In der Steiermark kamen im Vorjahr 19 Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr ums Leben

Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem umsetzen

VCÖ (Wien, 30. Jänner 2026) – 65 Menschen kamen im Vorjahr in der Steiermark bei Verkehrsunfällen ums Leben. 19 davon waren Seniorinnen und Senioren, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Gegenüber dem Jahr 2024 ist die Zahl der tödlich verletzten Seniorinnen und Senioren um vier zurückgegangen. Die größte Opfergruppe waren Pkw-Insassen. Hoch war zudem die Zahl der Seniorinnen und Senioren, die mit dem E-Bike, mit dem Fahrrad sowie als Fußgängerinnen und Fußgänger tödlich verletzt wurden. Der VCÖ fordert mehr Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem. 

Die Anzahl der in der Steiermark im Straßenverkehr tödlich verletzten Seniorinnen und Senioren ist im Vorjahr um vier auf 19 gesunken, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des BMI zeigt. Am niedrigsten war die Zahl der älteren Verkehrstoten im Jahr 2021 mit acht, im Jahr 2023 waren 30 Todesopfer zu beklagen. 

“Infolge des demographischen Wandels wird die Zahl der älteren Menschen künftig deutlich zunehmen. Umso wichtiger ist es, Maßnahmen umzusetzen, die unser Verkehrssystem seniorengerecht machen. Unser Verkehrssystem muss auf ältere Menschen mehr Rücksicht nehmen”, betont VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. 

Auffallend ist, dass bei der Generation 65 plus mit 14 fast dreimal so viele Männer bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen wie Frauen. 

Am höchsten war die Anzahl älterer Verkehrstoten bei Pkw-Insassen mit acht. Eine wirksame Maßnahme, um die Anzahl schwerer Pkw-Unfälle älterer Menschen zu reduzieren, ist der verstärkte Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. Dort, wo es gute Bahn- oder Busverbindungen sowie Shuttle-Busse oder Anrufsammeltaxis gibt, sind ältere Menschen nicht aufs Auto angewiesen. Zusätzlich zum Angebot können auch Anreize zum verstärkten Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr führen. Der VCÖ schlägt vor, dass Personen, die ihren Führerschein freiwillig abgeben, drei Jahre lang kostenlos ein Klimaticket Steiermark erhalten. 

Die zweithöchste Opferzahl bei älteren Menschen verzeichneten im Vorjahr E-Bikes sowie Fußgängerinnen und Fußgänger. Drei Seniorinnen und Senioren kamen mit einem E-Bike ums Leben. Mit dem Fahrrad wurden zwei Seniorinnen und Senioren bei Verkehrsunfällen tödlich verletzt. “Da für ältere Menschen aufgrund ihres allgemeinen Gesundheitszustands das Risiko tödlicher Verletzungen bei einem Unfall höher ist, sind für sie baulich getrennte, sichere Radwege besonders wichtig”, betont VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Der Radwegeausbau ist zu forcieren, vor allem auch entlang von Freilandstraßen zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet. Selbst kann man durch eine aufmerksame Fahrweise zur Unfallvermeidung beitragen und durch das Tragen eines Radhelms die Verletzungsschwere reduzieren. 

Drei Seniorinnen und Senioren kamen im Vorjahr als Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben. Mobilitätserhebungen zeigen, dass mit dem Alter der Anteil des Zu-Fuß-Gehens an der Mobilität steigt. “Eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung in Gemeinden und Städten mit Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 ist für ältere Menschen besonders wichtig”, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest. 

Wie zufrieden die Fußgängerinnen und Fußgänger mit den Bedingungen zum Gehen in ihrem Wohnort sind, erhebt der VCÖ derzeit im Rahmen einer Umfrage, an der unter www.vcoe.at teilgenommen werden kann.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer (0699) 18932695

VCÖ: 19 Seniorinnen und Senioren kamen im Vorjahr im Straßenverkehr ums Leben (Anzahl der bei Verkehrsunfällen tödlich verletzten Personen ab 65 Jahren in der Steiermark)

Jahr 2025: 19 Todesopfer

Jahr 2024: 23 Todesopfer
Jahr 2023: 30 Todesopfer

Jahr 2022: 20 Todesopfer
Jahr 2021: 8 Todesopfer

Jahr 2020: 12 Todesopfer
Jahr 2019: 23 Todesopfer
Quelle: BMI, VCÖ, Statistik Austria (2024 – 2012), VCÖ 2026 

VCÖ: Die meisten Seniorinnen und Senioren verunglückten im Vorjahr als Pkw-Insassen tödlich (Anzahl der bei Verkehrsunfällen tödlich verletzten Personen ab 65 Jahren, Steiermark)

Pkw-Insassen: 8 Todesopfer

E-Bike: 3 Todesopfer

Fußgängerinnen und Fußgänger: 3 Todesopfer

Fahrrad: 2 Todesopfer

Motorrad: 2 Todesopfer

Moped: 1 Todesopfer
Quelle: BMI, VCÖ 2026 

Der VCÖ – Mobilität mit Zukunft ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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