Aufwendiger nächtlicher Rettungseinsatz nach Spaltensturz am Dachstein

Am Samstagabend, dem 5. September 2026, kam es am Dachstein zu einem aufwendigen Rettungseinsatz nach einem Spaltensturz. Zwei Klettersteiggeher waren beim Abstieg ausgerutscht und rund 100 Meter über den Gletscher in eine große Gletscherspalte im Bereich der Dachstein-Randkluft abgestürzt. Eine Person befand sich rund 15 Meter, die zweite rund 20 Meter tief in der Spalte.

Die Bergrettung Ramsau wurde um 17:35 Uhr durch die Landeswarnzentrale Steiermark alarmiert. Als Einsatzort wurde zunächst der Bereich nahe der Seethalerhütte angegeben. Da die beiden Personen dort trotz Rufen nicht lokalisiert werden konnten, wurde der Aufstieg über den stark spaltenreichen Gletscher in Richtung Dachstein-Randkluft fortgesetzt. Erst weiter oben konnten die beiden Personen durch lokalisiert werden.

Das extrem spaltige Gelände erschwerte den Zugang zu den Verletzten erheblich. Für den sicheren Aufstieg mussten zahlreiche Seilsicherungen eingerichtet und Eisschrauben gesetzt werden. Zur Unterstützung kamen neben den Einsatzkräften der Bergrettung Ramsau, auch Alpinpolizisten sowie Kräfte der Bergrettung Steiermark hinzu, die sich aufgrund einer Fortbildung in der Nähe befanden. Damit konnte die Einsatzmannschaft auf mehr als 35 alpine Retter verstärkt werden.

Die Crew des ÖAMTC Notarzthubschraubers Christophorus 14 unterstützte den Einsatz mit einem Flugretter und einer Notärztin. Aufgrund des dichten Nebels war ein direkter Anflug zur Einsatzstelle nicht möglich. Auch ein Polizeihubschrauber wurde für Shuttleflüge eingesetzt.

Mit zunehmendem Nebel wurden die Einsatzkräfte und das notwendige Material mit der Gondel der Dachsteingletscherbahnen sowie durch Nachschubtransporte zum Einsatzort gebracht. Ein besonderer Dank gilt dabei der Dachsteingletscherbahnen, die durch ihre Unterstützung einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung und zum weiteren Ablauf des Einsatzes leistete.

Nachdem beide Personen aus der Gletscherspalte gerettet wurden, übernahmen mehrere Kräfte die weitere medizinische Versorgung. Beide Personen waren zu diesem Zeitpunkt bereits stark unterkühlt. Aufgrund des erheblichen organisatorischen und technischen Aufwands wurde die Versorgung taktisch so strukturiert, dass der komplexe Einsatz unter den schwierigen Bedingungen möglichst koordiniert und kontinuierlich abgearbeitet werden konnte. Dabei standen insbesondere der Wärmeerhalt und die notfallmedizinische Versorgung im Vordergrund.

Anschließend wurden beide Personen über die steile Gletscherpassage unter Begleitung der Einsatzkräfte talwärts abgeseilt. Erst nach diesem anspruchsvollen, seilversicherten Abstieg konnten sie an die weiteren Trupps mit Pistengerät beziehungsweise an den Notarzthubschrauber RK1 übergeben werden.

Eine Person wurde leicht verletzt und konnte anschließend mit einem Pistengerät abtransportiert und mit der Gondel der Dachsteingletscherbahnen weitertransportiert werden. Die Übergabe an das Rote Kreuz Schladming erfolgte im Anschluss.

Die zweite Person wurde schwer verletzt. Aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen mit dichtem Nebel und Wind konnte die Übergabe an den nachalarmierten Rettungshubschrauber RK1 erst gegen 03:30 Uhr erfolgen. Der Schwerverletzte wurde anschließend zur weiteren medizinischen Versorgung in das Unfallkrankenhaus Salzburg geflogen.

Der Einsatz der Bergrettung Ramsau konnte schließlich um 06:40 Uhr beendet werden.

Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen Bergretterinnen und Bergrettern aus den unterstützenden Ortsstellen für die kameradschaftliche Zusammenarbeit und den starken Zusammenhalt während des gesamten Einsatzes. Gerade bei einem derart langen und technisch anspruchsvollen Einsatz unter schwierigen Wetterbedingungen zeigte sich die gute Zusammenarbeit innerhalb der Bergrettung. Durch das engagierte Zusammenwirken aller beteiligten Kräfte konnte der Einsatz trotz der schwierigen Rahmenbedingungen professionell und reibungslos abgearbeitet werden.

Die Bergrettung Steiermark bedankt sich bei allen beteiligten Einsatzorganisationen und dem Team der Dachsteingletscherbahnen für die professionelle Zusammenarbeit bei diesem anspruchsvollen nächtlichen Rettungseinsatz.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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