VCÖ: Bezirk Graz-Umgebung ist steirischer E-Pkw-Spitzenreiter
Die Anzahl der neuzugelassenen Elektroautos hat in der Steiermark im Vorjahr einen neuen Rekordwert erreicht, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ: 6.980 neue Elektroautos kamen auf die Straße, um 46 Prozent mehr als im Jahr 2024. Damit ist bereits jeder sechste Neuwagen ein Elektroauto. Im Bezirksvergleich ist Graz-Umgebung Spitzenreiter, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Viele können dank einer Photovoltaikanlage die Energie für das Elektroauto selbst produzieren. Das spart Haushalten und Betrieben Geld. Zudem trägt das dazu bei, dass Österreich unabhängiger von teuren Erdölimporten wird.
Immer mehr Steirerinnen und Steirer entscheiden sich für ein Elektroauto. 6.980 Elektroautos wurden im Vorjahr neu zugelassen. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren es 4.782, vor fünf Jahren im Jahr 2020 waren es nur 2.082 und vor zehn Jahren im Jahr 2015 überhaupt nur 202 neuzugelassene Elektroautos. “An diesen Zahlen zeigt sich, dass die Energiewende im Verkehr an Fahrt gewinnt. Und das ist gut so. Im Vergleich zu Verbrenner-Pkw ist der Energieverbrauch bei Elektroautos im Schnitt um zwei Drittel niedriger, sie stoßen beim Fahren keine schädlichen Abgase aus und sind im Ortsgebiet leiser”, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.
Ein großer Vorteil von Elektroautos ist, dass Haushalte und Betriebe mit einer Photovoltaikanlage den Strom fürs Autofahren selbst erzeugen können. Damit spart man Spritkosten und macht sich unabhängig von Erdöl. “Derzeit ist der Verkehr noch massiv von Erdölimporten abhängig. Das ist energiepolitisch problematisch und für Österreich teuer, denn die Erdölimporte kosten jedes Jahr mehrere Milliarden Euro”, verdeutlicht VCÖ-Experte Michael Schwendinger.
Auch bei Elektroautos besteht aber die Gefahr, dass Hersteller vor allem zu große, zu schwere und übermotorisierte Modelle auf den Markt bringen. Deshalb braucht es auf EU-Ebene Vorgaben und Anreize, damit Hersteller mehr sparsame Modelle auf den Markt bringen. Bei neun von zehn Autofahrten sitzt nur eine Person im Auto, erinnert der VCÖ.
Ein großer Hebel in Österreich, um die Zahl der Elektroautos zu erhöhen, sind Betriebe und Unternehmen. Denn rund zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen, bei Diesel-Pkw sind es sogar fast 80 Prozent, informiert der VCÖ. “Wenn Firmen stärker auf Elektroautos setzen, dann kommen auch mehr Elektroautos auf den für private Haushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt. Deshalb sollte die Bundesregierung rasch die Firmenwagenbesteuerung reformieren”, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Firmenwagen, die mit Diesel oder Benzin angetrieben werden, sollen nicht mehr steuerlich begünstigt werden.
Weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse: Innerhalb der Steiermark ist der Bezirk Graz-Umgebung mit 27,8 Prozent E-Pkw-Anteil bei Neuwagen der Spitzenreiter, vor dem Bezirk Hartberg-Fürstenfeld mit 22 Prozent und der Landeshauptstadt Graz mit 21,1 Prozent. Am niedrigsten war der E-Pkw-Anteil im Bezirk Liezen mit 5,9 Prozent. In der EU war der E-Pkw-Anteil bei Neuwagen in Dänemark mit 67 Prozent am höchsten, in Europa in Norwegen mit bereits 96 Prozent.
Auch wenn die Zahl der E-Pkw steigt, die mit Abstand meisten e-mobilen Kilometer werden in Österreich mit dem Öffentlichen Verkehr gefahren. Bahn und Bus haben nicht nur eine noch bessere Energie- und Umweltbilanz, sie sind auch platzsparender und tragen so insbesondere zu Stoßzeiten zur Vermeidung und Reduktion von Staus bei.
Daten aller Bezirke: www.vcoe.at
VCÖ: Im Vorjahr erreichte die Steiermark neuen Rekordwert bei E-Pkw-Neuzulassungen (Anzahl neuzugelassene E-Pkw in der Steiermark, in Klammer Anteil neue E-Pkw)
Jahr 2025: 6.980 E-Pkw (17,2 Prozent)
Jahr 2024: 4.782 E-Pkw (13,7 Prozent)
Jahr 2023: 5.411 E-Pkw (16,7 Prozent)
Jahr 2022: 4.161 E-Pkw (13,5 Prozent)
Jahr 2021: 4.563 E-Pkw (13,7 Prozent)
Jahr 2020: 2.082 E-Pkw (6,2 Prozent)
Jahr 2019: 1.367 E-Pkw (3,2 Prozent)
Jahr 2018: 1.349 E-Pkw (3,0 Prozent)
Jahr 2017: 854 E-Pkw (1,9 Prozent)
Jahr 2016: 546 E-Pkw (1,3 Prozent)
Jahr 2015: 202 E-Pkw (0,5 Prozent)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026
VCÖ: Graz-Umgebung ist steirischer Spitzenreiter bei E-Pkw (Anteil E-Pkw an Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2025)
Bezirk Graz-Umgebung: 27,8 Prozent (977 E-Pkw)
Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 22,0 Prozent (614 E-Pkw)
Graz: 21,1 Prozent (1.761 E-Pkw)
Bezirk Leibnitz: 19,9 Prozent (491 E-Pkw) Bezirk Südoststeiermark: 19,7 Prozent (422 E-Pkw) Bezirk Weiz: 19,4 Prozent (593 E-Pkw)
Pol. Exp. Gröbming: 17,9 Prozent (108 E-Pkw) Bezirk Deutschlandsberg: 17,8 Prozent (281 E-Pkw)
Bezirk Murau: 15,9 Prozent (86 E-Pkw)
Pol. Exp. Bad Aussee: 15,2 Prozent (38 E-Pkw)
Bezirk Voitsberg: 14,4 Prozent (200 E-Pkw) Bezirk Murtal: 14,2 Prozent (305 E-Pkw)
Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 13,6 Prozent (440 E-Pkw) Stadt Leoben: 13,4 Prozent (88 E-Pkw)
Bezirk Leoben Umgebung: 12,5 Prozent (198 E-Pkw)
Bezirk Liezen: 5,9 Prozent (378 E-Pkw)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026
Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.










