Trockenheit: Regen brachte nur vereinzelt Entspannung

Signifikante Niederschläge verzeichneten die Messtationen der GeoSphere Austria lediglich im Innviertel, im Wechselgebiet sowie im Mürztal. In vielen Gegenden des Landes hat es zwar auch geregnet, doch die Niederschlagsmengen waren viel zu gering.
In den vergangenen 48 Stunden hat es fast überall in Österreich geregnet. Nur im Wald- und Mostviertel blieb der Niederschlag aus. In der Bezirkshauptstadt Zwettl gab es von 1. März bis 7. Mai insgesamt 22 Millimeter Niederschlag. In diesem Zeitraum beträgt der Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020 jedoch 101 Millimeter. Das Defizit liegt also bei rund 80 Prozent.

Noch dramatischer stellt sich die Situation im Lungau dar. Die Messstation Tamsweg verzeichnete von 1. März bis 7. Mai nur zehn Millimeter Niederschlag, was einem Defizit von knapp 90 Prozent entspricht. „Auch in Tamsweg hat es geregnet. Allerdings nur zwei Millimeter von Donnerstag auf Freitag“, berichtet Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria. „Dort hat es also überhaupt keine Entspannung gegeben.“ Der Lungau sei grundsätzlich keine niederschlagsreiche Gegend. Die Jahresniederschlagsmenge beträgt 785 Millimeter. „Das ist vergleichbar mit Wien“, sagt Orlik.

Etwas verbessert hat sich die Lage im Wiener Becken südlich der Bundeshauptstadt. In Wiener Neustadt fehlten von 1. März bis 7. Mai zwar 74 Prozent des Niederschlags, doch da kamen am Donnerstag 20 Millimeter Regen dazu. „Das sind jetzt in Summe 42 Millimeter – es fehlt aber immer noch die Hälfte auf den Mittelwert“, ergänzt Klimatologe Orlik.

Nicht besser stellt sich die Situation im steirischen Mürzzuschlag dar. Da fielen vom 1. März bis zum 7. Mai 46 Millimeter Niederschlag – um 71 Prozent weniger als im Mittel 1991 bis 2020 (160 Millimeter). Allerdings kamen allein am 7. Mai 24 Millimeter Regen hinzu. Was wiederum bedeutet, dass das Niederschlagsdefizit bis zum 6. Mai 86 Prozent betrug. Orlik: „Eine deutliche Entspannung bleibt auch hier aus.“

Im Vergleich zum Mittelwert 1991 bis 2020 verzeichnete auch Wien von 1. März bis 7. Mai enorme Defizite (39 statt 108 Millimeter), ebenso wie Linz (30 statt 130 Millimeter) und Klagenfurt (26 statt 124 Millimeter). Selbst am Loiblpass, der in den vergangenen 72 Stunden immerhin 45 Millimeter Regen abbekommen hat, ist es immer noch viel zu trocken.

Fazit von Alexander Orlik: „In den vergangenen 48 Stunden hat es zuerst im Westen und dann im Osten geregnet. Bis auf ein paar Ausnahmen – Semmering, Wechsel, Wiener Becken, Burgenland und Innviertel – ist es in nahezu ganz Österreich aber weiterhin sehr trocken.“

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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