Landesrat Kornhäusl und Klubobmann Triller trafen sich in Bad Aussee mit Vertretern der Region zu einer intensiven Diskussion zur Zukunft des Gesundheitswesens im Ausseerland.
Am Abend des 19.02.2026 lud Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl gemeinsam mit FPÖ-Klubobmann Marco Triller die Bürgermeister des Ausseerlandes sowie Vertreter des Forum Pro LKH Bad Aussee zu einem Gespräch. Das Treffen fand in konstruktiver Atmosphäre im Rathaus Bad Aussee statt. „Wir alle wollen eine gute und sichere Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Ausseerland und uns ist klar, dass die anstehenden Veränderungen zu Sorgen und Ängsten in der Region führen. Deshalb wollen wir miteinander daran arbeiten, Verunsicherungen zu nehmen und wenn Versorgungslücken erkannt werden, wollen wir gemeinsam Lösungen finden“, sind sich alle Teilnehmer einig.
Notfallversorgung ist gesichert
Von Landesrat Karlheinz Kornhäusl wurde bekräftigt, dass die Zukunft des Notarztstützpunktes Bad Aussee gesichert ist. In diesem Zusammenhang wurde auch erläutert, dass es in der Steiermark sogar etablierte Notarztstützpunkte gibt, die nicht an Spitalsstandorten stationiert sind. Zudem wird betont, dass die Steiermark als eines von zwei Bundesländern über nachtflugtaugliche Notarzthubschrauber verfügt. Insbesondere bei Rettungseinsätzen auf Skipisten, im unwegsamen Gelände sowie entlegenen Gebieten kann auf diese rasche Hilfe zurückgegriffen werden.
Akutversorgung ist gesichert
Für die Akutversorgung der Bevölkerung wird neben den niedergelassenen Ärzten mit Visiten- und Bereitschaftsdiensten (Kontaktaufnahme über das Gesundheitstelefon 1450), dem Rettungsdienst des Roten Kreuzes (Notruf 144) auch weiterhin das Krankenhaus Bad Aussee rund um die Uhr geöffnet sein. Vor Ort erfolgt von den Ärzten eine Ersteinschätzung, Behandlung und, wenn es notwendig ist, eine Weiterleitung an ein spezialisiertes Haus.
Sicherheit für Mitarbeiter
Ein zentrales Thema ist die persönliche Zukunft der Mitarbeiter im Krankenhaus Bad Aussee. Die KAGes führt als Dienstgeber mit allen Betroffenen persönliche Gespräche zur weiteren persönlichen Entwicklung und versucht, nach Möglichkeit bestehende Wünsche zu berücksichtigen. Jedenfalls fix ist, dass kein Mitarbeiter gekündigt wird.
Ambulantes Angebot im Spital
Im Gespräch wurde das zukünftige Leistungsspektrum des Spitals in Bad Aussee erläutert, präzisiert und ein erweitertes ambulantes Versorgungsangebot vorgestellt. Das Angebot an Spezialambulanzen soll nach dem Freiwerden der Räumlichkeiten und notwendigen Adaptierungen sukzessive ausgebaut werden.
Zukunftsperspektiven für das LKH Bad Aussee
Darüber hinaus war auch die Weiterentwicklung des Krankenhausstandorts ein Thema. Derzeit laufen die Vorarbeiten für den Aufbau der neuen Akutgeriatrie und Remobilisation (AG/R), die als Spezialdisziplin der Abteilung für Innere Medizin geführt wird. Ihre Installation benötigt entsprechende räumliche Adaptierungsarbeiten, sodass über die Verwendung eventuell freier Räumlichkeiten zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht gesprochen werden kann. Im Zuge des Gesprächs wurde aber vereinbart, dass die Verantwortungsträger aus der Region über die mögliche Nachnutzung von Räumlichkeiten, so sie von der KAGes in Zukunft nicht benötigt werden, eingebunden werden. Jedenfalls weiter vor Ort in Betrieb bleiben das CT-Gerät (Computer-Tomographie) und das Labor. Das Leistungsspektrum der AG/R wird im Großen und Ganzen jenes der bestehenden Abteilung für Innere Medizin darstellen, jedoch speziell auf die Bedürfnisse von Patienten ab 65 Jahren abzielen. Aktuell beträgt der Altersdurchschnitt der Patienten auf der Abteilung für Innere Medizin in Bad Aussee rund 80 Jahre (KAGes-Durchschnitt 74), sodass von einem reibungslosen und fließenden Übergang ausgegangen werden kann. Die Spezialisierung bietet für den Standort jedoch die Chance, in Zukunft verstärkt für Patienten aus einem größeren Einzugsgebiet wirksam zu werden. Wenn aufgrund der Attraktivität der AG/R eine Aufstockung der Kapazitäten erforderlich wird, soll dies im Zuge der jährlichen RSG-Revisionen thematisiert werden.
