KLAR! Schutzwald Aktionstage 2026: Großes Interesse und praxisnahe Lösungen für den Wald der Zukunft 

Mehr Hitzetage, weniger Frosttage, längere Vegetationsperioden und zunehmende Extremwetterereignisse – die Auswirkungen des Klimawandels sind im Wald längst Realität. Schäden durch Hitzestress und Trockenheit, Windwürfe sowie Borkenkäferkalamitäten nehmen zu und setzen insbesondere den Schutzwald unter Druck. Umso größer war das Interesse an den beiden „KLAR! Schutzwald Aktionstagen 2026“, die Ende Februar in Pruggern und Mitte März in Öblarn stattfanden. 

Insgesamt nahmen rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Veranstaltungsreihe teil. Waldbäuerinnen und Waldbauern, Forstverantwortliche sowie Interessierte aus dem Ennstal aber auch weit über die Regionsgrenzen hinaus nutzten die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren und auszutauschen. Die KLAR! Zukunftsregion Ennstal zieht eine durchwegs positive Bilanz: Fachlich fundierte Vorträge, praxisnahe Einblicke und Exkursionen boten geballtes Wissen für die Bewirtschaftung klimafitter Schutzwälder. 

Auftakt in Pruggern: Borkenkäfer, Schadholz und neue Technologien 

Der erste Aktionstag am 27. Februar im Landgasthof Bierfriedl in Pruggern stand ganz im Zeichen aktueller Herausforderungen im Wald. 

Florian Hechenblaikner (LK Steiermark) gab einen fundierten Überblick über Auftreten, Schadenspotenziale und wirksame Bekämpfungsmaßnahmen unterschiedlicher Borkenkäferarten. Dabei zeigte er auf, wie stark klimatische Veränderungen die Populationsdynamik beeinflussen und wie entscheidend rasches Handeln im Schadensfall ist.  Bernd Poinsitt vom Waldverband Steiermark widmete sich dem effizienten Schadholzmanagement und erläuterte, wie durch gute Organisation und abgestimmte Vermarktungsstrategien wirtschaftliche Verluste reduziert werden können. Kurt Wöls (Festmeter) präsentierte innovative Ansätze aus der Praxis und zeigte, wie Drohnen, Satellitendaten und Künstliche Intelligenz bereits heute erfolgreich zur Käferprävention und -bekämpfung eingesetzt werden. Organisatorin und KLAR! Managerin Natalie Prüggler betont: „Ein besonderes Highlight war die Exkursion zu Schutzwaldflächen der Waldgenossenschaft Pruggern in Kooperation mit Obmann Sepp Schwarz. Die Teilnehmenden konnten live verfolgen, wie Befallsherde mit Drohnenunterstützung effizient erkannt werden – ein großer Vorteil insbesondere in schwer zugänglichen Schutzwaldgebieten.“ Der Drohneneinsatz im Gelände wurde von Kurt und Georg Wöls der Firma Festmeter geleitet. 

Zweiter Aktionstag in Öblarn: Wirtschaftlichkeit und Digitalisierung im Fokus 

Am 13. März wurde die Veranstaltungsreihe im ÖhA – Öblarner Haus für Alle fortgesetzt. Unter dem Titel „(Schutz-)Wald der Zukunft: krisensicher & vermarktungsfähig“ standen wirtschaftliche Perspektiven und digitale Entwicklungen im Mittelpunkt. 

Dagmar Karisch-Gierer (FAST Pichl / Arbeitskreis Forst) beleuchtete in ihrem Vortrag die wirtschaftlichen Auswirkungen klimabedingter Risiken und zeigte anhand von Zahlen und Prognosen die Vorteile eines stabilen, krisensicheren Waldes auf. Klaus Friedl (LK Steiermark, Abt. Forst und Energie) ging auf aktuelle und zukünftige Holzvermarktungsmöglichkeiten ein und zeigte Chancen für klimafitte Baumarten auf. Valerie Oswald (Schutzwaldzentrum, Wildbach- und Lawinenverbauung) stellte Fördermöglichkeiten sowie Gemeinschaftsprojekte im Schutzwald vor und gab Einblicke in Investitionen auf nationaler Ebene. Im zweiten Themenblock lag der Fokus auf Digitalisierung: Alexander Starsich (Wildbach- und Lawinenverbauung, BMLUK) präsentierte mit dem Waldatlas und Waldatlas 3D praxisnahe Anwendungen für Forstbetriebe und Genossenschaften. Maximilian Handlos (Waldverband Steiermark) zeigte auf, wie im Rahmen eines neuen Digitalisierungsprojekts zur Unterstützung der gezielten Bewirtschaftung die Vitalität und Stabilität von Wäldern langfristig gesichert werden kann. 

Exkursion in Öblarn: Klimafitte Bewirtschaftung in der Praxis 

Auch der zweite Aktionstag bot eine Exkursion: Am Betrieb von Florian Hechenblaikner vulgo Grabner in Öblarn erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in die klimafitte Bewirtschaftung von Nadelholzbeständen. 

Starker Austausch und große Nachfrage 

Projektleiterin Natalie Prüggler der KLAR! Zukunftsregion Ennstal resümiert: „Die Kombination aus fundierten Fachvorträgen und praktischen Demonstrationen wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder sehr positiv aufgenommen. Besonders der direkte Austausch mit Expertinnen und Experten sowie die praxisnahen Einblicke vor Ort machten die Veranstaltung zu einem wichtigen Impuls für die regionale Forstwirtschaft. Dies wird durch die Förderung des Klima- und Energiefonds im Rahmen der KLAR! Modellregionen ermöglicht.“ 

Die drei KLAR! Gemeinden Öblarn, Sölk und Michaelerberg-Pruggern bedanken sich bei allen Mitwirkenden und Teilnehmenden für das große Interesse und den gelungenen Austausch. 

Ansprechpartnerin: 
KLAR! Zukunftsregion Ennstal 
Dr. Natalie Prüggler 
E-Mail: n.prueggler@klar-ennstal.at 
Mobil: 0660-6512128 
Website: www.klar-ennstal.at 

Die KLAR! Zukunftsregion Ennstal wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert. 

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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