VCÖ und WWF: In der Steiermark wurden zuletzt mehr als 2.000 Hasen pro Jahr Opfer des Straßenverkehrs

Bodenverbrauch reduzieren, Zersiedelung stoppen

VCÖ / WWF (Wien, am 30. März 2026) – Rund um Ostern erreicht die Paarungszeit der Hasen ihren Höhepunkt. In dieser besonders aktiven Phase wird der Straßenverkehr zur tödlichen Gefahr für die Tiere: Zuletzt wurden in der Steiermark in einem Jahr mehr als 2.000 Hasen von Fahrzeugen getötet, machen VCÖ und WWF auf Daten der Statistik Austria aufmerksam. Erfasst sind darin nur die gemeldeten Fälle, die Dunkelziffer ist höher. Zusätzlich kamen zuletzt noch mehr als 8.700 andere Wildtiere im Straßenverkehr ums Leben, darunter rund 5.800 Rehe, mehr als 1.200 Fasane und rund 600 Füchse. VCÖ und WWF setzen sich für einen stärkeren Schutz der Natur- und Lebensräume vor weiterer Verbauung ein.

Mehr als 24.600 Kilometer Straßen durchziehen die Steiermark und zerschneiden damit auch den Lebensraum von Tieren. “Jede neue Straße reißt die Landschaft weiter auseinander: Lebensräume zerbrechen, Arten verschwinden – und der Verkehr wächst unaufhaltsam. Die Wissenschaft schlägt seit Jahren Alarm”, sagt Simon Pories vom WWF Österreich. 

Das Überqueren der Straßen ist für Tiere lebensgefährlich. Je mehr Autos und Lastwagen fahren und je höher deren Tempo, umso größer das Risiko für Tiere unter die Räder zu kommen. Zuletzt wurden in einem Jahr mehr als 2.000 Hasen im Straßenverkehr tödlich verletzt, allein in den vergangenen fünf Jahren wurde der Straßenverkehr in der Steiermark für mehr als 10.800 Hasen zur Todesfalle, weisen VCÖ und WWF auf Daten der Statisik Austria hin.

“Die Natur darf nicht noch mehr unter die Räder kommen. Es gibt heute wirksamere und günstigere Maßnahmen zur Reduktion von Staus und für die Bewältigung der Mobilität als den Straßenausbau. Wenn wir den Öffentlichen Verkehr, den Radverkehr und Fahrgemeinschaften forcieren, verringert das den Straßenverkehr – zur Freude nicht nur der Tiere, sondern auch der Anrainerinnen und Anrainer”, betont Klara Maria Schenk vom VCÖ. 

WWF und VCÖ sprechen sich für eine Reduktion des hohen Bodenverbrauchs aus. Wichtig ist eine verkehrssparende Siedlungsentwicklung, die die Ortskerne stärkt und die Zersiedelung stoppt. Auch das Mobilitätsverhalten hat Einfluss auf das Unfallrisiko für Meister Lampe, Bambi & Co. Gelingt es, den Autoverkehr zu reduzieren, sei es durch Fahrgemeinschaften, durch die Verlagerung auf den Öffentlichen Verkehr oder bei kurzen Strecken auf das Fahrrad sind auch die Tiere sicherer mobil.

Im Bundesländer-Vergleich fielen in Niederösterreich mit 8.341 Tieren die meisten Hasen dem Straßenverkehr zum Opfer, berichten VCÖ und WWF. Es folgen Oberösterreich (3.048), das Burgenland (2.636) und die Steiermark (2.053). 

VCÖ: Fast 11.000 Wildtiere wurden in einem Jahr durch Straßenverkehr tödlich verletzt (Anzahl durch Kfz-Verkehr in der Steiermark getötete Wildtiere, Jagdjahr 2024/2025)

Rehe: 5.798

Hasen: 2.053

Fasane: 1.261 

Füchse: 605

Andere Wildtiere: 1.097
Summe: 10.814
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: In den vergangenen fünf Jahren wurden in der Steiermark mehr als 10.800 Hasen Opfer des Straßenverkehrs (Anzahl durch Kfz-Verkehr in der Steiermark getötete Hasen und Wildkaninchen)

Jagdjahr 2024/2025: 2.053

Jagdjahr 2023/2024: 2.065

Jagdjahr 2022/2023: 2.236

Jagdjahr 2021/2022: 2.262

Jagdjahr 2020/2021: 2.263

Summe: 10.879
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Die meisten Feldhasen werden in Niederösterreich Opfer des Kfz-Verkehrs (Anzahl durch Kfz-Verkehr in Österreich getötete Hasen und Wildkaninchen im Jagdjahr 2024/2025)

Niederösterreich: 8.341

Oberösterreich: 3.048

Burgenland: 2.636

Steiermark: 2.053

Kärnten: 439

Salzburg: 319

Wien: 54

Vorarlberg: 4
Tirol: 0
Österreich: 16.884
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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