Österreich, Bayern und Südtirol starten gemeinsame Forschung zu klimafitten Bohnen- und Hirsearten
Mit Jahresbeginn 2026 wurde ein transnationales dreijähriges Forschungsprojekt der Regionen Bayern-Südtirol-Österreich zur Klimawandelanpassung gestartet. Ziel ist es, Trockenbohnen und Sorghum-Hirse als klimafitte und wirtschaftlich interessante Kulturen für die Landwirtschaft in der Alpenregion zu etablieren. Die Projektleitung liegt in den drei Regionen jeweils bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), dem Versuchszentrum Laimburg in Südtirol und der HBLFA Raumberg-Gumpenstein in Österreich.
Der Klimawandel stellt besonders die Landwirtschaft im Alpenraum vor große Herausforderungen. Hitze, Trockenperioden und unzuverlässige Niederschläge führen dazu, dass klassische Kulturen an Ertragssicherheit verlieren. Gleichzeitig wächst der Bedarf an regionalen pflanzenbasierten Lebensmitteln. Bohnen und Hirse bieten hier eine vielversprechende Alternative – doch es fehlen Erfahrungen, regionale Sortenvergleiche und funktionierende Wertschöpfungsketten.
Das Projekt setzt genau hier an. An allen drei Standorten werden ab 2026 parallel Sortenversuche zu Hirse und Trockenbohnen durchgeführt. Untersucht werden Ertrag, Standfestigkeit, Trockentoleranz, das Abreife-Verhalten, der Nähr- und Genusswert und die Verarbeitungseignung. Ergänzend werden innovative Verfahren für Ernte, Reinigung und Aufbereitung getestet – gemeinsam mit regionalen Praxisbetrieben sowie Betrieben der Lebensmittelverarbeitung.
Durch die länderübergreifende Zusammenarbeit sollen erstmals vergleichbare Daten für den gesamten Alpenraum entstehen. Ein gemeinsames Wissensmanagementsystem, regelmäßige Verbundtreffen und Publikationen stellen sicher, dass Forschung, Praxis und Verarbeitung eng miteinander vernetzt sind.
Die Ergebnisse des dreijährigen Projekts sollen neue Perspektiven für regionale Wertschöpfungsketten eröffnen – von glutenfreien Hirseprodukten bis zu regionalen Bohnen für pflanzliche Proteinalternativen.
Forschungskooperation Bayern-Südtirol-Österreich
Mit ihrer grenzüberschreitenden Forschungskooperation gehen Bayern, Südtirol und Österreich neue Wege in der Forschungsförderung. Erstmals werden drei Projekte von den Agrarressorts in den Partner-Ländern gemeinsam finanziert. Insgesamt werden 1,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt um praxisnahe Forschungsprojekte für eine nachhaltige Land-, Forst- und Wasserwirtschaft in den alpinen Regionen zu unterstützen. Die Organisations- und Finanzierungspartner sind das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft in Österreich, das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus und das Ressort Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus in Südtirol. Das erste Projekt, das klimafitte Bohnen- und Hirsearten unter Beteiligung der HBLFA Raumberg-Gumpenstein erforscht, startet bereits im Jänner 2026. Im März folgen zwei Projekte mit den Schwerpunkten Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.





