Laura Freudenthaler,1984 in Salzburg geboren, ist eine vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin.
Mit „Die Königin schweigt“ wurde sie in Österreich berühmt. Mit „Iris“ (Jung Jung Verlag) radikalisierte sich ihre Erzählperspektive.
Laura Freudenthaler las am 13. Juni 2026 im DIE WASNERIN G’sund und Natur Hotel.
Moderator Gernot Reiter und das interessierte Publikum lauschte voller Spannung ihren Worten.
In 13 Kapiteln schreibt sie über die Schriftstellerin Iris, die viel auf Reisen (Buchvorstellungen)ist, sowohl in Europa als auch in den USA und weiteren Kontinenten. Sie vertritt überall die „Österreichische Literatur Traditionslinie“. Der Name „Iris“ (Regenbogenhaut im Auge),die farbige Blendung, ist bewusst gewählt. Sie schaut wie durch eine „Lupe“ in Beziehungen und Ereignisse hinein. Es geht um eventuelle Verletzungen bei Frauen, die sich über mehrere Generationen „übertragen“ könnte.
13 Kapitel des neuen Romans bedeuten in diesem Falle 13 Sätze, mit vielen Beistrichen und 1 Schlusspunkt.
In diesen 13 langen Sätzen wird alles kunstvoll verflochten.
„Es ist eine überaus reflexive Art zu schreiben, die hier gewählt wird, um die Erfahrbarkeit von Welt darzustellen“, meint Kastenberger, der Literaturhaus-Chef aus Graz. Wenn Iris von ihren Literaturvorstellungs-Reisen wieder zu Hause ist, berichtet sie ihrem Lebenspartner Anton, der zuhört und in der Zwischenzeit auch wieder viel fotografiert hat, wobei auch der Beruf „Fotgraf“ pointiert gewählt wurde.
Ihre Beziehung zu Anton – und auch zu einigen anderen Männern – gründet auf Abmachungen und Regeln. Die beiden teilen vieles, auch die Lust am sexuellen Spiel, am Spiel mit Gewalt und Unterwerfung. Beziehungen resultieren aus Machtverhältnissen. Es geht in ihrem Buch ums Sorgen, Kümmern, um Freundschaften, ums Pflegen und Heilen. Iris hat eine sehr lebhaft forschende Fantasie, so liebt sie Geschichten über Hexenprozesse. So drängen Erinnerungen aus ihrer Kindheit an die Oberfläche. Iris begibt sich auf das Schloss Meersburg von Droste von Hüllsdorf,in dessen Turm sich ein Angstloch befindet, weil sie glaubt dadurch besonders nahe den Ursprüngen der „Hexenprozesse von Salem“ kommen zu können. Mit „Iris“ schreibt sich Laura Freudenthaler in den Kanon der feministischen Literatur ein.
Ingeborg Bachmann, Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker und Marlen Haushofer scheinen sie inspiriert zu haben.

Bericht und Foto: Doris Bittmann
