiko im Vergleich zum nüchternen Zustand. Bei 1,2 Promille ist es sogar zwölf Mal so hoch.“
E-Scooter: Bei 13 Prozent der Unfälle ist Alkohol im Spiel
Besonders hoch ist der Anteil der Alkoholunfälle mit E-Scootern. Bei 13 Prozent aller Unfälle mit verletzten E-Scooter-Fahrenden war im Zeitraum 2023 bis 2025 Alkohol im Spiel. Das ist der höchste Anteil unter allen Verkehrsarten. Zum Vergleich: Bei Pkw-Unfällen liegt der Anteil (im Jahresschnitt) bei vier Prozent. Seit 1. Mai 2026 gilt für E-Scooter-Fahrende in Österreich deshalb eine strengere Alkoholgrenze von 0,5 statt bisher 0,8 Promille. Wer dagegen verstößt, gefährdet nicht nur sich selbst und andere, sondern muss auch mit empfindlichen Strafen rechnen. Bei einer Alkoholisierung zwischen 0,5 und unter 0,79 Promille drohen bei E-Scooter-Fahrten Geldstrafen von bis zu 726 Euro. Ab 1,6 Promille beträgt der gesetzliche Strafrahmen aber beispielsweise bereits 1.600 bis 5.900 Euro.
KFV-Tipps: Diese elf Irrtümer sollte man beim Alkoholkonsum nicht begehen
„Ich lenke das Auto eh nur beim Hinfahren“: Wer am Weihnachtsmarkt Alkohol trinken möchte, sollte das Auto am besten gleich zu Hause lassen. So kommt man erst gar nicht in Versuchung, sich auch am Heimweg ans Steuer zu setzen.
„Ein Getränk geht noch“: Versuchen Sie niemals, sich an die gerade noch erlaubte Promillegrenze heranzutrinken. Auch geringere Mengen Alkohol erhöhen die Unfallgefahr. Zudem besteht die Gefahr, dass man im Fall eines Unfalls auch bei einer Alkoholisierung unter 0,5 Promille eine Teilschuld zuerkannt bekommt.
„Komm schon, trink noch eines mit“: Lassen Sie sich nicht zum Alkoholkonsum überreden und drängen Sie auch andere nicht dazu, vor allem dann nicht, wenn diese noch ein Fahrzeug lenken müssen.
„Wenn ich viel esse, schlägt der Alkohol nicht so an“: Essen kann die Aufnahme von Alkohol im Blut verzögern, verhindert sie aber nicht. Auch ein voller Magen schützt daher nicht vor dem Betrunken werden.
„Ich fühle mich noch fit, also kann ich fahren“: Das subjektive Empfinden ist kein verlässlicher Maßstab für die Fahrtüchtigkeit. Alkohol kann die Selbsteinschätzung, das Reaktionsvermögen, die Aufmerksamkeit und das Sehvermögen bereits deutlich einschränken.
„Ein starker Kaffee macht mich wieder nüchtern“: Kaffee, kaltes Wasser oder frische Luft beschleunigen die notwendige Zeit für den Alkoholabbau nicht.
„Bis ich heimfahre, bin ich wieder nüchtern“: Verlässliche Berechnungen, wann man wieder unter einem bestimmten Promillewert liegt, sind kaum möglich, zumal man den Alkohol in der Regel verteilt über den Nachmittag oder Abend konsumiert. Der Körper baut Alkohol auch nur langsam ab. Pro Stunde sind es zirka 0,1 Promille.
„Dann fahre ich eben mit dem E-Scooter oder Fahrrad heim“: Auch bei E-Scootern und Fahrrädern erhöht Alkohol die Unfallgefahr deutlich. Wer alkoholisiert fährt, riskiert nicht nur schwere Unfälle, sondern auch rechtliche Konsequenzen.
„Zu Fuß kann mir nichts passieren“: Auch zu Fuß erhöht Alkohol das Unfallrisiko. Besonders bei Dunkelheit, schlechter Sicht oder Glatteis. Gehen Sie möglichst in nüchterner Begleitung, tragen Sie rutschfeste Schuhe sowie gut sichtbare Kleidung. Und überqueren Sie Straßen nur an übersichtlichen Stellen.
„Am nächsten Morgen bin ich wieder nüchtern“: Nach ausgiebigem Alkoholkonsum kann auch am nächsten Morgen noch Restalkohol im Blut vorhanden sein. Schlaf oder eine kalte Dusche beschleunigen den Alkoholabbau nicht. Auch das vermeintliche „Reparatur-Seidl“ hilft nicht bei der Regeneration, sondern lässt den Alkoholgehalt im Blut wieder steigen.
„Man wird eh nicht kontrolliert“: Stimmt gar nicht, denn die österreichische Polizei führt jährlich ca. 1,9 Millionen Alkotests durch – und in der Adventzeit besonders intensiv!

Durchschnittliche Zahl der Verletzten und Getöteten bei Alkoholunfällen in Österreich und in den Bundesländern pro Jahr.
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