In der Steiermark kamen im Vorjahr viermal so viele Männer wie Frauen im Straßenverkehr ums Leben

VCÖ: Auch österreichweit sind Frauen sicherer mobil, verursachen weniger Unfälle

Frauen sind im Straßenverkehr deutlich sicherer mobil als Männer und sie verursachen deutlich weniger Verkehrsunfälle, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse anlässlich des bevorstehenden Weltfrauentags zeigt. Auch in der Steiermark. Hier kamen im Vorjahr viermal so viele Männer wie Frauen ums Leben, im Jahr 2024 mehr als doppelt so viele. Weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse: Österreichweit haben in den vergangenen Jahren Männer doppelt so viele Verkehrsunfälle verursacht wie Frauen. Bei Unfällen mit Alko-Lenkern war der Anteil der Männer sogar sechsmal so hoch wie der von Frauen. 

“Wären Männer so sicher mobil wie Frauen, dann hätte es in der Steiermark in den vergangenen drei Jahren um rund die Hälfte weniger Verkehrstote gegeben”, fasst VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Innenministeriums und der Statistik Austria zusammen und betont: “Die Geschlechter-Unterschiede sind in der Verkehrssicherheit groß und werden in der Verkehrssicherheitsarbeit viel zu wenig berücksichtigt.” 

Frauen sind deutlich sicherer mobil als Männer. Im Vorjahr waren in der Steiermark 20 Prozent der Verkehrstoten Frauen, der Anteil der Männer war viermal so hoch, im Jahr 2024 betrug der Anteil der im Straßenverkehr tödlich verunglückten Frauen 25 Prozent. Während im Dreijahreszeitraum 2023 bis 2025 insgesamt 79 Frauen bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben kamen, war die Zahl der tödlich verunglückten Männer mit 266 mehr als dreimal so hoch, informiert der VCÖ.

Auch beim Anteil der Verkehrsmittel an den tödlichen Unfällen gibt es große Unterschiede, wie die VCÖ-Analyse zeigt. 21 Prozent der weiblichen Verkehrstoten in den vergangenen drei Jahren waren Fußgängerinnen, bei Männern war der Anteil der Fußgänger nur zehn Prozent. Jede zweite Frau, die im Straßenverkehr tödlich verunglückte, war eine Seniorin. Der VCÖ fordert, dass in der Verkehrsplanung mehr Rücksicht auf Fußgängerinnen und Fußgänger genommen wird. Konkret heißt das, mehr Verkehrsberuhigung insbesondere in Wohnvierteln, mehr Tempo 30 statt 50, übersichtliche Straßenübergänge, breite Gehsteige sowie längere Grünphasen bei Fußgängerampeln, damit auch ältere Menschen sicher und stressfrei die Straße überqueren können. 

Weitere Ergebnisse der VCÖ-Analyse: In den vergangenen drei Jahren kamen in der Steiermark 16 Frauen als Autolenkerinnen ums Leben, während 47 Männer als Autolenker tödlich verunglückten.  Auch bei E-Bikes und Motorrädern ist der Unterschied groß: Während drei Frauen in den vergangenen drei Jahren mit einem E-Bike tödlich verunglückten, waren es 13 Männer. Mit einem Motorrad verunglückten in den vergangen drei Jahren drei Frauen, aber 54 Männer. E-Bikes werden von Frauen und Männern in einem ähnlichen Ausmaß als Verkehrsmittel verwendet, Motorräder werden hauptsächlich von Männern gefahren. In der Steiermark legen Männer rund 65 Prozent ihrer Wege als Pkw-Insassen zurück, Frauen 60 Prozent. 

Die Steiermark ist keine Ausnahme. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass österreichweit in den vergangenen drei Jahren dreimal so viele Männer als Pkw-Lenker ums Leben kamen wie Frauen, mit dem E-Bike verunglückten sechsmal so viele Männer wie Frauen und mit dem Motorrad 20-mal so viele. 

