„Concerto in Vaticano“: „Kirchenchor Grundlsee“ feiert Erfolg in Rom

Gielge-Messe im Vatikan & Hymnen in der Botschaft

Mehr in einem ARF Fernsehbeitrag ab 29. Oktober auf www.arf.at

Emotionale Momente, unvergessliche Eindrücke und zahlreiche Höhepunkte prägen die Reise des „Kirchenchor Grundlsee“ in den Vatikan und nach Rom. Gemeinsam mit Sängerinnen und Sängern der Singgemeinschaft Lassing, der Ausseer Soundfactory und Mitgliedern der Kirchenchöre des Seelsorgeraumes Ausseerland sind der Auftritt in der österreichischen Botschaft in Rom anlässlich des Nationalfeiertags und die Messe in der „Basilica di San Pietro“ im Vatikan die Höhepunkte des heurigen Jahres – und auch in der mehr als 70-jährigen Geschichte des „Kirchenchor Grundlsee“.

Der „Kirchenchor Grundlsee“ steht für Freude am Singen, eine tolle Gemeinschaft und Freundschaften, die über den Chor hinausgehen – und der Kirchenchor lebt all diese Eigenschaften nicht nur, sondern seine Mitglieder lieben auch Herausforderungen. Bei einem Auftritt im Stephansdom in Wien im Jahr 2019 wurde die Idee geboren – der „Kirchenchor Grundlsee“ will aktiv bei einer Messe im Petersdom mitwirken und in einer der weltweit größten Kirchen sein Können einem internationalen Publikum präsentieren.

Über viele Jahre hinweg ließ Chorleiter Herbert Gasperl der Gedanke nicht los und gemeinsam mit einem kleinen, aber feinen Organisationsteam wurde das Vorhaben seit Jahresbeginn intensiv organisiert – insbesondere die Kontakte mit dem Vatikan galt es zu pflegen, Zimmer in unmittelbarer Nähe zum Petersdom für mehr als 60 Mitreisende des „Kirchenchor Grundlsee“ zu organisieren und ein Programm für die vier-tägige Reise zu erstellen: Mit dem Bus ging es schließlich am 22. Oktober in die ewige Stadt und am 25. Oktober wieder erfolgreich zurück ins Ausseerland.

Chor singt „Gielge-Messe“ – Grundlsees Bürgermeister an der Orgel

Beim Altar der Cattedra von St. Peter im Petersdom wurde zu Ehren von Hans Gielge (1901-1970) die „Gielge-Messe“ gesungen – von insgesamt fast 80 Sängerinnen und Sängern. Der Komponist, Maler, Sammler, Karikaturist und Filmer – im Brotberuf wirkte Hans Gielge als Lehrer in Bad Aussee – engagierte sich erfolgreich in der Heimatpflege des Ausseerlandes und trug auch wesentlich zur Entwicklung des Tourismus in der Region bei. Zu den eindrucksvollsten Leistungen des Volksliedsammlers gehören die Aufzeichnungen von Juchzern, Rufen und zahlreichen ein- und mehrstimmigen Jodlern.

Chorleiter Herbert Gasperl feiert heuer Ende November sein 10-jähriges Jubiläum als Leiter des „Kirchenchor Grundlsee“ und nach einem Treffen mit dem Chorleiter des Petersdoms zeigt er sich begeistert: “Der Auftritt im Petersdom war etwas ganz Besonderes und Einmaliges – und mir ist wichtig, damit den Komponisten Hans Gielge zu ehren, der so viel für das Ausseerland getan hat, und letztlich auch ein Stück Heimat nach Rom zu bringen. Das ist dank des tollen Engagements aller Sängerinnen und Sänger sowie aller an der Reise beteiligten hervorragend gelungen. Und wir haben unsere Botschaft einem internationalen Publikum vermittelt – gemeinsam lässt sich viel Erreichen und Singen hilft über Grenzen hinweg“!

Erfolgreich begleitet wurde der Chor von Grundlsees Bürgermeister, Franz Steinegger – er spielte eine der beiden Tamburini-Orgeln in der östlichen Empore der „Capella del Coro“ im Petersdom und als Hobbyorganist ist er tief beeindruckt: „Das ist nicht nur eine große Herausforderung gewesen, sondern auch eine große Ehre und gewaltige Freude. Es hat alles perfekt geklappt, ist tief ins Herz gegangen und motiviert mich, weiterhin Orgel zu spielen. Und der Vatikan war eine Gelegenheit, die sich nur einmal im Leben ergibt. Ein wunderschöner, erhebender Moment, den ich mein Leben lang nicht vergessen werde – danke schön an alle Beteiligten!“

Für die mitgereisten Sängerinnen und Sänger des „Kirchenchor Grundlsee“ und aller anderen Chöre war die Teilnahme an der Reise eine Selbstverständlichkeit und einmalige Gelegenheit: „So etwas erlebt man nie mehr wieder – für jedes Chormitglied ist es das Schönste, in einer Kirche zu singen, und der Petersdom ist eine Chance, die man nur einmal im Leben bekommt. Gänsehautgefühl gab es bei manchen beim ersten Ton und der einen oder dem anderen fiel das Singen auch vor Rührung zu Beginn nicht ganz so leicht!“

Auftritt in der österreichischen Botschaft in Rom

Anlässlich des Nationalfeiertags am 26. Oktober war für eine Abordnung – bestehend aus Mitgliedern des „Kirchenchor Grundlsee“ sowie dem Gößler Dreigesang und dem Lassinger DreiXang – noch am Anreisetag der Auftritt in der Botschaft in Rom geplant. Und dank der reibungslosen Fahrt mit „Wagner-Reisen“ aus Admont gab es auch noch genügend Zeit für die Probe der Nationalhymnen von Österreich und Italien sowie der Europahymne – unterstützt wurden die Sängerinnen und Sänger von Bürgermeister Franz Steinegger am Klavier und auch eine bunt zusammengewürfelte Volksmusikgruppe aus dem Ausseerland sorgte für beste Stimmung an diesem Abend.

