Wer zwitschert hier so fröhlich?

Wenn im Frühling heiteres Zwitschern aus Hecken, Dachrinnen und Gartengebüschen erklingt, ist für gewöhnlich der Spatz nicht weit. Kaum ein anderer Vogel lebt so eng mit dem Menschen zusammen wie der Spatz, auch Sperling genannt. Wie man den Haussperling vom Feldsperling unterscheidet und wie man sie am besten unterstützen kann, darüber informiert der Naturschutzbund zum Welttag der Spatzen am 20. März 2026.

Haussperling und Feldsperling (v.l.) sind ausgesprochen anpassungsfähig und leben gerne in und um Siedlungen. Beide haben gelernt, die vom Menschen geschaffene Lebensräume zu nutzen: Während der Haussperling besonders eng mit dem Menschen zusammenlebt und etwa in Mauernischen oder unter Dachziegeln brütet, ist der Feldsperling etwas zurückhaltender und findet sich eher in strukturreichen Gärten, Streuobstwiesen oder an Dorfrändern. 
© Anna Kirchengast, Othmar Ortner

Siedlungsnahe Sangesmeister
Spatzen sind aus unseren Siedlungsräumen nicht mehr wegzudenken. Der Hausspatz, auch Haussperling (Passer domesticus)genannt, ist eine der bekanntesten Vogelarten überhaupt. Er lebt besonders eng mit dem Menschen zusammen und brütet meist in kleinen Kolonien. Die aufgeregten Spatzenkonzerte sind schon frühmorgens zu hören. Die Männchen sind an der grauen Kopfplatte und dem schwarzen Kehlfleck gut zu erkennen, während die Weibchen schlichter braun gefärbt sind. Neben dem Haussperling ist aber auch der Feldsperling (Passer montanus) ein bekannter Siedlungsbewohner. Er ist etwas kleiner und unauffälliger, Weibchen und Männchen sehen gleich aus: Sie tragen eine kastanienbraune Kopfkappe und haben einen charakteristischen schwarzen Fleck auf ihrer weißen Wange. 

Spatz & Mensch
Beide Sperlingsarten sind ausgesprochen anpassungsfähig und haben gelernt, die vom Menschen geschaffenen Lebensräume zu nutzen. Der Haussperling ist besonders eng an Gebäude gebunden: So brütet er gerne in Mauernischen, unter Dachziegeln, in Fassadenritzen oder auch in Nistkästen. Feldsperlinge sind etwas zurückhaltender und bevorzugen strukturreiche Gärten, Streuobstwiesen oder Dorfränder mit Hecken und alten Bäumen. Auch sie nutzen gerne Höhlen und Nistkästen, brüten aber häufiger in Baumhöhlen als ihre nahen Verwandten. Naturnahe Gärten bieten für beide Arten ideale Bedingungen: Hecken und Sträucher bieten Schutz und Brutplätze, während offene Flächen und Beete Nahrung versprechen. Besonders während der Jungenaufzucht sind Spatzen auf ein großes Angebot an Insekten angewiesen, die sie ihren Nestlingen verfüttern.

Spatzenpopulationen gehen zurück
Trotz ihrer „gefühlten“ Häufigkeit sind die Bestände von Haus- und Feldsperlingen in vielen Regionen Europas in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. In Österreich ist die Anzahl der Spatzen im Siedlungsraum über die letzten zwanzig Jahre um 25 Prozent geschrumpft. Hauptgrund dafür ist der Verlust geeigneter Brutplätze. Moderne, stark isolierte Gebäude bieten kaum noch Nischen und Spalten, in denen Spatzen ihre Nester anlegen können. Gleichzeitig verschwinden in vielen Siedlungen strukturreiche Gärten mit Hecken, wilden Ecken und offenen Bodenstellen. Auch das Nahrungsangebot hat sich verändert: Durch intensive Landwirtschaft, Einsatz von Pestiziden und zunehmend „aufgeräumte“ Grünflächen gibt es vielerorts weniger Insekten – eine wichtige Nahrungsquelle, besonders für junge Spatzen. Hinzu kommt, dass dichte Strukturen wie Hecken oder Gebüsche, die Schutz vor Fressfeinden bieten, zunehmend rarer werden.

Spatzenfreunde aufgepasst!
Wer Spatzen unterstützen möchte, kann bereits mit einfachen Maßnahmen viel bewirken: Strukturreichtum mit heimischen Sträuchern, blühenden Pflanzen und etwas „Unordnung“, Nistkästen an Gebäuden und – ganz wichtig – der Verzicht auf Pestizide – all das macht aus Gärten wertvolle Lebensräume für unsere kecken geflügelten Nachbarn. Frechen Spatz im Garten entdeckt? Der Naturschutzbund und „Tierisch engagiert“, eine Initiative von Fressnapf, freuen sich über jedes Vogelbild, das auf der Citizen-Science-Plattform www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App geteilt wird.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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