Teils erhebliche Lawinengefahr im Bundesland Salzburg / Blick auf das Einsatzgeschehen aus Sicht der Retterinnen und Retter
Nach dem dramatischen Wochenende mit fünf Toten bei Lawinenabgängen und zahlreichen Einsätzen hat Landeshauptfrau Karoline Edtstadler die Führungsspitze der Salzburger Bergrettung zu einem Arbeitsgespräch in den Chiemseehof eingeladen. Thema waren unter anderem das aktuelle Einsatzgeschehen und die weiterhin teils erhebliche Lawinengefahr im Land Salzburg.
Im Anschluss des heutigen Arbeitsgesprächs von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler mit der Führungsspitze der Salzburger Bergrettung fand ein Pressegespräch statt, um vor allem über das Einsatzgeschehen aus Sicht der Retterinnen und Retter zu berichten. „Die tragischen Ereignisse des Wochenendes erschüttern uns zutiefst: In Salzburg sind infolge mehrerer Lawinenabgänge fünf Menschen ums Leben gekommen. Unsere Bergretterinnen und Bergretter haben unter schwierigsten und gefährlichen Bedingungen zahlreiche Einsätze gemeistert. Ich danke allen, die sich in dieser wichtigen, freiwilligen Rettungsorganisation engagieren, für ihren großartigen Einsatz und ihre unbeirrbare Hilfsbereitschaft“, so Edtstadler, die gemeinsam mit der Bergrettung auf die immer noch teils erhebliche Lawinengefahr in Salzburg hinweist.
Blick auf das Einsatzgeschehen
Im Rückblick auf die vergangene Woche fasst Gerhard Kremser von der Bergrettung Pongau zusammen: „Es war eine schwierige Zeit, gerade im Bezirk Pongau. Wir haben innerhalb von sieben Tagen sieben Todbergungen gehabt. Eine Retterin war bei sechs der sieben dabei. Das ist belastend und schwierig, auch wenn wir alle gut geschult sind. Und es waren nicht nur die großen Einsätze, sondern auch kleinere, die uns als Bergrettung gefordert haben.“ Bezirksleiter-Stellvertreter (Pongau) Josef Hettegger ergänzt: „Wir haben vor 20 Jahren schon begonnen Peers auszubilden, die bei der Verarbeitung solcher Einsätze helfen. Wir sagen auch immer zu unseren Mitgliedern: Scheut euch nicht davor diese Hilfe anzunehmen. Und das funktioniert.“
Planung und Vorsicht im Gelände
Hettegger verweist auch darauf, dass bei der Planung einer Tour der Lawinenbericht und die Informationsbeschaffung das A und O sind: „Man muss aber auch den jeweiligen Hang beobachten und was wirklich vor Ort ist. Jeder Mensch hat ein Bauchgefühl und wenn da etwas dagegenspricht, dann sollte man auf sein Gefühl hören und die Tour nicht machen. Nicht der Gipfel ist das Ziel, sondern ein gutes Heimkommen.“ Gerhard Kremser schätzt die aktuelle Situation wie folgt ein: „Es wird sich von der Schneelage nichts ändern. Die Verbindung zum Untergrund ist sehr schlecht. Es braucht oft nicht viel, dass ein Schneebrett abgeht. Daher ist die Situation schwer einzuschätzen.“
Rund 1 Million Euro Unterstützung
Das ehrenamtliche Engagement der Bergrettung ist für die Salzburger Landesregierung nicht selbstverständlich. „Unsere Wertschätzung drücken wir nicht nur mit Worten aus, sondern jährlich auch mit finanzieller Unterstützung, die den Retterinnen und Rettern die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft ermöglicht“, sagt Edtstadler. 2025 wurden über den Rettungseuro rund 800.000 Euro an die Bergrettung Salzburg ausbezahlt, dazu kam noch ein Zweckzuschuss von rund 171.000 Euro.
Lawinenbericht täglich in der Land Salzburg App
Der tägliche Lawinenbericht steht jeden Abend gegen 17 Uhr für den nächsten Tag kostenlos zur Verfügung – in der Land Salzburg App oder auf www.lawine.salzburg.at. Der Bericht und die regionalen Einschätzungen sind essenziell für jede Tourenplanung.












