Johannes Brahms – Ein deutsches Requiem. Aus einem heftigen einzelmenschlichen Erleben heraus, ohne jedoch darin verhaftet zu bleiben, wuchs seine Musik aus rein musikalischen Gegebenheiten zu eindrucksvoller Größe empor. Schlicht, mehr Zeichnung als Kolorit und vor allem frei von literarischer Gebundenheit, wirkt in Brahms’ Persönlichkeit und Kunst eine starke Kraft in’s Objektive, ins Allgemeine. Als fester Bestandteil der Konzertliteratur gilt sein Deutsches Requiem als einer der Höhepunkte brahms’scher Schaffenskunst und eines der bedeutendsten Werke des Konzertrepertoires. Als akademisch, epigonal und formalistisch verurteilt, galt Brahms den „Ausdrucks“- und „Zukunftsmusikern“ seiner Zeit als Traditionalist. Er galt als rückständig, weil er nicht zertrümmerte, sondern das Bestehende zu erhalten und zu mehren suchte. Diesen Besitz hat er durch die großen künstlerischen Ideen der Vergangenheit in einem weit in die Zukunft weisenden Sinn erneuert und dadurch seiner Kunst dauernde Aktualität verliehen.


