Vernetzung ist Leben. Wildtiere, Pflanzen, aber auch Pilze benötigen ausreichend Möglichkeiten, sich – auf der Suche nach Nahrung, Partnern und neuen Lebensräumen – über ein Netz an „Wilden Wegen“ von A nach B zu bewegen. Doch das ökologische Netz in Österreich weist gefährliche Lücken auf, Lebensräume sind mehr und mehr durch menschliche Infrastruktur und zerstörte Natur zerschnitten. Der Naturschutzbund fordert daher mehr Konsequenz im Schutz und Ausbau unserer grünen Infrastruktur, weil nur so das Artensterben gestoppt werden kann.

Die Suche nach Nahrung, Partnern oder neuen Lebensräumen sind die Hauptgründe für Wildtiere wie das Mauswiesel – Tier des Jahres 2026 – „unterwegs“ zu sein. © Stefan Weber
Natur ist Bewegung. Bewegung ist Austausch. Austausch ist Leben. Bewegung und Austausch funktionieren nur über ein gut miteinander verbundenes natürliches Wegenetz. Die Suche nach Nahrung, Partnern oder neuen Lebensräumen sind die Hauptgründe für Wildtiere, „unterwegs“ zu sein. Auch Pflanzen und Pilze bringen die Eroberung neuer Lebensräume und ihr Streben nach Fortpflanzung in Bewegung. Diese für uns Menschen oft unsichtbaren Pfade bilden ein Netz, das Lebensräume von verschiedensten Arten verbindet. Gut miteinander verbundene Lebensräume sind für unsere heimische Flora und Fauna essenziell und bilden die „grüne Infrastruktur“. Grünbrücken, Wanderkorridore & Co. stärken die Biodiversität und helfen beispielsweise der seltenen und scheuen Wildkatze in unsere heimischen Wälder zurückzukehren. Doch das ökologische Netz in Österreich ist vielerorts löchrig, da es mehr und mehr durch Straßen, Siedlungen und aufgrund intensiver menschlicher Nutzung fragmentiert ist. Das wilde Wegenetz unserer tierischen und pflanzlichen Mitbewohner ist stark beeinträchtigt. Die Folge: Populationen werden isoliert, Wanderbewegungen brechen ab und Arten sterben aus.
Lebensraumvernetzung gegen Artensterben
Die Biodiversitätsstrategie des Bundes definiert die Vernetzung unserer heimischen Lebensräume als klares Ziel – doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine gefährliche Lücke. „Die Planung und Umsetzung einer grünen Infrastruktur scheitert fortlaufend an fehlenden Rechtsgrundlagen, zersplitterten Zuständigkeiten und kurzsichtigen Einzelentscheidungen“, sagt Thomas Wrbka, Präsident des Naturschutzbundes Österreich. „Der Naturschutzbund fordert mehr Mut und entschiedene Konsequenz für ein stabiles ökologisches Netz, das das Sterben heimischer Arten stoppt. Dafür braucht es ein bundesweites Naturschutzgesetz, das Korridore zwischen Lebensräumen verbindlich schützt, verpflichtend eine grüne Infrastruktur in der Raumplanung verankert und klare Zuständigkeiten schafft“, so Wrbka.
Die aktuelle Ausgabe des Naturschutzbund-Magazins natur&land zum Thema „Wilde Wege“ bietet weitere detaillierte Einblicke in das hochaktuelle Thema der Lebensraumzerschneidung und zeigt Wege zum Erhalt unserer grünen Infrastruktur und unserer heimischen Arten auf. Das Magazin ist über die Homepage des Naturschutzbundes erhältlich: www.naturschutzbund.at






