243 Bürgermeisterinnen als Vorbilder – 2,9 Prozent mehr Frauen im Amt als im Vorjahr
Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März streicht der Österreichische Gemeindebund die Bedeutung aller Frauen hervor, die täglich in den Gemeinden das unmittelbare Umfeld der Menschen gestalten und sich für ein gutes Leben vor Ort einsetzen. „Bürgermeisterinnen, Vizebürgermeisterinnen und Gemeinderätinnen sowie Vereinsobfrauen sind Vorbilder für alle Frauen. Sie können Mädchen und Frauen dazu ermutigen, aktiv das Leben in den Gemeinden zu gestalten und ihre Perspektiven in die Politik einzubringen“, betonen die Vizepräsidentinnen des Österreichischen Gemeindebundes, Bürgermeisterin Bettina Lancaster und Bürgermeisterin Daniela Kampfl.
Der Gemeindebund spricht sich zudem für eine stärkere Beteiligung von Frauen in der Kommunalpolitik aus. Der Anteil von Bürgermeisterinnen und Gemeinderätinnen ist in den vergangenen Jahren gestiegen, dennoch besteht weiterhin Aufholbedarf: Aktuell gibt es österreichweit 243 Bürgermeisterinnen – ein Anteil von 11,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von 2,9 Prozent. Bei den Vizebürgermeister:innen beträgt der Anteil schon rund 20 Prozent (aktuell: rund 560 Vizebürgermeisterinnen; 2025: rund 500). Auch die Anzahl der Mandatarinnen in den Gemeinderäten ist nachweislich gestiegen: Während im März 2025 nur rund 10.000 Mandate von Frauen besetzt waren, sind es heute rund 10.600 (von 39.500). Zusammengerechnet sind also rund 27 Prozent aller Kommunalpolitiker:innen Frauen.
„Politik braucht die Sichtweisen und Kompetenzen von Frauen. In der Gemeinde ist der Einstieg in die Politik so niederschwellig wie sonst auf keiner Ebene. Die Gleichstellung von Frauen und Männern beginnt vor Ort – in unseren Gemeinden, in den Kindergärten, Schulen, Vereinen und Betrieben“, so Lancaster und Kampfl. Sie appellieren: „Wer Gemeinden zukunftsfit machen will, muss Frauen aktiv einbinden und fördern. Und unsere Botschaft an alle Frauen ist klar: Seid mutig, traut euch und engagiert euch, denn die Gemeinden brauchen eure Gestaltungskraft!“ Die Vizepräsidentinnen des Österreichischen Gemeindebundes heben das Engagement der vielen Frauen hervor, die tagtäglich in den unterschiedlichsten Bereichen einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten: „Frauen sind das Rückgrat unserer Gemeinden – sie führen, organisieren, vermitteln und treiben Innovation voran.“ Das Argument, Frauen würden sich nicht für Politik interessieren, lassen sie nicht gelten: „Politik ist überall. Das ganze Leben ist Politik. Egal wo man sich bewegt – ob im Verein, in der Pfarre oder in der Gemeinde. Und wenn man schon ein Teil der Gemeinschaft ist, kann man ja auch gleich mitmachen und aktiv mitbestimmen, wie das Zusammenleben aussehen soll“, so Bürgermeisterin Bettina Lancaster und Bürgermeisterin Daniela Kampfl.
Die meisten weiblichen Bürgermeister:innen gibt es in NÖ (95), gefolgt von Oberösterreich (51), der Steiermark (26) und Tirol (21). Im Burgenland gibt es aktuell 17, in Salzburg 14, in Kärnten 10 und in Vorarlberg 9 Bürgermeisterinnen.
Der Österreichische Gemeindebund engagiert sich seit Jahren für mehr Frauen in der Kommunalpolitik: Etwa mit dem alljährlichen Bürgermeisterinnentreffen, der Initiative „Girls in Politics“ und seit 2025 mit dem Landeskoordinatorinnen-Netzwerk der Bürgermeisterinnen. Am 26. und 27. März findet in Wien zudem die fünfte internationale Bürgermeisterinnen- und Vizebürgermeisterinnenkonferenz statt. Unter dem Motto „Frau.Macht.Demokratie.“ setzen Teilnehmerinnen aus Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol ein Zeichen für mehr Frauen in der Kommunalpolitik.

Die Vizepräsidentinnen des Österreichischen Gemeindebundes: Bürgermeisterin Bettina Lancaster (Gemeinde Steinbach am Ziehberg) und Bürgermeisterin Daniela Kampfl (Gemeinde Mils) ©Jürg Christandl










