GeoSphere Austria: Leistungsstärkeres Vorhersagsystem für den Alpen-Adria-Raum

Mit dem C-LAEF AlpeAdria kommt ein modernisiertes Vorhersagesystem zum Einsatz, das die lokalen Wetterphänomene im Alpenraum detailreicher und qualitativ besser prognostizieren kann. Es liefert acht Mal am Tag aktualisierte Vorhersagen inklusive Unsicherheitsabschätzung für die kommenden 60 Stunden auf einem Ein-Kilometer-Raster.

Das neue Vorhersage-System C-LAEF AlpeAdria ist seit kurzem in Betrieb und steht jetzt auch im Data Hub der GeoSphere Austria der Öffentlichkeit als Open Data zur Verfügung. C-LAEF AlpeAdria, das für Co-Operated Limited Area Ensemble Forecasting for the AlpeAdria region steht, wurde gemeinsam mit den Partnerwetterdiensten ARSO (Slowenien) und DHMZ (Kroatien) entwickelt und wird gemeinsam operationell betrieben. „Die Kooperation mit europäischen Wetterdiensten in der numerischen Wettervorhersage hat bei GeoSphere Austria eine lange Tradition. Die gemeinsame Entwicklung und insbesondere der gemeinsame Betrieb des Vorhersagesystems mit ARSO und DHMZ stellen für uns jedoch einen Meilenstein in der internationalen Zusammenarbeit dar“, freut sich Christoph Wittmann, Leiter der Abteilung Analyse und Modelle bei der GeoSphere Austria.

Nach der Operationalisierung wird C-LAEF AlpeAdria nun schrittweise in die verschiedenen Services und Produkte der GeoSphere Austria integriert. Die erste Anwendung lag über den Sommer in der Unterstützung der Meteorologinnen und Meteorologen bei der Erstellung von Prognosen sowie bei der Warn- und Informationstätigkeit. Parallel wurden die Daten für den GeoSphere Austria Data Hub aufbereitet, wo nun die aktuellsten Vorhersagedaten als Open Data direkt über Programmierschnittstellen und als Massendownload verfügbar sind.

Deutlich feinerer Raster

C-LAEF AlpeAdria basiert auf einer umfassend weiterentwickelten Version des AROME Wettermodells und rechnet auf einem deutlich feineren Raster als bisherige Systeme (ein Kilometer statt bisher 2,5 Kilometer). Dadurch werden Wetterphänomene im Alpenraum detaillierter und präziser simuliert. Zudem ermöglicht C-LAEF AlpeAdria eine deutlich verbesserte Quantifizierung der Prognoseunsicherheit (acht Ensembleläufe pro Tag statt bisher zwei). „Mit der Inbetriebnahme von C-LAEF AlpeAdria ist die Entwicklung keineswegs abgeschlossen“, betont Wittmann. Weitere Entwicklungsschritte seien geplant. „Ein besonderer Fokus liegt künftig auf der Verknüpfung mit dem im Testbetrieb befindlichen KI-basierten Modell der GeoSphere Austria, um die Stärken klassischer numerischer Modelle und moderner KI-Ansätze optimal zu kombinieren“.

Mehrwert bei Vorhersage

Die höhere räumliche Auflösung und die häufigeren Ensembleläufe führen zu signifikanten Verbesserungen in der Vorhersagequalität – insbesondere bei lokalen Wetterphänomenen. Das System wurde über mehrere Jahre hinweg entwickelt und entsprechend getestet. Umfangreiche Evaluierungen zeigen klar den Mehrwert im Vergleich zu den bisherigen Systemen. Das betrifft in erster Linie die Vorhersage von Wind, Niederschlag (speziell konvektiver Niederschlag bzw. Schauer und Gewitter), Nebel und Hochnebel (vor allem in alpinen Tal- und Beckenlagen), Niederschlagstyp sowie bodennahe Temperatur und Feuchte.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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