In der Steiermark heuer bereits zehn Motorradfahrer im Straßenverkehr ums Leben gekommen

Die meisten tödlichen Motorradunfälle auf Freilandstraßen

VCÖ – Seit Jahresbeginn kamen in der Steiermark bereits zehn Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass in den vergangenen drei Jahren 86 Prozent der tödlichen Motorradunfälle auf Freilandstraßen passierten. Bei jenen tödlichen Motorradunfällen, die laut Polizei von den Motorradfahrern verursacht wurden, war nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache. Bei den von Unfallgegnern verursachten tödlichen Motorradunfällen war Vorrangverletzung die häufigste Unfallursache. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um die Sicherheit beim Motorradfahren zu erhöhen. 

In den letzten Wochen häuften sich schwere Motorradunfälle. Seit Jahresbeginn kamen in der Steiermark bei Verkehrsunfällen bereits zehn Motorradfahrer ums Leben, allein in den vergangenen vier Wochen verunglückten sechs Motorradfahrer tödlich, informiert der VCÖ. 

Die Mobilitätsorganisation VCÖ hat die Motorradunfälle der vergangenen Jahre analysiert. Im Zeitraum 2023 bis 2025 kamen 57 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben. 86 Prozent der tödlichen Motorradunfälle passierten auf Freilandstraßen. 

Weiteres Ergebnis: 81 Prozent der tödlichen Motorradunfälle im Zeitraum 2023 bis 2025 wurden laut Polizei von den Motorradfahrern verursacht, im Vorjahr waren es sogar 94 Prozent. Zu hohes Tempo war dabei die Hauptunfallursache, wie die VCÖ-Analyse zeigt. 59 Prozent dieser tödlichen Unfälle passierten wegen nicht angepasster Geschwindigkeit. Zweithäufigste Ursache war Unachtsamkeit und Ablenkung mit 20 Prozent, vor Überholen mit 18 Prozent. 

Um die Sicherheit für Motorradfahrende zu erhöhen, fordert der VCÖ verstärkte Sicherheitsmaßnahmen auf Freilandstraßen. Neben dem Rückbau von Raserstrecken und der Entschärfung von Gefahrenstellen ist ein Tempolimit von 80 statt 100 km/h mit entsprechenden Kontrollen eine wirksame unfallvermeidende Maßnahme. Durch das Fahrverhalten kann man das Unfallrisiko und die Unfallschwere reduzieren, erinnert der VCÖ: Tempolimits unbedingt einhalten, keine riskanten Überholmanöver, das Motto “gleiten statt rasen” beherzigen, mit voller Aufmerksamkeit fahren, in Kurven besonders achtsam sein.

Elf Motorradfahrer verloren in der Steiermark zwischen 2023 und 2025 bei Verkehrsunfällen ihr Leben, die von den Unfallgegnern verursacht wurden, informiert der VCÖ. Bei diesen Unfällen war Vorrangverletzung mit 73 Prozent die Hauptursache.

Die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr ist zu erhöhen. Unfälle durch Vorrangverletzung und das “Übersehen” von Motorradfahrern stehen auch im Zusammenhang mit Unachtsamkeit. “Beim Lenken von Kfz ist die volle Aufmerksamkeit auf das Verkehrsgeschehen zu richten. Das heißt, während des Autolenkens Hände weg vom Handy. Beim Linksabbiegen unbedingt den Schulterblick machen”, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Handy am Steuer soll als Delikt ins Vormerksystem aufgenommen werden, wie es in den meisten EU-Staaten der Fall ist, fordert der VCÖ.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer (0699) 18932695

VCÖ: Fast 90 tödliche Motorradunfälle in der Steiermark seit dem Jahr 2021

1.1.-29.7.2026: Zehn tödlich verunglückte Motorradfahrer (vorläufige Daten)

1.1.-29.7.2025: Elf tödlich verunglückte Motorradfahrer (endgültige Daten)

Jahr 2025: 16 tödlich verunglückte Motorradfahrer

Jahr 2024: 18 

Jahr 2023: 23 

Jahr 2022: 10

Jahr 2021: 11

Zeitraum 2021 – 29. Juli 2026: 88 Todesopfer
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: 86 Prozent der tödlichen Motorradunfälle auf Freilandstraßen (Unfallort der tödlichen Motorradunfälle 2023 – 2025) 

Freilandstraßen: 86,0 Prozent (49 Todesopfer)

Ortsgebiet: 12,3 Prozent (7 Todesopfer)

Autobahnen und Schnellstraßen: 1,7 Prozent (1 Todesopfer)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Großteil der tödlichen Motorradunfälle von Motorradfahrern verursacht (Anteil Motorradfahrende laut Polizei als Hauptunfallverursacher)

Jahr 2025: 94 Prozent (15 Todesopfer)

Jahr 2024: 72 Prozent (13 Todesopfer)

Jahr 2023: 78 Prozent (18 Todesopfer)

Zeitraum 2023 – 2025: 81 Prozent (46 Todesopfer)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Nicht angepasste Geschwindigkeit Hauptursache tödlicher Motorradunfälle (Hauptursachen der von Motorradfahrenden verursachten tödlichen Motorradunfälle im Zeitraum 2023 bis 2025)

Nicht angepasste Geschwindigkeit: 58,7 Prozent (27 Todesopfer) 

Unachtsamkeit, Ablenkung: 19,6 Prozent (9 Todesopfer)

Überholen: 13,0 Prozent (6 Todesopfer)

Sonstige Ursachen: 8,7 Prozent (4 Todesopfer)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Vorrangverletzung Hauptursache bei tödlichen Motorradunfällen, die vom Unfallgegner verursacht wurden (Hauptursachen der nicht von Unfallgegner verursachten tödlichen Motorradunfälle im Zeitraum 2023 bis 2025)

Vorrangverletzung: 72,7 Prozent (8 Todesopfer)

Nicht angepasste Geschwindigkeit: 9,1 Prozent (1 Todesopfer) 

Unachtsamkeit, Ablenkung: 9,1 Prozent (1 Todesopfer) 

Alkohol, Drogen, Medikamente: 9,1 Prozent (1 Todesopfer)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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