In der Steiermark ist im Vorjahr die Zahl der Schulwegunfälle stark gestiegen – Schulweg in den Ferien üben

In Städten und Gemeinden verstärkte Maßnahmen für sichere Schulwege umsetzen

In zweieinhalb Wochen beginnt in der Steiermark wieder die Schule. Im Vorjahr ist in der Steiermark die Zahl der Schulwegunfälle leider stark, um 60 Prozent, gestiegen, berichtet die Mobilitätsorganisation VCÖ. Bei 77 Schulwegunfällen wurden 86 Kinder verletzt. Bei Schulanfängern und Kindern, die die Schule wechseln, ist es wichtig, jetzt in den Ferien den besten Schulweg zu eruieren und zu üben. Städte und Gemeinden können mit Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50 und übersichtlichen Straßenübergängen die Verkehrssicherheit für die Kinder deutlich erhöhen, betont der VCÖ. 

Die Zahl der Schulwegunfälle ist im Vorjahr in der Steiermark auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2019 gestiegen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Die Zahl der Schulwegunfälle war mit 77 im Vorjahr um 29 höher als im Jahr 2024. Die Zahl der verletzten Kinder nahm um 27 auf 86 zu, davon wurden neun Kinder schwer verletzt. Zum Glück wurde zum 17.Mal in Folge das Ziel „kein tödlicher Schulwegunfall“ erreicht, berichtet der VCÖ. 

Insgesamt sind Schulwege aber sicherer als Freizeitwege. Dazu tragen zahlreiche Maßnahmen bei, wie beispielsweise Schülerlotsen, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Schulumfeld und die erhöhte Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Vor allem Volksschulkinder haben meist einen kurzen Schulweg, der gut zu Fuß gegangen werden kann. „Damit erlangen die Kinder Kompetenz für das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Diese Erfahrung hilft ihnen bei all ihren Wegen, die sie in der Freizeit zurücklegen“, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Kindern, die von Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht werden, wird diese Chance genommen. 

Wird der Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, kommen die Kinder zudem auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung. Bis zur absolvierten Radfahrprüfung beziehungsweise bis zum Alter von zwölf Jahren sind Kinder beim Radfahren zur Schule – selbstverständlich mit Radhelm – von einer erwachsenen Person zu begleiten. 

Bei Schulanfängerinnen und Schulanfängern sowie bei Kindern, die beispielsweise von der Volksschule in die Mittelschule oder ins Gymnasium wechseln, ist es wichtig, den Schulweg in den Ferien zu üben, betont der VCÖ. Da in der Regel mehrere Wege zur Schule führen, sollte jener Schulweg gewählt werden, wo weniger Autos fahren, es ein lückenloses Netz an Gehwegen gibt und weniger Straßen zu überqueren sind. Mit dem Kind das richtige Verhalten im Straßenverkehr besprechen und den Schulweg aus der Perspektive des Kindes betrachten. Beispielsweise können bei Straßenübergängen Hindernisse oder parkende Autos die Sicht für Kinder einschränken oder die Sicht auf Kinder beeinträchtigen. Deshalb sollte das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von fünf auf zehn Meter ausgeweitet werden.

„Wer auf Gefahren- oder Problemstellen am Schulweg des Kindes stößt, sollte diese am besten der Gemeinde sowie der Schuldirektion melden. So können die zuständigen Stellen rasch Maßnahmen zur Entschärfung der Problemstelle prüfen und umsetzen“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Viele Kinder in der Steiermark benützen einen Schulbus. Hier ist es wichtig, dass die Haltestellen sicher erreicht werden können und es bei den Bushaltestellen sichere Straßenübergänge gibt. 

Insgesamt ist in den Gemeinden und Städten gerade für die Verkehrssicherheit von Kindern mehr Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50 sowie ein lückenloses Netz an Geh- und Radwegen wichtig, betont der VCÖ. Vor Schulen erhöhen autofreie Schulvorplätze oder auch Schulstraßen die Verkehrssicherheit. Bei Schulstraßen wird in der Früh die Straße rund eine halbe Stunde vor Schulbeginn für den Kfz-Verkehr gesperrt. Damit wird auch ein gefährliches Verkehrschaos durch Elterntaxis verhindert.

Der VCÖ erinnert zudem daran, dass Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind und Fahrzeuge sich einem Schutzweg nur so langsam nähern dürfen, dass sie im Fall des Falles rechtzeitig vor dem Schutzweg anhalten können.

Im Bundesländer-Vergleich hatte die Steiermark die vierthöchste Anzahl an Schulwegunfällen, informiert der VCÖ. Die meisten Schulwegunfälle gab es in Oberösterreich mit 102 vor Niederösterreich mit 85.

VCÖ: In der Steiermark ist im Vorjahr die Zahl der Schulwegunfälle stark gestiegen (Schulwegunfälle, in Klammer verletzte Kinder) Jahr 2025: 77 Schulwegunfälle (86 verletzte Kinder)

Jahr 2024: 48 Schulwegunfälle (59 verletzte Kinder) Jahr 2023: 61 Schulwegunfälle (72 verletzte Kinder)

Jahr 2022: 62 Schulwegunfälle (66 verletzte Kinder) Jahr 2021: 56 Schulwegunfälle (57 verletzte Kinder)

Jahr 2020: 41 Schulwegunfälle (45 verletzte Kinder) Jahr 2019: 80 Schulwegunfälle (106 verletzte Kinder)

Jahr 2018: 68 Schulwegunfälle (71 verletzte Kinder) Jahr 2017: 78 Schulwegunfälle (78 verletzte Kinder)

Jahr 2016: 75 Schulwegunfälle (80 verletzte Kinder) Jahr 2015: 62 Schulwegunfälle (66 verletzte Kinder)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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