VCÖ (Wien, 30. Juni 2026) – Der Medianpreis für einen Liter Diesel war in der Steiermark im Juni mit 1,765 Euro um 14 Cent niedriger als im Mai, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der E-Control hin. Eurosuper war mit 1,687 Euro pro Liter um fast elf Cent billiger als im Mai. Im Vergleich zum Höchstpreis am 30. März ist der aktuelle Dieselpreis um 55 Cent niedriger, der aktuelle Preis für Eurosuper um rund 26 Cent niedriger. Eine Lehre aus der Energiekrise und der aktuellen Hitzewelle muss sein, den Treibstoffverbrauch rascher zu reduzieren, betont der VCÖ. “Je früher der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bei Neuwagen gelingt, desto besser für Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt”, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.
Die Spritpreisbremse wurde von 4,5 Cent pro Liter im Mai auf 1,7 Cent im Juni reduziert. Die Spritpreise sind aber trotz reduzierter Spritpreisbremse im Juni nicht gestiegen. Im Gegenteil, im Juni war der Medianpreis für einen Liter Eurosuper mit 1,687 Euro um 10,6 Cent niedriger als im Mai, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der E-Control zeigt. Der Medianpreis für einen Liter Diesel war im Juni mit 1,765 Euro sogar um 14 Cent niedriger als im Mai und um rund 30 Cent niedriger als im April. Im Vergleich zum Höchstpreis am 30. März kostet aktuell ein Liter Eurosuper mit 1,643 Euro im Median um rund 26 Cent weniger, ein Liter Diesel ist derzeit mit 1,689 Euro sogar um 55 Cent billiger als damals. “Die Spritpreisbremse hat keinen signifikanten Einfluss mehr auf die Treibstoffpreise”, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.
Entscheidend ist nun, Konsequenzen aus der Energiekrise zu ziehen. Besonders volatil war der Dieselpreis. Da ein Großteil der Lkw mit Diesel fährt, hat sich das auf die Transportpreise durchgeschlagen. “Erstens sind jene, die damals die Transportpreise erhöht haben, gefordert, die Preise wieder zu senken. Zweitens ist die Politik gefordert, die Umstellung auf Elektro-Lkw und die Verlagerung auf die Schiene zu forcieren und damit Österreich unabhängiger von Dieselimporten zu machen”, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. In den Niederlanden beispielsweise fahren bereits 83 Prozent der heuer neuzugelassenen Klein-Lkw mit Elektromotor, der Anteil ist sechsmal so hoch wie in Österreich mit 13,5 Prozent. “Während die Niederlande für Klein-Lkw in fast 30 Städten sogenannte Null-Emissionszonen für Lkw eingeführt hat, hat Österreich die NoVA für Diesel-Transporter wieder abgeschafft, was die dringend notwendige Energiewende bei Klein-Transporter massiv bremst”, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.
Auch die aktuelle Hitzewelle in ganz Europa verdeutlicht, wie wichtig es ist, den Treibstoffverbrauch zu reduzieren. Das massive Ausmaß der aktuellen Hitzewelle ist die Folge des menschlich verursachten Klimawandels. Mit dem weiteren Verbrennen von Treibstoffen wird der Klimawandel weiter angeheizt. “Je früher der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bei Neuwagen gelingt, desto besser für Gesundheit und Geldbörse der Bevölkerung und desto besser für Wirtschaft und Umwelt”, fordert VCÖ-Experte Michael Schwendinger entsprechende Maßnahmen auf EU-Ebene und in Österreich.
Das öffentliche Verkehrsangebot ist auszubauen und zu verbessern. So wie international bereits in einigen Ländern erfolgreich im Einsatz, sollen auch in Österreichs Ballungsräumen Schnellbusse mit eigener Busspur im Stadt-Umland-Verkehr eingesetzt werden, um Pendlerinnen und Pendlern auch dort eine Alternative zum Auto zu bieten, wo es keine optimalen Bahnverbindungen gibt, fordert der VCÖ. Um das Potenzial des Radverkehrs und der Elektrofahrräder nutzen zu können, ist die Rad-Infrastruktur rascher und stärker auszubauen. “Einsparungen beim Öffentlichen Verkehr und beim Ausbau der Radinfrastruktur kommen der Bevölkerung und der Umwelt teuer”, verdeutlicht VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Der Anteil der Elektro-Pkw bei Neuwagen ist rascher zu erhöhen.
Zudem sind Fahrgemeinschaften zu forcieren. Erst vor einigen Jahren hat das Mobilitätsministerium eine Sharing-Strategie präsentiert – was bisher fehlt, ist die Umsetzung der darin vorgeschlagenen Maßnahmen. Sehr lohnend ist zudem spritsparendes Fahren. Der VCÖ empfiehlt langsamer zu fahren, beispielsweise 100 oder 110 statt 130 auf der Autobahn, vorausschauend und niedertourig zu fahren, Dachboxen möglichst zu vermeiden und auf den richtigen Reifendruck zu achten. Damit kann der Verbrauch um rund 20 Prozent reduziert werden. Eine Reduktion des Verbrauchs um 20 Prozent wirkt so, als würde ein Liter Diesel statt 1,70 Euro nur 1,36 Euro kosten, verdeutlicht der VCÖ.
VCÖ: Diesel und Benzin waren im Juni deutlich günstiger als im Mai (Median-Preise in der Steiermark)
DIESEL:
Juni: 1,765 Euro (minus 14 Cent im Vergleich zu Mai)
Mai: 1,905 Euro
April: 2,076 Euro
März: 1,986 Euro
EUROSUPER:
Juni: 1,687 Euro (minus 10,6 Cent im Vergleich zu Mai)
Mai: 1,793 Euro
April: 1,719 Euro
März: 1,759 Euro
Quelle: E-Control, VCÖ 2026
VCÖ: Dieselpreis derzeit um 55 Cent niedriger als beim Höchstpreis (aktueller Medianpreis in der Steiermark im Vergleich zum Höchstpreis)
Diesel-Höchstpreis (30. März): 2,239 Euro
Aktueller Dieselpreis: 1,689 Euro
Differenz: 55 Cent
Eurosuper-Höchstpreis (30. März): 1,899 Euro
Aktueller Preis für Eurosuper: 1,643 Euro
Differenz: 25,6 Cent
Quelle: E-Control, VCÖ 2026