Klarstellung zur Absiedelung der Chirurgie
Klargestellt wurde auch, dass die Absiedelung der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, wie sie derzeit besteht, erst dann beginnt, wenn der Vertrag mit Oberösterreich in Kraft ist. Da die Gespräche mit Oberösterreich (Kooperation mit Bad Ischl) und Salzburg (Kooperation mit Schwarzach) sehr konstruktiv laufen, wird derzeit davon ausgegangen, dass noch im ersten Halbjahr 2026 mit einer Einigung zu rechnen ist. Wenn der Vertrag frühzeitig fertig wird, wurde von der KAGes der 1. April 2026 als frühestmöglicher Zeitpunkt für die Absiedelung definiert.
Statements
Landesrat Karlheinz Kornhäusl: „Für mich steht die sichere Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Mittelpunkt, daher kann ich in aller Klarheit festhalten, dass die Akut- und Notfallversorgung rund um die Uhr gesichert ist. Gemeinsam mit den Vertretern des Ausseerlands geht es nun darum jenes Vertrauen in die Versorgungssicherheit zurückzugewinnen, das in den vergangenen Jahren zum Teil verloren gegangen ist.“
Klubobmann Marco Triller: „Es ist äußerst erfreulich, dass sämtliche Unklarheiten vollständig ausgeräumt werden konnten und nun eindeutig feststeht, dass der Standort Bad Aussee ein umfassendes Leistungsangebot für medizinische Notfälle bietet. Mit der Akutgeriatrie wird darüber hinaus auch das Leistungsspektrum der Inneren Medizin verlässlich abgedeckt. Damit ist der Standort Bad Aussee nicht nur nachhaltig abgesichert, sondern verfügt zugleich über beste Voraussetzungen, sein medizinisches Angebot weiter auszubauen und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.“
Bgm. Thomas Schönauer und Bgm. Herbert Hansmann: „Im heutigen Termin konnte in vielen offenen Fragen, die uns und die Bevölkerung des Ausseerlandes beschäftigt haben, Klarheit geschaffen werden. Uns ist wichtig, dass die Versorgung der Bevölkerung und unserer Gäste gewährleistet ist, besonders in Akut- und Notfällen. Der Landesrat und der Klubobmann haben uns zugesichert, dass mit dem geplanten Angebot die Rund-um-die-Uhr-Versorgung in unserer Region gesichert sein wird.“
Herbert Angerer, Forum Pro LKH Bad Aussee: „Ich bin froh, dass es mit der Politik zu diesem Gespräch auf Augenhöhe gekommen ist. Nach aktuellem Stand können wohl mehr als 90 Prozent der bisherigen internistischen Fälle auch in Zukunft im Department für Akutgeriatrie und Remobilisation behandelt werden. Landesrat Kornhäusl wird uns bei der Entwicklung eines chirurgischen Alternativmodells unterstützen. Er hat außerdem die Etablierung eines breiten tagesklinisch/ambulanten Angebots am Standort zugesagt. Wir sind mit den geschlossenen Kompromissen nur dann einverstanden, wenn diese am Standort LKH Bad Aussee umgesetzt werden.“

Treffen in Bad Aussee: Bgm. Thomas Schönauer, Bgm. Herbert Hansmann, Herbert Angerer (Forum Pro LKH Bad Aussee), LR Karlheinz Kornhäusl und KO Marco Triller (v.l.)
© Land Steiermark/Jakob Grill







