Luchsen auf die Sprünge helfen: Naturschutzbund und Bundesforste zum Tag des Luchses am 11. Juni

Zum Tag des Luchses betonen Naturschutzbund Österreich und Österreichische Bundesforste (ÖBf), dass die Rückkehr eines der seltensten Säugetiere Österreichs nur durch die Einbindung aller relevanten Stakeholder im Inland – von z. B. Grundbesitzer*innen und Jäger*innen über Behörden bis hin zu Naturschutzorganisationen – sowie durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit gelingen kann. Mit „Linking Lynx“ hat sich 2023 ein europäisches Netzwerk aus Expert*innen mit dem Ziel gegründet, die bestehenden Luchspopulationen miteinander zu verbinden und eine langfristig lebensfähige Luchs-Metapopulation zu schaffen. Diese soll sich von den Karpaten bis zum Jura-Gebirge und den Westalpen erstrecken, einschließlich des deutschen Mittelgebirges und eines Teils des Dinarischen Gebirges. Das Vorhaben verdeutlicht, dass die Vernetzung der Luchspopulationen in West- und Mitteleuropa nur durch die gemeinsamen Anstrengungen mehrerer grenzüberschreitender aufeinander abgestimmter Projekte erreicht werden kann. Der genetische Austausch zwischen den bislang isolierten Beständen ist eine zentrale Voraussetzung für das langfristige Überleben der Art.

Vorbildliche Zusammenarbeit „Linking Lynx“
„Linking Lynx“ gilt dabei als gutes Beispiel für internationale Zusammenarbeit im Artenschutz: Mit dem Nationalpark Kalkalpen und österreichischen Luchsexpert*innen wirken auch wichtige Partner aus Österreich aktiv in diesem Netzwerk mit. Sie bringen ihre langjährige Erfahrung in Monitoring, Forschung und Management ein und sind wichtige Akteur*innen zur Vernetzung der europäischen Luchsvorkommen.

Der Luchs zählt zu den seltensten Säugetieren Österreichs. Zusammenschlüsse wie „Linking Lynx“ fördern die Vernetzung europäischer Populationen und sichern den genetischen Austausch über Ländergrenzen hinweg. © Marco Catocchia

Austausch der Populationen
„Österreich stellt aufgrund seiner zentralen Lage ein wichtiges Bindeglied zwischen den Populationen dar. Verschiedene Untersuchungen haben bereits ergeben, dass es ausreichend Platz und teilweise hervorragenden Lebensraum für Luchse in Österreich gibt“, sagt Franziska Krauße, Naturraummanagerin bei den ÖBf. Der Lebensraum ist also meist nicht der begrenzende Faktor für Luchse. „Es benötigt vor allem die Toleranz der Gesellschaft für eine Rückkehr des heimlichen Wildtiers und gesicherte Vorkommen inklusive Wandermöglichkeiten, um den langfristigen genetischen Austausch der Populationen untereinander zu ermöglichen“, sagt Lucas Ende, Artenschutzkoordinator beim Naturschutzbund Österreich.

Toleranz für Luchs 
Der Naturschutzbund und die Bundesforste setzen sich in ihren gemeinsamen Projekten daher auch für die langfristige Toleranz und Akzeptanz von Maßnahmen zum Schutz des Luchses ein. Offene, wertschätzende Gespräche mit allen Akteur*innen und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven sind den Partnern dabei besonders wichtig. Positive Beispiele aus den Nachbarländern – wie beispielsweise Deutschland und Slowenien – in denen Kooperationen von Grundbesitzer*innen, Jäger*innen, Behörden, Wissenschaft und Naturschutzverbänden den Luchsschutz gemeinsam voranbringen, zeigen, wie erfolgreiche Zusammenarbeit über die Grenzen von Ländern und Interessengruppen hinweg gelingen kann.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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