Kein steirischer Bezirk erreichte im Vorjahr das Ziel „null Verkehrstote“

VCÖ: Mit verstärkten Verkehrssicherheitsmaßnahmen die Zahl der schweren Unfälle reduzieren

VCÖ (Wien, 15. Juni 2026) – Wenn es um tödliche Verkehrsunfälle geht, dann gibt es nur eine akzeptable Anzahl, nämlich null. Dieses Ziel wurde im Vorjahr leider von keinem Bezirk in der Steiermark erreicht, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Die Unterschiede zwischen den steirischen Bezirken waren groß. Im Bezirk Leoben kam ein Mensch bei einem Verkehrsunfall ums Leben, im Bezirk Leibnitz waren neun Todesopfer zu beklagen. Wichtig sind verstärkte unfallvermeidende Maßnahmen, betont der VCÖ. 

„Wenn es um tödliche Verkehrsunfälle geht, gibt es nur eine akzeptable Anzahl und die heißt null. Leider hat im Vorjahr kein steirischer Bezirk dieses Ziel erreicht“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. Österreichweit gab es außerhalb Wiens drei Bezirke ohne tödlichen Verkehrsunfall: Dornbirn in Vorarlberg, Hermagor in Kärnten und Güssing im Burgenland, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. 

In der Steiermark wurden im Vorjahr im Straßenverkehr 68 Menschen tödlich verletzt und 1.333 Menschen schwer verletzt. Zwischen den steirischen Bezirken waren die Unterschiede bei der Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle sehr groß, wie die VCÖ-Analyse verdeutlicht. Die niedrigste Zahl weist der Bezirk Leoben mit einem Todesopfer auf, im Bezirk Deutschlandsberg kamen zwei Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, im Bezirk Südoststeiermark drei Menschen. 

Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle gab es in der Steiermark im Bezirk Leibnitz, wo neun Menschen im Straßenverkehr tödlich verletzt wurden, informiert der VCÖ. In den Bezirken Bruck-Mürzzuschlag und Graz-Umgebung forderten Verkehrsunfälle jeweils acht Todesopfer, in den Bezirken Liezen und Weiz jeweils sieben Todesopfer. 

Im Vorjahr passierten in der Steiermark zwei Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle auf Freilandstraßen. Mit einer Herabsetzung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 80 km/h, dem Rückbau von Raserstrecken sowie mit verstärkten Kontrollen kann die Zahl der schweren Verkehrsunfälle deutlich reduziert werden. Ein Pkw, der bei Tempo 80 einen Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg) von 47 Metern hat, hat mit Tempo 100 nach 47 Metern noch eine Geschwindigkeit von 71 km/h, verdeutlicht der VCÖ. 

Die Hauptursachen tödlicher Unfälle sind zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. Insbesondere Handy am Steuer ist ein zunehmendes Problem. Im Vorjahr hat Steiermarks Exekutive 16.269 Handy-Delikte im Straßenverkehr geahndet, obwohl die Kontrolle von Handy am Steuer schwierig ist. Ein wirksames Instrument zur Unterstützung der Kontrollen sind sogenannte Handy-Blitzer, die beispielsweise im deutschen Rheinland-Pfalz erfolgreich im Einsatz sind. Der VCÖ fordert, dass auf Bundesebene die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, um den Einsatz sogenannter Handy-Blitzer zu ermöglichen. Zudem sollen sowohl Handy am Steuer als auch Geschwindigkeitsdelikte in das Vormerksystem aufgenommen werden. 

„Im Ortsgebiet ist es wiederum wichtig, den Verkehr so zu gestalten, dass die Schwächsten – Kinder und ältere Menschen – sicher unterwegs sein können“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Wirksame Maßnahmen dafür sind Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50, übersichtliche Kreuzungen und Straßenübergänge sowie ausreichend breite Gehwege.

Eine wirksame präventive Maßnahme zur Reduktion von Verkehrsunfällen sind öffentliche Verkehrsverbindungen. Der VCÖ schlägt vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen zweckgewidmet wird, um verstärkte Angebote wie Nachtbusse oder Anrufsammeltaxis am Wochenende zu finanzieren. Diese Angebote tragen dazu bei, schwere Unfälle vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verhindern. 

VCÖ: Im Vorjahr erreichte kein steirischer Bezirk das Ziel „null Verkehrstote“ (Bei Verkehrsunfällen verunglückte Personen im Jahr 2025)

Bezirk Leoben: 1 Verkehrstoter / 258 Verletzte, davon 46 schwer

Bezirk Deutschlandsberg: 2 Verkehrstote / 328 Verletzte, davon 75 schwer

Bezirk Südoststeiermark: 3 Verkehrstote / 401 Verletzte, davon 103 schwer

Graz: 4 Verkehrstote / 1.963 Verletzte, davon 277 schwer

Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 4 Verkehrstote / 442 Verletzte, davon 82 schwer

Bezirk Murtal: 5 Verkehrstote / 362 Verletzte, davon 86 schwer

Bezirk Voitsberg: 5 Verkehrstote / 235 Verletzte, davon 45 schwer

Bezirk Murau: 5 Verkehrstote / 141 Verletzte, davon 35 schwer

Bezirk Liezen: 7 Verkehrstote / 510 Verletzte, davon 134 schwer

Bezirk Weiz: 7 Verkehrstote / 474 Verletzte, davon 108 schwer

Bezirk Graz-Umgebung: 8 Verkehrstote / 917 Verletzte, davon 148 schwer

Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 8 Verkehrstote / 440 Verletzte, davon 97 schwer

Bezirk Leibnitz: 9 Verkehrstote / 518 Verletzte, davon 97 schwer

Steiermark: 68 Verkehrstote / 6.989 Verletzte, davon 1.333 schwer

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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