Schmetterlinge zählen – für die Natur und für die Forschung

Naturschutzbund & UBA rufen zum Schmetterlingsschutz auf: Warum unsere flatternden Freunde so wichtig für intakte Ökosysteme sind, dass man am besten zu deren Schutz beiträgt, wenn man an der Erstellung der neuen „Roten Liste der Tagfalter Österreichs“ mitwirkt und wie das konkret funktioniert, erfährt man im Folgenden.  

Gemeinsam mit Naturschutzbund und UBA für eine neue „Rote Liste der Tagfalter Österreichs“! Heimische Tagfalter wie den Großen Schillerfalter (Bild) beobachten – knipsen – schützen. 
© Günter Zöching

Schmetterlinge sind die wohl beliebtesten Insekten Österreichs. Mit ihren leuchtenden Farben bereichern sie schon rein optisch jede Landschaft – von Hausgärten, Parks, Blumenwiesen bis hin zu Mooren und Waldlichtungen. Doch Schmetterlinge sind nicht nur absolute Schönheiten, sie spielen auch eine unverzichtbare Rolle in unserem Ökosystem, da sie essenzielle ökologische Funktionen übernehmen. So sorgen sie etwa für die Vermehrung von Pflanzen und dienen als Nahrung für andere Tiere. Viele Schmetterlingsarten sind jedoch zunehmend bedroht. Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) ruft der Naturschutzbund daher dazu auf, an der neuen „Roten Liste der Tagfalter Österreichs“ mitzuwirken.

Schmetterlinge sorgen für Gleichgewicht von Ökosystemen
Schmetterlinge sind für funktionierende Ökosysteme unverzichtbar. Die erwachsenen Tiere sind wertvolle Bestäuber zahlreicher Wildpflanzen. Während sie Nektar trinken, transportieren sie Blütenpollen von Pflanze zu Pflanze. Mit ihrem langen Saugrüssel können sie tiefe, röhrenförmige Blüten besuchen, die für viele andere Bestäuber schwer zugänglich sind, und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Fortpflanzung verschiedener Pflanzenarten. Gleichzeitig sind Schmetterlinge selbst eine bedeutende Nahrungsquelle: Die Falter werden unter anderem von Vögeln, Libellen und Spinnen erbeutet, während Schmetterlingsraupen auf dem Speiseplan von Eidechsen, Raubwanzen, Amphibien und vor allem vieler Singvögel stehen. Gerade zur Jungvogelaufzucht sind die Raupen besonders wichtig. Schmetterlinge verbinden verschiedene Ebenen des Nahrungsnetzes und tragen wesentlich dazu bei, dass Wiesen, Wälder und Feuchtlebensräume artenreich und stabil bleiben. Gehen ihre Bestände zurück, destabilisiert dies das Ökosystem.

Lebensräume schwinden
Die größte Gefahr für heimische Schmetterlinge ist der Verlust geeigneter Lebensräume. Intensive Landwirtschaft, häufiges Mähen, der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, die Verbauung wertvoller Flächen sowie die Entwässerung von Mooren und Feuchtgebieten lassen artenreiche und naturnahe Landschaften schwinden. Sowohl Raupenfutterpflanzen als auch blütenreiche Flächen zur Ernährung der Falter gehen damit verloren. Der Klimawandel verschärft die Krise unserer Tagfalter. Verschobene Jahreszeiten, extreme Trockenphasen und heftige Wetterereignisse zerstören sensible Lebensräume. Das größte Problem: Das fein abgestimmte Zusammenspiel in unserer Natur gerät aus dem Gleichgewicht. Wenn Raupen erst schlüpfen, nachdem ihre Futterpflanzen blühen, oder lebenswichtige Partner wie bestimmte Ameisenarten verschwinden, droht das gesamte Beziehungsnetzwerk aus Schmetterlingen, Pflanzen und natürlichen Fressfeinden zu kollabieren.

Artenschutz beginnt mit Wissen
Um Schmetterlinge wirksam schützen zu können, braucht es aktuelle Informationen über deren Verbreitung und Gefährdungsstatus. Genau das leistet eine neue „Rote Liste der Tagfalter Österreichs“: Sie dokumentiert, welche Arten gefährdet sind, wo sie noch vorkommen und wie sich ihre Bestände entwickeln. Damit bildet sie eine unverzichtbare Grundlage für Naturschutzmaßnahmen, wissenschaftliche Forschung und politische Entscheidungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Da sich Verbreitungsgebiete und Bestände im Laufe der Zeit verändern, müssen Rote Listen regelmäßig aktualisiert werden. Jede einzelne dokumentierte Beobachtung hilft, ein möglichst genaues Bild der Situation heimischer Schmetterlinge zu zeichnen.

Jetzt an der „Roten Liste der Tagfalter Österreichs“ NEU mitwirken!
Naturschutzbund und UBA laden daher alle Naturinteressierten ein, Schmetterlinge zu fotografieren und die Sichtung auf www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App zu teilen. Die Funde werden von Expert*innen geprüft und gemeinsam mit dem UBA für die Erstellung der neuen „Roten Liste der Tagfalter Österreichs“ ausgewertet. Jede Beobachtung liefert wertvolle Daten und hilft dabei, die Verbreitung heimischer Schmetterlinge besser zu verstehen und wirksame Schutzmaßnahmen für unsere flatternden Freunde zu entwickeln.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: (c) arf.at