Über alle Verkehrsmittel haben im Dreijahreszeitraum 2022 bis 2024 Männer in Österreich mit 70.369 mehr als doppelt so viele Verkehrsunfälle mit Personenschaden verursacht wie Frauen (32.841), macht der VCÖ aufmerksam. Auffallend ist zudem, dass Alkohol am Steuer vor allem ein Männerproblem ist. Im Dreijahreszeitraum 2022 bis 2024 waren in Österreich sechsmal so viele Alkolenker wie Alkolenkerinnen in Verkehrsunfälle mit Personenschaden involviert. 

Der VCÖ betont, dass in der Verkehrssicherheitsarbeit, insbesondere auch bei Bewusstseinskampagnen die Unterschiede zwischen Frauen und Männern stärker zu berücksichtigen sind. Zudem sind in der Verkehrsplanung die speziellen Anforderungen der “Mobility of Care” stärker zu berücksichtigen. Nach wie vor schultern Frauen einen Großteil der Mobilität im Zusammenhang mit Betreuung und dem Begleiten etwa von Kindern oder von zu pflegenden Angehörigen. Für Begleitwege mit Kindern ist eine sichere Geh- und Radinfrastruktur besonders wichtig. Von tagsüber mangelnden öffentlichen Verbindungen sind Frauen besonders betroffen. Zudem arbeiten mehr Frauen als Männer Teilzeit. Deshalb ist es wichtig, dass es auch außerhalb der klassischen Pendelzeiten ein gutes öffentliches Verkehrsangebot gibt. 

VCÖ: In der Steiermark kommen deutlich weniger Frauen als Männer im Straßenverkehr ums Leben Anteil Frauen an Verkehrstoten in der Steiermark, im Klammer Anzahl

Jahr 2025: 20,0 Prozent (13) 

Jahr 2024: 25,4 Prozent (16)

Jahr 2023: 22,2 Prozent (18) 

Jahr 2022: 30,0 Prozent (21)

Jahr 2021: 22,0 Prozent (11)

2021-2025: 22,3 Prozent (79)
Quelle: BMI (2025), Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Im Vorjahr verunglückten viereinhalbmal so viele Männer als Autolenker als Frauen (Anzahl tödlich verunglückte Frauen – Anzahl tödlich verunglückte Männer, Jahr 2025)

Pkw lenkend: 4 Frauen – 18 Männer
Zu Fuß: 3 Frauen – 2 Männer 

Moped: 2 Frauen – 2 Männer
Motorrad: 2 Frauen – 14 Männer
Fahrrad: 1 Frau – 3 Männer   
E-Scooter: 1 Frau – 2 Männer

Pkw mitfahrend: Keine Frau – 5 Männer
E-Bike: Keine Frau – 5 Männer
Sonstige:  Keine Frau – 1 Mann
Summe: 13 Frauen –  52 Männer
Quelle: BMI, VCÖ 2026

VCÖ: Mit Pkw, E-Bike und Motorrad verunglücken deutlich mehr Männer als Frauen (Anzahl tödlich verunglückte Frauen – Anzahl tödlich verunglückte Männer, Jahre 2023 bis 2025)

Pkw lenkend: 16 Frauen – 47 Männer 

Zu Fuß: 10 Frauen – 16 Männer 

Pkw mitfahrend:  7 Frauen – 12 Männer 

E-Bike: 3 Frauen – 13 Männer    

Fahrrad: 3 Frauen – 5 Männer 

Motorrad: 3 Frauen – 54 Männer 

Scooter: 2 Frauen – 4 Männer

Moped: 2 Frauen – 4 Männer 

Klein-Lkw: 1 Frau – 1 Mann 

Sonstige: Keine Frau – 6 Männer 

Summe (2023-2025):  47 Frauen – 162 Männer
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2026

Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: (c) arf.at