Der österreichische Nationalfeiertag wurde von der Botschaft in Rom im Rahmen eines festlichen Empfangs auf Einladung von Botschafter Michael Rendi begangen. Zu den hochrangigen Gästen zählten unter anderem der italienische Minister für Europäische Angelegenheiten, Tommaso Foti, sowie Innenminister Matteo Piantedosi – insgesamt waren mehr als 200 Gäste gekommen.

Botschafter Michael Rendi ist seit einem Jahr in Rom und lobte in seiner Ansprache die engen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten – überdies betonte er in persönlichen Gesprächen seinen Bezug zum Ausseerland: „Nach mehr als zehn Jahren Familienurlaub in Tauplitz ist das ein Stück Heimat geworden. Und die Lieder des Chores haben mein Herz erwärmt – wenn man ihm Ausland lebt, sind die Gefühle für die Heimat noch stärker, solche Klänge sind Balsam für die Seele!“

Auch der anschließende Empfang für Auslandsösterreicherinnen und -österreicher war ein voller Erfolg. Das Publikum zeigte sich begeistert und nach dem offiziellen Auftritt sowie Liedern und Weisen aus dem Ausseerland zu Beginn sorgten die Musikerinnen und Musiker für Begeisterung und Heimatgefühle – schließlich wurde unter anderem nicht nur Wolfgang Ambros „Schifoan“ zum Besten gegeben, sondern mit Reinhard Fendrichs „I am from Austria“ auch die heimlich Hymne Österreichs.

Für die Botschaft in Rom gab es aber auch kulinarische Gastgeschenke aus dem Ausseerland und für alle Mitreisenden – insgesamt waren es mit den befreundeten Chören des „Kirchenchor Grundlsee“ rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – stand ein Mittagsempfang in der österreichischen Botschaft am zweiten Tag auf dem Programm, bevor es dann am Samstag zum großen Auftritt in den Petersdom in Rom ging.

Sensation, Kondition & Emotion

Die Vorfreude aller Sängerinnen und Sänger des „Kirchenchor Grundlsee“ und der gesamten Reisegruppe war groß – und sie wurde durch das Erlebte noch übertroffen. Das Resüme ist ein eindeutig: Die Vorbereitungen und die Umsetzung waren insgesamt eine Sensation und auch das eine oder andere Mißgeschick bzw. Hoppala konnte die Stimmung nicht trüben – ganz im Gegeteil, weil es damit auch Inhalte für den nächstjährigen Faschingbrief „geben wird können“.

Das dicht gedrängte Progamm erforderte von allen auch die entsprechende Kondtion. Von der gut zwölfstündigen Anreise, etwa über die Busrundfahrt durch die ewige Stadt, eine Vespa-Tour von Mitgliedern des „Ersten Vespa Club Ausseerland“ bis hin zu gemeinsamen Abendessen samt musikalischen Einlagen, die bei den Gastgebern für Begeisterung sorgten – schließlich ist das „Dolce Vita“ das eine und das „Ausseer Lebensgefühl“ das andere, aber beide sorgen für Freude, Glück und positive Stimmung.

Und schließlich ist auch die Emotion nicht zu kurz gekommen. Für viele war es der erste Besuch in der italienischen Hauptstadt und die Messe in der „Basilica di San Pietro“ im Vatikan hat nicht nur begeistert, sondern eine der weltweit größten und bedeutendsten Kirchengebäude mit Platz für 20.000 Menschen hat auch bleibende Erinnerungen hinterlassen. Und nicht weniger bedeutend: Wertschätzung und Miteinander haben bestehende Freundschaften vertieft und neue entstehen lassen.

Für Kirchenchorleiter Herbert Gasperl ging mit dem Auftritt in Rom ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: „Freude, Singen und Gemeinschaft werden von den Mitgliedern des Kirchenchor Grundlsee groß geschrieben – und das natürlich in erster Linie bei kirchlichen Festen im Jahreskreis. Nach unserem Auftritt im Wiener Stephansdom im Jahr 2019 war die „Gielge-Messe“ im Petersdom natürlich ein absolutes Highlight und eine tolle Herausforderung – jetzt bewahren wir uns die gute Stimmung und das fröhliche Beisammensein bei den Chorproben und den Auftritten im Jahreskreis – im Idealfall auch mit neuen Mitgliedern, um so den Nachwuchs zu fördern und die Zukunft des „Kirchenchor Grundlsee“ zu sichern!“

Das „Concerto in Vaticano“ bei der Messe im Petersdom und der Auftritt in der österreichischen Botschaft in Rom sind für den „Kirchenchor Grundlsee“ ein großer Erfolg – die Frage nach dem nächsten „Groß-Projekt“ bleibt offen, aber gesichert ist: Wer die Sängerinnen und Sänger, Chorleiter Herbert Gasperl und die Mitglieder des Organisationsteams kennt – an Ideen wird es nicht mangeln und letztlich sollen Abenteuer im Kopf ja auch durchaus in der Realität noch mehr Freude und Begeisterung bringen.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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