GeoSphere Austria: Relativ milder Winter 2025/2026

Große Unterschiede bei Sonnenscheindauer. In allen Höhenlagen relativ wenig Schnee.

Die vorläufige Klimabilanz der GeoSphere Austria zum meteorologischen Winter (Dez, Jan, Feb) zeigt große Unterschiede: Im Bergland war es sehr mild und besonders in der Westhälfte Österreichs auch sehr sonnig, im Flach- und Hügelland sowie in den Becken des Südens hingegen vergleichsweise trüb und kalt.

„Im Tiefland Österreichs war es der kälteste Winter seit acht Jahren. Aber im Vergleich mit der gesamten Messgeschichte fällt dieser Winter in allen Höhenlagen relativ mild aus“, sagt Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria, „in der vorläufigen Auswertung liegt der Winter 2025/26 im Tiefland Österreichs auf Platz 32 der 259-jährigen Tiefland-Messgeschichte und auf den Bergen auf Platz 8 in der 175-jährigen Gebirgsmessreihe.“

Die Temperaturabweichungen der vorläufigen Winterbilanz im Detail:
Im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit (Klimamittel 1991-2020) liegt der Winter 2025/26 im Tiefland Österreichs um 0,5 Grad und auf den Bergen um 1,9 Grad über dem Durchschnitt. Im Vergleich zum Zeitraum 1961-1990, der von der globalen Klimaerwärmung noch nicht so stark beeinflusst war, liegt der Winter 2025/26 im Tiefland Österreichs um 1,8 Grad und auf den Bergen um 2,9 Grad über dem Durchschnitt.
Sonniger Westen, trüber Osten

Überdurchschnittlich sonnig war der Winter 2025/26 vor allem im Großteil von Vorarlberg, Tirol und Salzburg sowie im Salzkammergut. Zum Beispiel gab es in Bad Aussee rund 30 Prozent und am Sonnblick um 25 Prozent mehr Sonnenstunden als in einem durchschnittlichen Winter.

In der Osthälfte Österreichs verlief der Winter hingegen relativ trüb. Die Wetterstation Wien Hohe Warte zum Beispiel verzeichnete rund 30 Prozent weniger Sonnenstunden als in einem durchschnittlichen Winter. In Klagenfurt gab es 45 Prozent und in Graz 50 Prozent weniger Sonnenstunden als im Durchschnitt.

Relativ trocken, aber nicht so extrem wie im Vorjahr

Über die gesamte Fläche Österreichs gesehen brachte der Winter 2025/2026 um 20 Prozent weniger Niederschlag als im vieljährigen Durchschnitt. „Das ist deutlich zu trocken, aber nicht so extrem wie im Vorjahr – der Winter 2024/25 brachte 44 Prozent weniger Niederschlag als im vieljährigen Durchschnitt“, sagt Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria.

Die regionale Auswertung zeigt ganz vereinzelt überdurchschnittlich viel Niederschlag. So gab es im Gebiet von der Koralpe über die südliche Steiermark bis zum Südburgenland 10 bis 30 Prozent mehr Niederschlag als im vieljährigen Durchschnitt.

Schneemenge unter dem Durchschnitt

Kurzfristig schneite es zwar in einigen Regionen viel, wodurch es zu Problemen auf den Verkehrswegen und in der Stromversorgung kam und die Lawinengefahr stark anstieg. Aber insgesamt waren die Schneemengen im Winter 2025/26 in allen Höhenlagen deutlich unter dem Durchschnitt.

Ein paar Beispiele zur Summe der täglichen Neuschneehöhen:

Wien Hohe Warte: -18 Prozent (in diesem Winter 33 cm, im Durchschnitt 1991-2020 40 cm)
Klagenfurt Flughafen: -63 Prozent (in diesem Winter 18 cm, im Durchschnitt 48 cm)
Innsbruck Flughafen: -29 Prozent (in diesem Winter 52 cm, im Durchschnitt 73 cm)
Rax (N, 1547 m Seehöhe): -48 Prozent (in diesem Winter 118 cm, im Durchschnitt 225 cm)
Rudolfshütte (S, 2317 m): -60 Prozent (in diesem Winter 247 cm, im Durchschnitt 625 cm)

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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