Aktiv-Pension: So wird weiterarbeiten im Alter belohnt

Die Bundesregierung setzt gezielte Maßnahmen, um den längeren Verbleib im Erwerbsleben gezielt zu attraktiveren und zu fördern. Damit wird ein weiterer wichtiger Schritt gesetzt, um das Pensionssystem weiterzuentwickeln und an die Herausforderungen unserer Zeit anzupassen.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer älter werdenden Gesellschaft wird es zunehmend entscheidend, vorhandene Arbeitskräftepotenziale besser zu nutzen und Erfahrung länger im Erwerbsleben zu halten. Genau hier setzt die “Aktiv-Pension” an.

Sie schafft klare Anreize, über das Regelpensionsalter hinaus zu arbeiten und folgt dabei einem einfachen Grundsatz: Leistung muss sich auszahlen – in jeder Lebensphase. Wer bereit ist, länger aktiv zu bleiben und seinen Beitrag zu leisten, soll dafür auch spürbar mehr im Geldbörsel haben.

Bereits heute sind rund 150.000 Menschen in Österreich auch nach dem Pensionsantritt erwerbstätig – dieses Potenzial soll gezielt gestärkt werden.

Die “Aktiv-Pension” entlastet nicht nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Selbstständige, sondern bringt auch einen spürbaren Nutzen für die Wirtschaft, weil Expertise, Know-how und Arbeitskraft erhalten bleiben.

Insgesamt sind für die Maßnahmen rund 470 Millionen Euro jährlich vorgesehen.

Die durch die Streichung der bisherigen Höherversicherung frei werdenden Mittel werden gezielt reinvestiert. Wir schaffen einen Arbeitsmarkt-Transformationsfonds beim AMS. Bis 2030 werden damit 160 Millionen Euro zusätzlich für den Arbeitsmarkt bereitgestellt. Dieses Geld fließt dorthin, wo es dringend gebraucht wird: in Qualifizierung, in Beschäftigungsförderung in die Bewältigung großer Herausforderungen wie Digitalisierung, KI und Klimawandel.

Zu den konkreten Details:

  1. Steuerlicher Freibetrag

Kern des Modells ist ein steuerlicher Freibetrag von bis zu 15.000 Euro pro Jahr für Erwerbstätige ab dem Regelpensionsalter. Wer dann arbeitet, soll mehr vom eigenen Einkommen behalten – unkompliziert und planbar.

Der Freibetrag richtet sich an:

Personen, die zusätzlich zur Alterspension weiterarbeiten, und
Jene, die den Pensionsantritt bewusst aufschieben, um länger aktiv im Erwerbsleben zu bleiben.
Wenn 40 Versicherungsjahre beziehungsweise 34 Versicherungsjahre bei Frauen erworben wurden, steht der Freibetrag beim Zuverdienst in der Pension zu.

Da das Frauenpensionsantrittsalter aktuell steigt, werden die notwendigen Versicherungsjahre für Frauen jährlich erhöht und bis 2033 auf dasselbe Niveau wie auf jenes der Männer angeglichen.

Wer den Pensionsantritt aufschiebt, erhält den Freibetrag ohne Einschränkung, auch der Dienstnehmerbeitrag zur Pensionsversicherung wird aus Steuermitteln geleistet.

Damit wird ein klarer Anreiz gesetzt, länger im Erwerbsleben zu bleiben.

  1. Reduktion der Beiträge

Neben dem steuerlichen Freibetrag wird eine massive Reduktion der Sozialversicherungsbeiträge vorgenommen:

Der Dienstnehmerbeitrag zur Pensionsversicherung (10,25 Prozent) entfällt für Erwerbstätige im Regelpensionsalter – unabhängig davon, ob bereits eine Pension bezogen wird oder nicht.
Der Dienstgeberbeitrag bleibt wie bisher aufrecht.
Die besondere Höherversicherung entfällt.
Diese Regelungen gelten analog für Selbstständige.
Die gesetzliche Umsetzung wird mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten. Aktuell sind rund 150.000 Personen in Österreich über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus beschäftigt und werden von diesen Regelungen profitieren.

  1. Massiver Ausbau der Mittel für die Beschäftigung Älterer

Parallel zur Einführung der Aktivpension werden die Mittel zur Beschäftigung Älterer massiv ausgeweitet. Aufgrund des demografischen Wandels und der immer älter werdenden Erwerbsbevölkerung ist es erforderlich, die vorhandenen Arbeitskraftpotentiale zu heben und so gut wie möglich zu nutzen. Dafür sollen in einem Maßnahmenmix Initiativen gesetzt werden, um Aus- und Weiterbildungen ebenso zu ermöglichen wie sinnvolle Beschäftigungsmaßnahmen, etwa durch Eingliederungsbeihilfen und andere erprobte Instrumente der Arbeitsmarktpolitik. Dafür werden ab 2027 100 Millionen zusätzlich zur Verfügung stehen und wird dieser Betrag jährlich weiter anwachsen.

Alle Maßnahmen sind unbefristet vorgesehen mit einer Evaluierung im Jahr 2030.

Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann:

“Mit unserem Paket zu ‘Arbeit im Alter’ schaffen wir faire und attraktive Rahmenbedingungen für alle, die länger arbeiten wollen: mehr Netto direkt im Börsel, mehr Chancen am Arbeitsmarkt und gezielte Investitionen in die Zukunft. Der neue Arbeitsmarkt-Transformationsfonds lenkt frei werdende Mittel in Qualifizierung, Beschäftigung und die Bewältigung großer Herausforderungen wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Klimawandel. Damit stärken wir die Beschäftigten, unterstützen die Betriebe, sichern die Stabilität unseres Pensionssystems und setzen gleichzeitig ein klares Zeichen für Respekt gegenüber der Lebensleistung älterer Menschen.”
ÖVP-Klubobmann August Wöginger:

“Die Aktiv-Pension ist das Leuchtturmprojekt der ÖVP, denn sie unterstreicht den Leistungsgedanken, der uns so wichtig ist. Leistung muss sich lohnen – auch bei den Pensionen! Unter diesem Motto bringt die Aktiv-Pension Entlastung für ältere Arbeitnehmer von bis zu 15.000 Euro pro Jahr. Das ist die höchste Entlastung für Einzelpersonen, die bisher gelungen ist. Jene, die bereit sind, weiterzuarbeiten, auch wenn sie schon in Pension sind, profitieren doppelt: Sie erhalten einen Freibetrag sowie eine massive Reduktion der Sozialversicherungsbeiträge. Mit der Aktiv-Pension setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt zur Reform und damit Sicherung unserer Pensionen.”
NEOS-Klubobmann Yannick Shetty:

“NEOS verfolgen bei allen Reformvorhaben im Bereich der Pensionen zwei Grundsätze: Menschen sollen länger aktiv im Erwerbsleben verbleiben und wer das tut, soll am Ende davon profitieren. Das klingt simpel, aber das österreichische System hat jahrzehntelang genau das Gegenteil signalisiert. Das ändern wir jetzt: Mit der neuen Aktivpension sorgen wir dafür, dass sich Leistung gerade im Alter lohnt und nicht der Staat der Profiteur von Weiterarbeit nach Pensionsantritt ist. Gemeinsam mit der Reform der betrieblichen zweiten Säule und dem bereits verankerten Nachhaltigkeitsmechanismus schaffen wir ein gerechteres System im Sinne der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler.”

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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